Saddlewick, A.B.: Super Sarah (Willkommen im Club der Superhelden)

 

Es gibt niemanden, der so tollpatschig ist wie Sarah. Aus jeder Verein fliegt sie raus, weil schon ihre bloße Anwesenheit Chaos anrichtet. Doch ausgerechnet sie soll ein Supertalent haben, das erst noch entdeckt werden will? Der gut aussehende Ben glaubt felsenfest daran und überredet sie, nachmittags mit ihm in den geheimen „Club der Superhelden“ zu kommen. Damit gerät der Stein ins Rollen, und ein rasantes Abenteuer beginnt, bei dem es um nichts weniger als die Rettung der Welt geht. Wird Sarah rechtzeitig ihre Superkraft finden – und hat sie überhaupt eine?

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Kerle in Herder; Auflage: 1 (9. Februar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3451713403
  • ISBN-13: 978-3451713408
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 – 12 Jahre

sarah Ich war jahrelang nicht mehr aktiv bei vorablesen und nun hatte ich das Glück, dass ich zwei Bücher vorablesen darf (und deshalb kann ich die Rezensionssperre umgehen). Obwohl ich nicht in die Altersgruppe gehöre, habe ich das Buch ziemlich gerne gelesen! Das farbenfrohe Cover lädt förmlich zum Lesen ein.

Anfangs lernen wir unsere kleine Protagonistin kennen, als sie an einem Wettbewerb teilnimmt, an dem sie gar nicht teilnehmen möchte. Sarah wirkt auf den ersten Blick etwas chaotisch und zerstreut, denn sie hat es bisher immer geschafft, dass sie aus allen AGs, in den sie eingetreten ist, wieder hinaus zu fliegen, da immer etwas Skurriles passiert ist. Nun ist in der Turmspringer AG und just in dem Augenblick, in dem sie den Sprungturm verlassen will, verirrt sich eine Biene in ihre Haare und sie fällt vom Sprungbrett ins Wasser, während sie noch denkt, dass der Aufprall schmerzhaft wird, teilt sich das Wassser und die Landung wird elegant und geschmeidig.

 

Als sie vom (supersüßen) Ben ihre persönliche Einladung bekommt, ist sie sprachlos. Ben hat in ihr Superkräfte gesehen, von denen sie nichts weiß. Nachdem sie beide Tests vermasselt hat, ist sie sich sicher, und auch Mr. Powers, dass sie über keine besonderen Fähigkeiten verfügt. Dies war so ein Augenblick, in dem man Sarah einfach nur in den Arm nehmen möchte um sie zu trösten, denn Sarah  hat es nicht leicht mit ihren Geschwistern, die alles viel besser können als sie.

Tja, ob Sarah noch ihre Superkraft entdeckt, soll hier nicht verraten werden :-), doch plötzlich scheinen die Dinge aus dem Ruder zu laufen. Wasser fliesst rückwärst und der Deich (dort soll ein Theaterstück aufgeführt werden) droht zerstört zu werden.

Jedes Kapitel beginnt mit einem Auszug aus Handbuch Fliegen lernen. Worte der Weisheit (Wdw). Da die Kapitel recht kurz gehalten sind, kann dieses Buch auch von jüngeren Lesern gelesen werden. Fremdwörter werden zum Teil in einer Fußnote erklärt, sodass diese gut zu verstehen sind.

Da mich das Buch einen Nachmittag, mit Unterbrechungen, gut unterhalten hat, bekommt es vier von fünf Sternen. Fitte Kinder können das Buch sicher ab der dritten Klasse gut lesen. Dies ist ein warmherziges Buch über Freundschaft und mehr. Dies ist das ideale Buch für Kinder, die auch dazu neigen,  in jedes Fettnäpfchen zu treten.

Mein Dank geht an der Kerle Verlag, sowie an Vorablesen, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben!

Jio, Sarah: Der Kameliengarten

Der englische Landsitz Livingston Manor fasziniert Addison und ihren Mann schon bei ihrer Ankunft. Doch bald hören sie, dass das wunderschöne Haus von den Dorfbewohnern gemieden wird. Welches Geheimnis bergen die alten Mauern? Und wollten es die Erben deshalb so schnell loswerden? Addison ahnt, dass sich der Schlüssel zu ihren Fragen in dem jahrhundertealten Kameliengarten verbirgt. Immer tiefer verstrickt sie sich in die unheilvolle Geschichte der Familie Livingston – und spürt, dass es an der Zeit ist, sich auch ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen ……

 

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Diana Verlag (10. August 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453358473
  • ISBN-13: 978-3453358478
  • Originaltitel: The Last Camellia

kameliengarten  “Der Kameliengarten” habe ich per Zufall im Online Katalog unserer Stadtbibliothek entdeckt und es war das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe. Irgendwie scheint es seit einer geraumen Zeit “in” zu sein, dass Bücher auf zwei Zeitebenen erzählt werden. Ist dies nur ein Trend?

Die Autorin nimmt ihre Leser mit ins Jahr 1940, Fora lebt bei ihren Eltern in New York, diese besitzen eine Bäckerei, die allerdings nicht besonders gut geht. Als sie in der Last der Schuld zu ertinken drohen, bekommt Flora ein Angebot. Sie soll auf einem englischen Landsitz die Stelle eines Kindermädchens annehmen und eine besondere Kamilienart finden. Ein deutscher Sammler will diese besondere Art besitzen und ist bereit, dass er kleines Vermögen zu zahlen.

Die 2. Zeitebene spielt im Jahr 2000 (wieder in New York), in New York lebt Addison mit ihrem Mann Rex, dessen Eltern ein Haus in England besitzen. Als Addison von einem, für den Leser fremden Mann bedrängt wird, becirct sie ihren Mann, sodass sie sich auf den Weg nach England machen, um ihm Haus der Eltern zu leben. Punktuell erfährt man als Leser, dass es noch einen dritten Handlungsstrang gibt und der genau fünfzehn Jahre vor dem 2. spielt. Die Autorin schafft es, dass dieser 3. Handlungsstrang nur in kurzen Zügen erwähnt wird und ich immer weiterlesen musste, damit ich wusste, was damals passierte.

Anfangs hat es Flora nicht leicht mit den Kindern, da diese nur schwer Vertrauen fassen können, was auch verstädndlich ist. Die Mutter ist verstorben und nun hatten sie ein Kindermädchen nach dem anderen. Je länger Flora dort lebt, umso mehr taucht man in die Geschichte ein. So erfährt man, dass einige Frauen verschwunden sind. Während Addisons Geschichte bis zum Ende erzählt wird, kommt es bei Flora zu einem Bruch und ich habe mich gefragt, was passierte mit Flora?

“Die Kameliendame” liest sich sehr angenehm und ich konnte recht zügig in die Handlung eintauchen, obwohl mich die Handlung von der Ersten bis zur letzten Seiten fesseln konnte, hebt sich das Buch nicht von anderen Büchern hevor. Es war das ideale Buch für zwischendurch. Schade, dass einige Aspekte nur am Rande behandelt wird und auch die Aufklärung, was die verschwundenen Frauen betrifft, kam ein bisschen zu kurz. Daher gibt es von mir drei von fünf Sternen.

 

Jenkins, Jill J. : Liebe per Smartphone

Ein humorvoller Liebesroman im digitalen Zeitalter.
Mit Laptop und Smartphone zur großen Liebe?

Leeroy lebt in Manhattan und ist seit der Trennung von seinem Freund vor über einem Jahr Single.
Sein bester Freund Mark, der ebenfalls schwul ist und mit seinem Partner direkt in der Wohnung gegenüber wohnt, findet, dass sich daran etwas ändern muss.
Er ist der Meinung, dass Leeroy jetzt lange genug alleine war und endlich wieder einen Partner an seiner Seite braucht. Sein Vorschlag ist, dass Leeroy sich bei einer Online Dating Plattform anmelden soll.
Dieser steht der Idee zuerst kritisch gegenüber, lässt sich aber schlussendlich von seinem besten Freund überzeugen.
Marks Lebensgefährte Mitch steuert ein Smartphone bei, damit Leeroy über die App der Plattform auch ja keine Nachricht verpasst und jederzeit online ist.

**Gay Romance mit detaillierten Sexszenen**

„Liebe per Smartphone“ ist der erste Band der „Jaysen / Leeroy – Reihe“.

 

  • Taschenbuch: 212 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (20. Oktober 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 150283720X
  • ISBN-13: 978-1502837202

smartphone  “Mit Liebe per Smartphone” habe ich das erste Mal ein Buch aus einem Genre gelesen, das ich bisher noch nicht gelesen habe. Ich habe bereists einige lesbische Liebesromane gelesen aber Gay Romane waren bisher noch nicht vertreten. Als Leserin kann ich nur beschreiben, wie mir das Buch gefallen hat aber nicht aber ich kann keine Vergleiche zu anderen Büchern herstellen (aber das muss ja auch nicht sein!).

Leeroy, ist seit der Trennung von seinem Freund, bereits ein Jahr Single und so beschliessen Mark und Mitchell, dass es an der Zeit wäre dies zu ändern. Obwohl anfangs nicht so begeistert ist, meldet er sich bei einer Singlebörse an. Wie in allen Singlenbörse, egal ob für Heterosexuelle oder Homosexulle, gibt es überall schwarze Schafe, die nur auf schnellen Sex aus sind. Frustriert beschliesst Lee, dass er seinen Account wieder kündigt, doch Mitchell ist der Meinung, dass er noch ein bisschen abwarten soll und das ist auch gut, denn Leeroy bekommt eine PN von Ross. Schnell beschliessen die beiden, dass sie ihren Kontakt über ICQ fortführen wollen und das war in meinen Augen die erste Schwäche des Buchs. Ich hatte früher auch einen ICQ Account aber wer benutzt in der heutigen Zeit, wo es whatsapp und Co gibt, noch einen Messanger wie ICQ?

Leeroy arbeitet als Buchverkäufer (warum nicht Buchhändler, dadurch wird der Beruf mit anderen veraufenden Berufen auf eine Ebene gestellt) bei einem der größten amerikanischen Buchhandelsketten. Ihm wurde schon vor längerer Zeit eine Beförderung in Aussicht gestellt, er soll der neue Abteilungsleiter des 3. Stocks werden. zu seinem Entsetzen bekommt ein völlig Fremder seinen Posten. Der Fremde sieht nicht nur gut aus, er ist ein richtiges Sahneschnittchen und ist sogar auch noch schwul. Leeroy ist ziemlich enttäuscht und so haben Jaysen und er einen schwierigen Start.

Je häufiger Leeroy und Ross miteinander chatten, umso mehr verlieben sich die beiden ineinander, ohne zu wissen wer der andere ist. Als Leser hat man den entscheidenden Vorteil, dass man einen gewissen Wissensvorsprung hat.

Im Privatleben kommen sich Leeroy und Jaysen näher, durch ein katastrophales Missverständniss kommt es zum Bruch der Freundschaft. Ob und wie Leeroy und Jaysen zusammen finden, wird hier nicht verraten.

Als ich den Titel gesehen habe, war ich überrascht (und das ist sehr klischeebehaftet), dass dieses Buch  von einer Frau geschrieben wurde, denn ich könnte mir nicht vorstellen, einen Lesbenroman zu lesen, der von einem männlichen Autor geschrieben werden könnte. Jill Jenkins hat den männlichen Tonfall sehr gut getroffen, sodass sich das Buch sehr angenehm flüssig las. Die Charakter waren einfühlsam beschrieben, sodass es keinen Protagonisten gab, denn ich nicht mochte.

Ich habe mich von der ersten Seite bis zur letzten Seite gut unterhalten gefühlt. Dieses Buch ist für all diejenigen geeignet, die das schwule Setting nicht “stört, die Filme wie “eMail für dich” mögen, immerhin spielt das Buch in der gleichen Stadt.

Bis auf zwei Kleinigkeiten konnte mich das Buch überzeugen aber ich habe mich auch das erste Mal in diese Genre hinein gewagt und werde in nächste Zeit auch noch die Folgebände lesen. Dieses Buch hat mich angenehm überrascht.

Mein Dank geht an Jill J. Jenkins, die mir das ebook freundlicherweise zu Rezensionszwecken überlassen hat.

 

Marone, Lorenzo: Der erste Tag vom Rest meines Lebens

Cesare ist 77 und zieht Bilanz. Von seinen einst hochfliegenden Träumen ist wenig aufgegangen. Seine Methode, mit den Enttäuschungen des Lebens umzugehen: Ironie und Sarkasmus. Das kommt bei seinen Mitmenschen nicht immer gut an. Bis Emma in die Nachbarwohnung zieht. Irgendetwas stimmt nicht mit ihr und ihrem Mann. Das sieht Cesare an Emmas traurigen Augen. Und plötzlich mischt sich Cesare ein. Er hat wieder Mut zu kämpfen. Für seine junge Nachbarin. Für die Liebe. Für das Glück, am Leben zu sein …

 

tag “Der erste Tag vom Rest meines Lebens” wollte ich bereits schon im Dezember aber selten hatte ich so eine schlimme Leseflaute wie in diesem Monat. Dabei gehört das Buch zu den seltenen Büchern, die ich wehmütig nach der letzten zuklappe und denke: “hach, das Buch hätte ruhig noch ein paar Seiten mehr haben können!”

“Mein Sohn ist schwul”, lautet der erste Satz des Buchs und als Leserin dachte ich nur, was ist so besonders daran, doch wusste ich noch nichts über Caesare und gespannt las ich weiter.

“Der erste Tag vom Rest meines Lebens” ist die schonungslose Abrechnung mit seinem Leben. Seine Frau, die er immer wieder betrogen hat, ist seit ein paar Jahren tot, der Sohn ist schwul und seine Tochter führt eine langweilige Ehe.

Der Protagonist ist alles andere als nett, er hasst es alt zu sein, er meidet jeden Kontakt und er ist nur am Nörgeln. Er verfügt über all die Eigenschaften, die einen Menschen alles andere als liebenswert machen. Da er über genügend Geld verfügt, leistet er sich regelmäßig die Rosannas Dienste und das coole daran ist, dass es ihm überhaupt nichts ausmacht, was andere darüber denken. Sollen sie doch ihre Münder zerreissen, während er sein Leben geniesst.

Doch als er sich mit seiner jungen Nachbarin anfreundet, die von ihrem Mann misshandelt wird, kommt sein wahrer Charakter zum Vorschein und plötzlich ist er alles andere als ein Grisgram. Auf einmal hat er mein Herz im Sturm erobert und ich mochte ihn noch mehr, als er seinem Sohn mehr oder weniger eine Liebeserklärung gemacht, es sei ihm egal, dass er schwul ist, hauptsache er ist glücklich.

In Rückblenden erfährt man so einiges über Caesares Leben und das lässt ihn so authentisch wirken.

“Der erste Tag vom Rest meines Lebens” ist eine Hommage an das Leben, die Liebe und die Zukunft. Caesare der am Anfang nur rüpelhaft erscheint, ist ein wunderbarer Protagonist, man muss ihn nur Schälen wie eine Zwiebel, denn erst dann kommt sein wahrer Charakter zum Vorschein. Da mich das Buch von der ersten Seite in den Bann gezogen hat, bekommt es fünf von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung, denn dieses Buch muss man einfach lieben.

Mein Dank geht an den Pendo Verlag, der mir das Buch freundlicherweise zur Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

 

Edelmann, Gitta: Die Canterbury Serenade

Die erfolgreiche Autorin Ella Martin recherchiert für ihre neue Romanreihe in Canterbury. Als sie beim Einkaufen auf deutsche Touristinnen trifft, die ihre Reiseleiterin Eve vermissen, bietet sie ihnen an, für sie zu dolmetschen. Auch die Polizei und das Reisebüro benötigen ihre Deutschkenntnisse und im Nu steckt Ella mitten in den Ermittlungen zu einem Raubüberfall, dem die Reiseleiterin Eve zum Opfer gefallen ist. Dabei will Ella eigentlich nur ihren Roman schreiben. Doch langsam, aber sicher kommt ihr der Verdacht, dass Eve ermordet wurde.

Neben der Aufklärung des Verbrechens muss Ella auch entscheiden, ob sie nach Bonn zurückkehren oder in Canterbury bleiben soll. Dort hat sie nicht nur Freunde gefunden, sondern auch einen Mann, der gern mehr für sie sein möchte …

Ein neuer Fall für Ella Martin im malerischen Canterbury!

 

  • Broschiert: 250 Seiten
  • Verlag: Goldfinch (29. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3940258504
  • ISBN-13: 978-3940258502
  • Größe und/oder Gewicht: 12,1 x 2,5 x 19 cm

Biografie

Gitta Edelmann wurde in Offenburg geboren. Bevor sie das Schreiben zum Beruf machte, arbeitete sie als Fremdsprachenassistentin, Übersetzerin und Sprachlehrerin in Deutschland, Brasilien und Schottland. Jetzt lebt sie in Bonn.
Geschrieben hat sie eigentlich immer – Briefe, Gedichte, Reisetagebücher, später Geschichten für ihre vier Kinder. Seit 2004 hat sie über 150 Kindergeschichten und -gedichte (darunter einige, die in Schulbücher übernommen wurden), über 50 Kurzkrimis, mehrere Kinderromane/Kinderkrimis und den Kriminalroman “Canterbury Requiem” veröffentlicht, der Auftakt einer Reihe von Kent-Krimis ist.
Gitta Edelmann setzt sich mit Autorenbegegnungen, Lesungen und AGs in Grundschulen für die Leseförderung ein. Außerdem leitet sie Seminare für Kreatives Schreiben für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Sie ist Mitglied bei den “Mörderischen Schwestern”, im “Syndikat”, im Bödecker-Kreis, in der europäischen Autorenvereinigung “Die Kogge” und im Vorstand des Verbands deutscher Schriftsteller VS in NRW.
Canterbury Die Canterbury Serenade habe ich im Zug der Blogtour gelesen, an der auch die Autorin teilgenommen hat. Ich muss gestehen, dass ich die Autorin vor der Blogtour noch nicht kannte. “Die Canterbury Serenade” ist der 2. Band einer mehrteiligen Reihe. Die Bücher sind zwar in sich abgeschlossen, dennoch hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass mir Informationen aus dem vorherigen Band fehlen.
Ella Martin ist eine bekannte Autorin, die in Canterbury zu Recherchezwecken ist. Als sie drei deutschen Touristinnen helfen will, deren Reiseleiterin nicht aufgetaucht ist, stolpert sie in ihren nächsten Fall, denn die Reiseleiterin wird ermordet aufgefunden. Alles deutet darauf hin, dass es sich um einen Raubmord handelt. Da viele der Mitglieder der Reisegruppe kein Englisch können, stellt Ella sich als Dolmetscherin zur Verfügung. Um die Rundreise nicht zu gefährden, übernimmt Ella die Gruppe und setzt das Programm der Ermordeten Reiseleiterin fort.
Für Ella Martin war es Mord und sie glaubt nicht an das, was ihr die Polizei vermitteln will. Während sie mit der Gruppe unterwegs ist, redet sie mit allen Teilnehmern. Auf den ersten Blick scheint die Ermordete  von allen gemocht zu werden. Ist sie wirklich so brilliant, wie sie von allen beschrieben wird.
“Die Canterbury Serenade” ist ein ruhiger Cozy Krimi, geprägt durch eine sehr sympathische Protagonistin, die mir mit der Zeit richtig ans Herz gewachsen ist. An der Beschreibung der Örtlichkeiten erkennt man, dass die Autorin bereits mehrfach vor Ort war und so konnte ich mir Canterbury lebhaft vorstellen aber auch das Privatleben der Protagonistin kommt nicht zu kurz.
“Die Canterbury Serenade” ist ein ruhiger beschaulicher Cozy Krimi, der ohne großes Blutvergiessen auskommt. Wer gerne richtig spannende und blutige Krimis liest, wird hier nicht auf seine Kosten kommen. Wer aber Bücher wie Miss Marple oder Agatha Raisin liest, wird die Reihe um Ella Martin sicher auch mögen. Von mir gibt es vier von fünf Sternen.

 

Cabot, Meg: Gibt es ein Leben nach der Torte?

Endlich ist es so weit! In ein paar Wochen wird Heather ihrem geliebten Cooper das Jawort geben. Aber als wären die Hochzeitsvorbereitungen nicht stressig genug, steht Heather plötzlich vor einem großen Problem: Im Studentenwohnheim, in dem sie arbeitet, wird eine junge hübsche Frau ermordet aufgefunden, und bald wird klar: Jeder einzelne Bewohner kommt als Täter infrage. Und gerade als Heather denkt, dass es schlimmer nicht mehr kommen kann, taucht plötzlich auch noch ihre Mutter auf, die sie vor Jahren um ihr Vermögen betrogen und sich nach Argentinien abgesetzt hat … Jetzt hilft wirklich nur noch Schokotorte!

 

  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (17. August 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3734100224
  • ISBN-13: 978-3734100222
  • Originaltitel: The Bride Wore Size 12

torte Gestern habe ich panisch feststellen, dass “Gibt es ein Leben nach der Torte” dringend in die Bibliothek zurück muss und ich es noch nicht gelesen habe. Es ist mittlerweile das 5. Buch um die Hobby Detektiv Heather.

Es ist kurz vor dem Semesterbeginn und Heather weiß jetzt schon nicht mehr wo ihr der der Kopf. Sie plant ihre Hochzeit mit Cooper und dann muss sich auch noch mit einer lästigen Mutter herum schlagen, und diese begeleitet Heather durchs komplette Buch, deren Wunsch es ist, dass ihre Tochter ein andere Mitbewohnerin bekommt, da ihre Aktuelle eine Schlampe sei. Nach dem ein Prinz in ihr Haus zieht, werden die Sicherheitssysteme verschärft. Auch mit diesen beiden “Problemkinder” muss sich unsere chaotische Protagonistin auseinandersetzen.

Als Heather denkt, es kann nicht mehr schlimmer kommen, passsiert, nach einer feuchtfröhlichen Party, ein Mord und Heather behält wie in allen Krisen den Kopf und nimmt sich des Morfalls.

So richtig turbulent wird es, als ihre Schwägerin ihre Mutter zur Hochzeit einlädt. Heather kann ihrer Mutter nicht verzeihen, dass diese sich mit ihrem Geld abgesetzt hat.

Dieses Buch ist einfach nur herrlich kurzweilig, es macht einfach nur Spaß es zu lesen, denn mit Heather hat die Autorin eine herrlich facettenreiche Protagonistin erschaffen, die es schafft von einem “Scheißhaufen” in den nächsten zu treten. Klar es ist keine hochtragende Literatur, dennoch habe ich das Buch mit größtem Vergnügen gelesen und ich schon sehr gespannt, wie es mit all den Charakteren weitergehen wird.

Da mich das Buch überzeugen konnte, bekommt vier von fünf Sternen.

 

Blogtour zur Canterbury Serenade (Autorenvorstellung)

Gitta_EdelmannSpannung mit einem Augenzwinkern findet man nicht nur in Gitta Edelmanns zahlreichen Kurzkrimis und Kinderbüchern, sondern auch in ihrer englischen Krimireihe um die Liebesroman-Autorin und Detektivin wider Willen Ella Martin, die zur Recherche nach Canterbury gezogen ist.
Nach längeren Auslandsaufenthalten in Brasilien und Schottland lebt die Autorin seit einiger Zeit in Bonn, von wo aus es nicht allzu weit nach Großbritannien ist.
Gitta Edelmann ist Mitglied verschiedener Autorenvereinigungen und im Vorstand des Verbands Deutscher Schriftsteller VS in NRW. Sie leitet außerdem Seminare für kreatives Schreiben.

Heute ist ja der zweite Tag der Blog zur Canterbury Serenade und ich hatte das große Vergnügen, dass ich die Autorin mit vielen Fragen löchern durfte. Im Vorfeld hatten wir uns darauf geeinigt, dass ich sie duzen darf. Für Gitta ist es übrigens, wie auch für mich, die erste Blogtour an der sie teilnimmt!

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Geschrieben habe ich schon in der Grundschule. Ich erinnere mich an eine Geschichte von einem Überfall durch maskierte Wildschweine, an viele Briefe, eine Zeitlang auch ein Tagebuch und einen witzigen historischen Roman, der immerhin so um die 50 Seiten hatte, bevor ich nicht weiter wusste. Allerdings war Schreiben für mich nur ein Hobby.
Ein bisschen zielorientierter wurde das, als ich anfing, für meine eigenen vier Kinder Geschichten zu erfinden. Als die ihnen so gut gefielen, habe ich vor elf, zwölf Jahren versucht, eine Veröffentlichungsmöglichkeit zu finden. Bei einer Kinderzeitschrift hat es dann sogar ganz schnell geklappt. Es kamen Kindergeschichten in Büchern dazu und vor zehn Jahren durch den Kontakt mit dem Frauen-Kriminetzwerk „Mörderische Schwestern“ auch schon die ersten Kurzkrimis für Erwachsene.

Da ich dein erstes Buch nicht gelesen habe, hatte ich das Gefühl, nicht zu wissen, was
zwischen Alex und Ella passiert ist. Wird es noch einen dritten Band geben?

In Canterbury Requiem begegnen sich die beiden, als Detective Inspector Alex Drake die ihm verdächtig erscheinende Ella Martin befragt, denn sie war die Letzte, die das Opfer lebendig gesehen hat. Das ist keine sehr freundliche Angelegenheit und Ella ist nicht begeistert, als sie einige Tage später auch privat im Pub auf ihn stößt. Dann …
Hm. Nein, mehr verrate ich nicht. Da müsst ihr schon selbst lesen. Und ich verrate natürlich auch nicht, wie es weiter geht. Es geht nämlich weiter. Geplant sind fünf Bücher und ich arbeite bereits fleißig an Band 3, der im Herbst erscheinen wird.

Deine Krimis spielen in der Grafschaft Kent kennst, warst du Recherchezwecken vor Ort?

Ja. Ich kannte Canterbury und Kent auch vorher schon ganz gut (ich bin immer viel in Großbritannien gereist), bin aber speziell für diese Buchreihe zweimal je eine Woche lang nach Canterbury gefahren, um alles genau anzuschauen und zu überprüfen. Und ich habe natürlich jedes Mal in Whitstable am Hafen Fish & Chips gegessen!

Vor den beiden Krimis hast Du Kinderbücher geschrieben, wie kam es dazu, dass Du das
Genre gewechselt hast?

Eigentlich habe ich das Genre nicht wirklich gewechselt: Zum einen sind die meisten meiner Kinderbücher Kinderkrimis und zum anderen schreibe ich schon seit zehn Jahren Kurzkrimis für Erwachsene – es dürften jetzt an die 60 sein. Die werden natürlich nicht so wahrgenommen, weil mein Name bei einer solchen Anthologie normalerweise nicht auf dem Cover steht.
Ich wollte auch immer gerne einen Kriminalroman schreiben, andererseits finde ich das Tatort-Prinzip: „Leiche gefunden – Polizei ermittelt – Mörder gefasst“ ehrlich gesagt ziemlich langweilig. Bei einem Gespräch mit der Verlegerin Sandra Thoms kam ich jedoch auf die Idee für einen „Cozy Crime“ (eine Zeitlang als „Häkelkrimi“ verspottet, deshalb häkelt Ella in Canterbury Requiem so viel 😉 ) mit viel britischer Atmosphäre, einer außergewöhnlichen Ermittlerfigur und eher unblutigen Fällen.

Würdest Du unter einem Pseudonym schreiben, wenn Du dadurch einen besseren
Buchvertrag bekommen würdest?

Ja, warum nicht? Ich habe selbst schon an ein Pseudonym gedacht, wenn ich vielleicht einmal in einem anderen Genre veröffentliche. Den Namen Gitta Edelmann verbindet man ja mit einer bestimmten Art von Büchern, es würde die Leser wundern oder sogar ärgern, wenn sie z.B. plötzlich ein Fantasy-Werk von mir vor sich hätten, wo sie einen gemütlichen England-Krimi erwarten.
Für britische Krimis oder Kinderbücher würde ein Verlag aber sicher kein Pseudonym wollen, sondern auf den schon bekannten Namen bauen.

Wie sieht Dein Schreiballtag aus? Hast du feste Arbeitszeiten? Schreibst Du nur daheim
oder hast Du immer einen Block dabei, damit Du, wenn dir was einfällt, sofort schreiben
kannst?

Ich schreibe (oder überarbeite) normalerweise immer morgens, etwa von 8 bis 11, halb 12.
Nachmittags arbeite ich an einer Ganztagsgrundschule, das passt sehr gut zusammen.Wenn ich gegen 5 nach Hause komme, ist Bürozeit mit Beantworten von Mails, Organisation von Lesungen oder Workshops und was sonst noch so anfällt.
An Wochenenden und in den Schulferien schreibe ich oft länger, das hängt aber auch davon ab, ob ein Abgabetermin ansteht.
Ich schreibe fast nur daheim, weil ich dazu Ruhe brauche. Ich habe Kolleginnen, die gerne mit ihrem Laptop in ein Café gehen – das ist nichts für mich, das lenkt mich zu sehr ab. Wo ich aber noch gut schreiben kann, ist im Zug. Ich habe für unterwegs ein kleines Netbook, das darf bei längeren Zugfahrten immer mit. Einen Block hab ich nie dabei, ich verlege den sowieso nur. Wenn mir eine Idee kommt, notiere ich höchstens ein paar Stichworte in meinem Handy. Meist reicht es schon, die Idee ein bisschen im Kopf weiterzuentwickeln, eine ganze Szene vergesse ich nicht so schnell.

Was würdest Du Schreibanfängern eher raten, das Manuskript an einen Verlag schicken
oder an einen Agenten?

Das ist immer wieder eine schwierige Frage. Ohne Agentur kommt man kaum an einen der
großen Verlage und ein Agent nimmt einem viel Arbeit ab. Aber bei so einer vertraulichen
Zusammenarbeit muss auch die Chemie stimmen. Und es ist nicht leicht, einen Agenten zu finden, viele nehmen gar keine neuen Autoren mehr an. Einen Versuch lohnt es allemal, wenn das mit der Agentur nicht klappt, kann man ja immer noch die Verlage anschreiben.
Der direkte Kontakt zu einem Verlag ist bei eher mittleren und kleineren Verlagen oft besser. Wichtig ist, sich vorher über das Programm zu informieren und das Manuskript mit Exposé und Leseprobe richtig zu präsentieren. Was genau die einzelnen Verlage wollen, steht normalerweise
auf der Homepage. Und ganz wichtig – man braucht in diesem Beruf sehr viel Geduld und Durchhaltevermögen!

Vielen Dank, Gitta, dass du all meinen Fragen so geduldig beantwortet hast.