Barbery, Muriel: Die Eleganz des Igels

Renée ist 54 Jahre alt und lebt seit 27 Jahren als Concierge in der Rue de Grenelle in Paris. Sie ist klein, hässlich, hat Hühneraugen an den Füßen und ist seit längerem Witwe. Paloma ist 12, hat reiche Eltern und wohnt in demselben Stadtpalais. Hinreißend komisch und zuweilen bitterböse erzählen die beiden sehr sympathischen Figuren von ihrem Leben, ihren Nachbarn, von Musik und Mangas, Kunst und Philosophie. Die höchst unterhaltsame und anrührende Geschichte zweier Außenseiter, ein wunderbarer Roman über die Suche nach der Schönheit in der Welt.

  • Taschenbuch: 380 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Mai 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423246588
  • ISBN-13: 978-3423246583
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3,2 cm

Igel
Ich bin fast ein bisschen spät dran für mein Dezember Challenge Buch. Als ich meine Liste zusammen stellte, habe ich mir Gedanken gemacht, welche Bücher ich in den nächsten 12 Monaten lesen möchte. Da ich das Buch geschenkt bekommen habe,musste ich es in die Liste aufnehmen. Da dieses Buch schon fast sechs Jahre alt ist, habe ich beschlossen, dass ich hemmungslos spoilern werde. Sollte jemand das Buch noch nicht gelesen haben, sollte er/ sie hier abbrechen.

2008 habe ich das Buch zum ersten Mal gelesen und ca. 2 Jahre später habe ich mir den Film im Kino angeschaut. Damals musste ich den Kinobesitzer fragen, wie der Film zu Ende geht.

Erzählt wird das Buch aus der Perspektive von Renée und Paloma, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein können. Renée Michel ist 54 Jahre alt, die Tochter eines Bauers und seit mittlerweile 27 Jahren Concierge in der Rue de Grenelle 7. Stellt man sich eine Concierge, hat meine einfach struktuierte Person vor Augen. Doch Renée ist anders. Sie liest Tolstoi und sie hat hat nur eine Freundin.

Paloma ist die Tochter eines Diplomaten, 12 1/2 Jahre alt und hochbegabt. Ihr Ziel ist, dass sie ihrem 13. Geburtstag Selbstmord begeht. Sie benutzt ihre tiefgründigen Gedanken, um über sich und ihre Familie zu schreiben. Ihre Familie kommt dabei alles andere als gut weg. Ihre Mutter geht seit zehn Jahren zum Psychoanlytiker und ist tablettabhängig. Sie beschäftigt sich am liebsten mit ihren Pflanzen. Mit Paloma ist sie vollkommen überfordert. Auch ihre Schwester ist alles anderes als sympathisch. Der einzige nette Mensch scheint ihr Vater zu sein, der wenigstens hin und wieder menschliche Regungen zeigt. Betrachtet man ihre komplette Familie, kann man Paloma immer besser verstehen. Auch wenn sie anfangs ziemlich altklug, sie erinnert mich ein kleines bisschen an Flavia, die unter ähnlichen Umständen aufwächst. Sie ist die einzigste im Buch, die einen Reifeprozess durchmacht.
“Keine Angst Renée, ich werde nicht Selbstmord begehen und ich werde nichts anzünden.
Denn für Sie werde ich künftig das Immer im Nie verfolgen.
Die Schönheit dieser Welt.”

Nach dem Tod eines Bewohners zieht der Japaner Kakuro Ozu in die Rue Grenelle 7 und als Einziger erkennt er den wahren Kern von R. Michel. Auf seine unaufdringliche Art und Weise versucht er eine Freundschaft mit Renée aufzubauen, in der auch Paloma einen Platz hat. Kakuros Wohnung ist einziger Traum und in dieser Wohnung gibt es eine urkomische Situation. Renée musste auf die Toieltte und als sie abspülen, ertönt plötzlich Musik und völlig panisch möchte sie den Ort des Schreckens verlassen aber die bekommt die Tür nicht auf. Im Anschluss haben sich die beiden einfach schlapp gelacht und ich solchen Augenblicken habe ich gewusst, warum ich so viel Spaß beim Lesen hatte.

“Wir können Freunde sein” sagt er, ” und sogar alles was wir wollen (S.349). Auch beim 2. Lesen hat mir dieser Satz ein Seufzen entlockt. Ich habe gehofft, dass die Freundschaft zwischen Renée und Kakuro tiefer gehen würde, dass sich zwischen ihnen eine Romanze abspielen könnte. Die beiden erleben, am Kakuros Geburtstag, einen wunderbar romantischen Abend und als Leser glaubt man, es müsse so weitergehen. Renée könnte endlich aus ihrem eigenen Schatten heraus treten und glücklich werden.

“Renée,Sie sind nicht ihre Schwester” Doch am nächsten Tag schlägt das Schicksal erbarmungslos zu und sie stirbt bei einem Verkehrsunfall. Genau wie beim ersten Mal hat mich die Szene zu tiefst berührt.

Ohne den inneren Klappentext zu kennen, dass die Autorin Philosophie studiert hat, lässt sich dies am Schreibstil erkennen. Um die ganzen Fachbegriffe, unter anderem a priori (der Gegenpart wäre a posteori) besser verstehen zu können, sollte man schon mal etwas von Kant, auf den sich die Autorin mehrmals bezieht, gelesen haben. Manchmal wäre weniger einfach besser gewesen. Auf S. 279 geht sie auf die Bedeutung von Wörtern und Sprache ein. Zu meinem Leidwesen habe ich mich gefragt, ob sich die Autorin dabei auf den Fregeschen Bedeutung zurück gegriffen hat und wenn ja, warum sie dabei auf ” ” verzichtet hat.

Um den Sinn des Buchs, insbesondere die philosophischen Elemente versteht, sollte man sich mit Kant, Descartes (Ich denke, also bin ich) oder Scholastik auseinander gesetzt haben. Manchmal hätte ich mich gefreut, wenn einzelne Fremdwörter in einer Fußnote erklärt würden oder es einen Anhang geben würde. Dieses Buch eignet sich für Leser/innen die sich gerne mit Büchern mit Tiefgang beschäftigen. Das Buch ist vor allem geprägt durch seine Bezüge auf Tolstois Anna Karenina. Die Autorin gibt ihren Charakteren die Chance sich langsam zu entwickeln und vermittelt dem Leser dadurch einen tiefen Blick in die Psyche der einzelnen Figuren. Die Figuren entwickeln sich langsam und die Handlung schreitet nur langsam voran.

Auch dieses Mal hatte ich ein paar nette Lesestunden aber ich hätte mich gefreut, wenn das Buch positiver ausgegangen wäre. Von mir bekommt das Buch daher vier von fünf Sternen.

Stedman, M.L.: Das Licht zwischen den Meeren

Sie brachen alle Regeln und folgten ihrem Herzen. Was danach passierte, wird das Ihre brechen …

1926, Janus Rock. Auf einer abgelegenen Insel im Westen Australiens arbeitet Tom Sherbourne als Leuchtturmwärter. Mit seiner Frau Isabel führt er ein erfülltes Leben fern einer Welt im Umbruch. Nur eines trübt ihr Glück: Ein Kind bleibt ihnen verwehrt. Bis sie eines Morgens am Strand ein Ruderboot entdecken, in dem die Leiche eines Mannes liegt – und ein neugeborenes Baby. Während Tom die Küstenwache alarmieren will, schließt Isabel das kleine Mädchen in die Arme – und für immer in ihr Herz. Gegen Toms Willen nehmen sie das Kind als ihr eigenes an und nennen es Lucy. Zwei Jahre später kehren sie aufs Festland zurück – und müssen erkennen, dass ihre Entscheidung das Leben eines anderen Menschen zerstört hat …

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Limes Verlag (23. September 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3809026190
  • ISBN-13: 978-3809026198
  • Originaltitel: The Light Between Oceans

Hier kann es bestellt werden und hier geht es zur Leseprobe.

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M. L. Stedman ist im Westen Australiens geboren und aufgewachsen. Zur Zeit lebt sie in London. Das Licht zwischen den Meeren ist ihr Debütroman, der international für Furore sorgte und in 35 Sprachen übersetzt wird.

Ich hatte das Buch bereits Anfang Oktober gesehen und da ich eine Schwäche für Leuchttürme habe, musste ich es einfach lesen. Eigentlich mag ich keine Bücher, die in Australien oder Neuseeland spielen. Vor ca.einem Jahr habe ich “Nur eine Ohrfeige” gelesen und kam mit der australischen Mentalität überhaupt nicht zu recht. Doch dann bekam ich dieses Buch zu geschickt und habe mit dem Lesen des Buchs begonnen. Das Buch hatte ich mich von Anfang an in seinen Bann gezogen.

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Australien im Jahr 1926, Tom, einer der Protagonisten des Buchs, bekommt eine Stelle als Leuchtturmwärter auf Janus Rock. Auf dem Weg dort hin lernt er in Partageuse Isabelle kennen. Für Isabel war es von Anfang an klar, dass der wortkarge Tom die Liebe ihres Lebens ist. Isabel und Tom können, von ihrem Wesen, gar nicht unterschiedlicher sein. Dennoch verlieben sich die beiden ineinander und werden auf ihre Weise glücklich.

Wenn der Krieg sie eines gelehrt hatte,dann, dass nichts selbstverständlich ist und dass es gefährlich war, wichtige Dinge auf die lange Bank zu schieben. Das leben konnte einem alles entreißen, was man liebte, und zwar unwiederbringlich” (S.68). Tom hatte bis dato einiges Schlimmes in seinem Leben erlebt und der Beginn der Romanze, zwischen ihm und Isabel, zauberte mir, während des Lesens ein Lächeln ins Gesicht. Tom konnte es anfangs gar nicht begreifen, dass Isabel ihr behütetes Leben für ihn  aufgeben will und zu ihm ziehen möchte. Doch Isabel gibt nicht auf und kämpft um ihn. 

Das Buch beginnt am 27.April.1926. Für Isabel war dies ein sehr trauriger Tag, sie verlor an diesem Tag ein weiteres Kind. An diesem Tag standet ihn Boot bei ihnen. Im Boot finden sie einen toten Mann und ein Baby. Isabel ging davon aus, dass die Mutter des Babys ertrunken wäre und so bat sie ihren Mann, er möge keinen Bericht abschicken. Für ihren Mann, der alles penibel dokumentiert, ist das eine schwere Bürde aber er sieht, dass Isabel unter dem Baby aufblüht, geben sie das kleine  Mädchen als ihr Baby aus und nenne es Lucy.  Da sie keinen  oder nur sehr wenig Kontakt zur Aussenwelt haben, bekommen sie nicht mit, dass nach dem Baby gesucht wird.

Erst als sie 18 Monate später nach Portageuse kommen, bemerkt Tom, dass nach Lucy gesucht wird und dies macht es nicht einfacher, kennt er Lucys leibliche Mutter. Dennoch gibt er Isabels Drängen nach und die drei machen sich wieder auf den Weg nach Hause. Um sein Gewissen zu erleichtern, schreibt er Hanna einen Brief, er schreibt ihr, dass ihr Baby noch leben würde. Tom muss nun damit leben, dass er das Leben von Hanna und ihrer Familie zerstört hat. Während des Lesens habe ich mich gefragt, wie hätte ich in Isabels Situation reagiert. Aus der Ferne betrachtet, können schwerwiegende Entscheidungen leicht getroffen werden aber ich hätte wahrscheinlich genauso gehandelt, wie Isabel. Das eigene Kind ist tot und das Schicksal lässt ein Kind auf Janus Rock anspülen. Es gibt Situationen im Leben, in denen kann man nicht zwischen Richtig und Falsch entscheiden

Lucy wächst also vom Baby zum Kleinkind heran und für sie sind Isabel und Tom ihre Eltern. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit Lucy, Tom und Isabel. Tom schickt Hanna Lucys alte Babyrassel zu. Diese wird in der Zeitung veröffentlicht und Bluey erkennt dieses wieder. Tom und Izzy werden verhaftet und Lucy alias Grace kommt zu ihrer leiblichen Mutter zurück. Damit Isabel nicht bestraft werden kann, nimmt er die ganze Schuld auf sich. 

Für Lucy bricht eine Welt zusammen. Ihre Mama und ihr Dadda sind von einem Tag auf den anderen weg und sie kommt zu einer völlig fremden Frau, die von sich sagt, dass sie ihre Mama wäre. Lucy tat mir während des Lesens furchtbar leid aber auch Hanna hat ein nicht leicht. Ihr Mann ist tot und sie bekommt ein Kind zurück, dass sie nicht wieder erkennt. Je mehr sie auf Lucy einredet umso bockiger reagiert das Kind. Mutter und Kind leiden auf das Schlimmste. Nur Hannas Schwester erkennt,was das kleine Mädchen dringend benötigt aber ihr sind die Hänge gebunden und sie kann nur wenig machen. Diese rücksichtslose Verhalten gegenüber dem Kind hat mich stellenweise richtig wütend gemacht, wie kann  man nur so mit einem kleinen Kind umgehen und es so aus seiner Familie, die es sein Leben lang kannte, einfach so heraus nehmen und um es dann von jetzt auf nachher zu seiner leiblichen Mutter geben?

Izzy lebt in dieser Zeit bei ihren Eltern, während ihr Mann im Gefängnis sitzt. Je länger die beiden getrennt sind, umso mehr Gedanken macht sich Isabel. Sie denkt, dass ihr Mann sie hintergangen hätte und verweigert daher jegliche Aussage.

Das Buch wird in drei Teilen unterteilt. Im ersten Teil wird das Buch aus Toms und Isabels Perspektive erzählt. Im zweiten Teil kommt es zu einem Wechsel, als Leser erfährt man nun die Geschichte von Hanna und ihrer Familie. Das Buch endet im Jahr 1950. In Rückblenden erzählt die Autorin von Toms Kriegserlebnissen und seiner Familie. Häppchenweise erfährt man als Leser, dass in Toms Leben nicht alles rund lief. 

Fazit:

Auch wenn ich es noch nicht richtig erwähnt habe, die Handlung des Buchs hat mich richtig überzeugen können und am Ende, das Buch kann kein richtiges Happy End haben, flossen bei mir die Tränen. Die Autorin zeigt mit ihrem Buch, dass eine Lüge weitreichende Konsequenzen haben kann. Das Buch liest sich sehr flüssig, gegen Ende des Buchs habe ich mich ertappt, dass ich langsame gelesen habe als sonst. Ich wollte den Abschied von Tom, Izzy, Lucy und all den anderen verzögern. 

“Was für ein außergewöhnliches und unvergessliches Buch” (Guardian). Ein Satz den ich nur unterschreiben kann. Dieses Buch hat mich zu tiefst berührt und ich kann das Buch daher auch nur weiterempfehlen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen.

Mein Dank geht an den Limes Verlag, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben

Weihnachtsgeschenk

Dieses Spiel zu spielen, macht sehr viel Spaß und es ist sehr kreativ!

marieblumesfreizeit

Ich habe zu Weihnachten ein tolles Spiel bekommen, bei dem man sich Geschichten ausdenken soll. Da ich so gerne lese, ist das Geschenk ideal für mich. Es heißt ,,Rory’s Story Cubes”.

In der Box sind neun Würfel, auf jedem Würfel sind  verschiedene Bilder. Ziel des Spiels ist, alle Bilder zu einer Geschichte zu machen. Das Spiel geht praktisch unendlich lang, da man so viele Geschichten machen kann, wie man möchte. Es gibt auch noch Schwierigkeitsgrade, wie z.B. möglichst viele Geschichten an einem Stück oder eine Geschichte zu erzählen, ohne die Bilder zu nennen, sie aber mit ein zu beziehen.

Das Spiel ist also für Leseratten wirklich gut geeignet. Da ich selbst schon das Spiel mit Seestern gespielt habe, kann ich nur sagen, dass Spiel ist TOP!!

Ps: Es gibt natürlich noch Erweiterungen, die ich aber noch nicht habe.

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Ashley, Trisha: Hollys Weinachtszauber

Ein eingeschneites englisches Dorf, ein attraktiver Herrenhausbesitzer und eine junge Witwe, die nicht mehr an die Liebe glaubt …

Zur Weihnachtszeit zieht sich die junge Witwe Holly Brown am liebsten zurück. So kommt es der begabten Köchin gerade recht, als sie gebeten wird, auf ein Herrenhaus in einem winzigen Dorf in Lancashire aufzupassen. Dort gilt es nicht nur das imposante Anwesen zu hüten, sondern auch noch ein in die Jahre gekommenes Pferd, eine Ziege und einen altersschwachen Hund. Doch dann kehrt der attraktive aber abweisende Hausherr Jude Martland überraschend nach Hause zurück. Als dann auch noch das Dorf durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten wird, müssen Holly und Jude wohl oder übel Weihnachten miteinander verbringen …

  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (18. November 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442480213
  • ISBN-13: 978-3442480210
  • Originaltitel: Twelve Days of Christmas

Trisha Ashley wurde in St. Helens, Lancashire, geboren. Als sie mit dem Schreiben anfing, musste sie sich noch mit allerlei Nebenjobs über Wasser halten: Sie war unter anderem als Klempnerin, Glasarchitektin und Porträtistin tätig. Inzwischen findet man ihre romantischen Komödien regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Trisha Ashley liebt Schokolade und das Gärtnern und lebt heute im Norden von Wales.

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Hier kann das Buch erworben werden.

“Hollys Weihnachtszauber” gehört zu den meisten gelesenen Büchern auf skoobe und da Weihnachten vor der Haustür steht, wollte ich einfach, entgegen meiner sonstigen Gewohnheit wollte ich noch ein Weihnachtsbuch lesen. Da mir das Cover und der Klappentext gut gefallen haben, musste ich es einfach lesen.

Das Buch war alles andere als besinnlich, es war langatmig und langweilig. Anfangs lernern wir Holly kennen. Holly ist Mitte 30, verwittwet und arbeitet im Winter für einen Homeservice und passt auf fremde Häuser auf. Eigentlich wollte sie sich über Weihnachten frei nehmen und an ihrem Kochbuch arbeiten. Doch dann bekam sie kurzfristig den Auftrag, sie möge doch ein altes Herrenhaus,nebst Hund und Pferd, hüten. Der Besitzer des Hauses verbringt die Feiertage in Übersee. Holly, deren Oma eine rätselhafte Baptistin war, mag Weihnachten nicht.
Vor Ort muss sie erfahren, dass einige Menschen, die sie bisher nicht kannte, auf eine Einladung hoffen. Anfangs ignoriert sie dies aber mit der Zeit ändert sie ihre Meinung. Allerdings wird sie die Feiertage mit mehr Menschen verbringen als ihr lieb ist. Parallel zu dieser Handlung, liest Holly die Tagebücher ihrer verstorbenen Großmutter. Holly muss feststellen, dass es eine Verbindung zwischen ihr und der Familie des Hütehauses gibt.

Bisher klingt das alles noch nicht mal so schlecht. Die Handlung besteht zu ca. 50 % daraus, dass Holly kocht, putzt oder sich um die Türe kümmert. Mit der Zeit wurde es einfach nur zäh, ständig die gleichen Handlungsschritte päsentiert zu bekommen. Liest man den Klappentext, wird einem recht schnell klar, wie das Buch enden muss und so kam es auch.

Das Buch liest sich ansonsten sehr flüssig, wenn die ganzen Handlungen nicht wären. Daher gibt es von mir auch nur 1/ 5 Sternen.

Forester, C.S.: Tödliche Ohnmacht

An einem lauen Sommerabend kehrt Marjorie, eine „desperate housewife“ der Dreißigerjahre, von einem Abend mit ihrer kinderlosen Freundin in London in die Vorstadt zurück. Als sie die Küchentür öffnet, um ihre babysittende Schwester Dot von ihrer Pflicht zu erlösen, findet sie diese mit friedlichem Gesichtsausdruck in einem geblümten Sommerkleid auf dem Küchenboden liegen – den Kopf im Gasherd. Es ist die Mutter der beiden Frauen, die von Anfang an an dem vermeintlichen Selbstmord zweifelt. Bald schon findet sie heraus, wer der Mörder ihrer Tochter ist.Foresters meisterhafter psychologischer Thriller um Mord, Liebe, Lust, Eifersucht und Rache führt in die Abgründe der menschlichen Seele und porträtiert eindrucksvoll die Londoner Vorstadt der Dreißigerjahre. Der 1935 entstandene Roman war jahrzehntelang verschollen. Er tauchte erst 2002, viele Jahre nach dem Tod des Autors, auf einer Christie’s Auktion auf. Eine faszinierende Entdeckung für alle Krimifans! ‘Tödliche Ohnmacht’ stand auf den KrimiZEIT-Bestenlisten September und Oktober 2013.

  • Broschiert: 280 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. August 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423249714
  • ISBN-13: 978-3423249713
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 3,2 cm

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Das Buch kann hier erworben werden .

Stimmen zum Buch (alle von Amazon übernommen):

»›Tödliche Ohnmacht‹, dieser grossartige Fund auf dem Dachboden der Krimigeschichte, nimmt viele Elemente späterer Psychothriller vorweg.«
Thomas Klingenmaier, Tages-Anzeiger 08.11.2013 oder

»Denn dieser Kriminalroman entfacht ein psychologisches Feuerwerk – eine zynische, scharfsinnige, fesselnde Geschichte, die die Jahrzehnte unbeschadet überstanden hat.«
Deutschlandradio Kultur, Die Buchkritik Dezember 2013

Es fällt mir echt schwer, etwas Passendes über das Buch zu schreiben ohne dabei zu spoilern. “Tödliche Ohnmacht” wurde bereits 1936 geschrieben und galt lange als verschollen, dort hätte das Buch auch die nächsten Jahrzehnte schlummern können. Ich habe das Buch per Zufall, wenn es überhaupt Zufälle gibt, als ebook in der Bibliothek entdeckt und da ich es bereits Anfang Juli in der Hand hatte, habe ich es kurzer Hand ausgeliehen und gelesen. Obwohl das Buch nur ca. 208 Seiten stark ist, hatte ich das Gefühl, das ich die dreifache Menge gelesen hätte. Ich habe selten ein Buch gelesen, das so handlungsarm ist, wie ist dieses. “Tödliche Ohnmacht” läuft unter dem Genre Krimi. Tja unter einem gelungenen Krimi verstehe ich, dass mindestens ein Mord geschieht, dieser muss nicht mal besonders spektakulär sein und es muss jemanden geben, der diesen Mord aufklärt. Dabei spielt es für keine Rolle, ob es sich dabei um einen Polizisten, eine Privatperson oder um Tiere handelt. Foresters Krimi ist anders aufgebaut. Im Buch geht es um drei wichtige Figuren, zwei Kindern und tratschsüchtige Nachbarn. Man darf nicht vergessen, dass die Handlung bereits vor ca. 80 Jahren spielte. Im Zentrum stehen Marjorie, ihr latent gewaltbereiter Eheman Ted, ihre Mutter und George Ely, der am Anfang des Krimis noch keine große Rolle spielt aber im Verlauf der Handlung immer wichtiger wird und die verstorbene Schwester Dot.

Eines Abends kommt Marjorie von ihrer Freundin, Milli, aus London zurück und muss daheim feststellen, dass ihre Schwester tod in ihrer Küche liegt, sie starb an einer Gasvergiftung. Die Polizei geht von einem Selbstmord aus. Marjorie und ihre Mutter wissen recht schnell, dass Dot ermordet wurde. Beide haben sie den gleichen Täter im Auge. Der Autor, bzw. die erzählende Instanz des Buchs, lassen den Leser an den Gedanken der beiden Frauen teilnehmen. Auch ich hatte einen leisen Verdacht, wer und wieso Dot umgebracht wurde. Ob wohl beide Frauen das identische Wissen teilen, kommt es zu keiner Zeit zu einer Interaktion zwischen den beiden. Damit Marjories Mutter nicht alleine lebt, hat sie in George Ely einen netten Untermieter gefunden. Da Ted, der im Verlauf des Buchs immer wieder als Mistkerl und Egoist dargestellt wird, keinen Urlaub bekommt bzw. nehmen kann, fahren Marjorie (+ ihre Kinder), die Mutter und George gemeinsam in den Urlaub. Im Urlaub kommt es wie es kommen muss, die beiden beginnen eine Affaire.

Während Marjorie sich noch Gedanken macht, wie sie ihren Mann verlassen kann oder wieso sie ihn nicht verlassen kann, hält ihre unscheinbare Mutter die Zügel in der Hand und sinniert dabei über Rache. Die Handlung ist wie ein Dominospiel aufgebaut, fällt erst einmal der erste Stein um, können die anderen Steinen nicht stehen bleiben.

Auch wenn sich Marjorie und ihr Ehemann ständig mit mein Liebster und meine Liebe ansprechen, merkt man als Leser recht schnell, dass die Ehe alles andere als harmonisch ist. Ted lässt Marjorie täglich spüren, dass sie seine Angestellte ist und das sie ihm gefällgst den Beischlaf auszuführen hat und mit diess Veerhalten ist es, die Handlung kippen lässt und es schlussendlich zur Katastrophe kommen muss, daran führt kein Weg vorbei. Obwohl Marjorie 32 Jahre alt ist, wird sie von Milli und ihrer Mutter wie ein kleines, unselbständiges Mädchen behandelt.

Bis Seite 160 dümpelt die Handlung mehr oder weniger vor sich hin, bis auf den anfangs erwähnten Mord passiert nichts aber ab dann nimmt die Handlung rasant an Fahrt auf, bis sie mit einem, für mich, unbefriedigten Schluß endet. Das Buch endet mit einem offenen Ende, es ist offen, was mit den einzelnen Personen geschieht. Es wird nicht beschrieben, was mit Anne und Derrick passiert. Ich hätte mich über einen kurzen Epilog gefreut.

Für mich war es kein Krimi. Dieses Buch ist (fast) wie ein geschlossenes Drama aufgebaut. Es gibt nur wenige Personen und die Handlung macht keinen großen Zeitsprünge.

Fazit:

Dieses Buch zu bewerten ist wirklich nicht leicht. Dazu dauerte es viel zu lange, bis die Handlung an Fahrt aufnimmt. Dazwischen habe ich mich gefragt, welches Ziel der Autor verfolgt.

Man muss schon eines Fans dieses Krimitypen zu sein, damit es ein wahrer Lesegenuss werden kann. Von mir gibt es daher solide 2 1/2 Sterne, da ich mit den Charakteren überhaupt nicht warm wurde.

 

Relaunch und ist Lesen ein teueres Hobby?

Bevor ich für jedes Thema einen separaten Beitrag schreibe, habe ich mich dazu entschlossen, auch wenn es vielleicht nicht ganz passt, beide Themen zusammen zu fassen. Ich war mit der Optik meines Blogs noch nie zufrieden. Eigentlich hätte ich gestern Abend was anderes machen müssen, habe ich verschiedene Varianten getestet. Diese neue Optik gefällt mir deutlich besser. Ich wollte ja auch kein rosa Mädchenkram haben. 

Seit Ende September gibt es eine neue Plattform für die Bücherjunkies, die neben LB und den Büchereulen eine neue Heimat suchen. Auf “was liest du?” habe ich eine interessante Debatte gespannt mitverfolgt. Eine User stellte die Frage, ob lesen ein teures Hobby wäre. Er rechnete vor, dass ein durchschnittliches Taschenbuch ca. 9-10 Euro kosten und ein HC ca. 20 €. Viele Mitglieder haben sich seiner These angeschlossen, die besagt, das Lesen teuer wäre. Eigentlich müsste man sich fragen, wie man teuer definitiv. Liegt es im Auge des Betrachter und dessen finanziellen Möglichkeiten?

Auf der anderen Seite, dies ist aber schädlich für den Buchhandel, habe ich mich gefragt, ob ich bzw. man wirklich alle Bücher besitzen muss. Klar sieht es schön aus, wenn das eigene Bücherregal gut bestückt aber seien wir mal ehrlich, viele Bücher, bis auf Sachbücher, liest man in der Regel nur einmal. Es gibt nur wenige Bücher, die ich mehr als einmal gelesen habe. Es gab eine Userin, die der Meinung war, gebraucht Bücher wären unhygienisch, es könnte ja jemand ins Buch genießt haben oder es wurde auf dem Klo gelesen. Lesen kann wie jedes andere Hobby günstig sein aber auch richtig ins Geld gehen. Ich habe die schlechte Angewohnheit, dass ich zu Hugendubel gehe, mir die Neuerscheinungen (in der Regel HC) anschaue und dann im Internet nachschaue, ob es das Buch auch in der Stuttgarter Zentralbibliothek gibt. Ansonsten kaufe ich nie zielgerichtet Bücher, nach Wunschliste, Besprechungen oder ähnliches. Bei mir sind es meistens Spontankäufe, spricht mich ein Buch besonders an, lese ich mir den Klappentext durch und die ersten 15 Seiten und dann entscheide ich es, ob es ein Buch für mich sein könnte. Die Gefahr ist natürlich groß, dass ich auch mal ein Buch erwische, das sich hinterher als “Flop” herausstellt.

Ich fand die Diskussion sehr anregend, da sich das Thema weder mit einem klaren “ja” oder “nein” beantworten lässt.