Marone, Lorenzo: Der erste Tag vom Rest meines Lebens

Cesare ist 77 und zieht Bilanz. Von seinen einst hochfliegenden Träumen ist wenig aufgegangen. Seine Methode, mit den Enttäuschungen des Lebens umzugehen: Ironie und Sarkasmus. Das kommt bei seinen Mitmenschen nicht immer gut an. Bis Emma in die Nachbarwohnung zieht. Irgendetwas stimmt nicht mit ihr und ihrem Mann. Das sieht Cesare an Emmas traurigen Augen. Und plötzlich mischt sich Cesare ein. Er hat wieder Mut zu kämpfen. Für seine junge Nachbarin. Für die Liebe. Für das Glück, am Leben zu sein …

 

tag “Der erste Tag vom Rest meines Lebens” wollte ich bereits schon im Dezember aber selten hatte ich so eine schlimme Leseflaute wie in diesem Monat. Dabei gehört das Buch zu den seltenen Büchern, die ich wehmütig nach der letzten zuklappe und denke: “hach, das Buch hätte ruhig noch ein paar Seiten mehr haben können!”

“Mein Sohn ist schwul”, lautet der erste Satz des Buchs und als Leserin dachte ich nur, was ist so besonders daran, doch wusste ich noch nichts über Caesare und gespannt las ich weiter.

“Der erste Tag vom Rest meines Lebens” ist die schonungslose Abrechnung mit seinem Leben. Seine Frau, die er immer wieder betrogen hat, ist seit ein paar Jahren tot, der Sohn ist schwul und seine Tochter führt eine langweilige Ehe.

Der Protagonist ist alles andere als nett, er hasst es alt zu sein, er meidet jeden Kontakt und er ist nur am Nörgeln. Er verfügt über all die Eigenschaften, die einen Menschen alles andere als liebenswert machen. Da er über genügend Geld verfügt, leistet er sich regelmäßig die Rosannas Dienste und das coole daran ist, dass es ihm überhaupt nichts ausmacht, was andere darüber denken. Sollen sie doch ihre Münder zerreissen, während er sein Leben geniesst.

Doch als er sich mit seiner jungen Nachbarin anfreundet, die von ihrem Mann misshandelt wird, kommt sein wahrer Charakter zum Vorschein und plötzlich ist er alles andere als ein Grisgram. Auf einmal hat er mein Herz im Sturm erobert und ich mochte ihn noch mehr, als er seinem Sohn mehr oder weniger eine Liebeserklärung gemacht, es sei ihm egal, dass er schwul ist, hauptsache er ist glücklich.

In Rückblenden erfährt man so einiges über Caesares Leben und das lässt ihn so authentisch wirken.

“Der erste Tag vom Rest meines Lebens” ist eine Hommage an das Leben, die Liebe und die Zukunft. Caesare der am Anfang nur rüpelhaft erscheint, ist ein wunderbarer Protagonist, man muss ihn nur Schälen wie eine Zwiebel, denn erst dann kommt sein wahrer Charakter zum Vorschein. Da mich das Buch von der ersten Seite in den Bann gezogen hat, bekommt es fünf von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung, denn dieses Buch muss man einfach lieben.

Mein Dank geht an den Pendo Verlag, der mir das Buch freundlicherweise zur Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

 

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