Lesemonat März und April

Bevor ich nun zu meinen Lesemonaten März und April komme, wünsche ich allen Mütter einen zauberhaften Muttertag. Genießt ihn.

K4 war ja im November Corona positiv, damals traf es nur ihn. Mein Mann, Mr Fogg und ich blieben negativ. Am ersten Tag nach den Osterferien machte ich bei Mr Fogg einen Corona Test, der innerhalb von Sekunden positiv war. Dieses Mal haben wir uns alle zeitversetzt angesteckt. Da ich Homeoffice arbeite, zählt einer positiver Test nicht, dass ich nicht arbeiten kann. Irgendwie dachte ich, nach dem wir all die Zeit davon gekommen sind, dass es uns nicht treffen wird. Komme wir nun aber zu meinem Lesemonat März…

März

  1. Guiterrez, Monica: Der fabelhafte Buchladen des Mr. Livingstone: Dieses Buch habe ich gelesen, da ich das Cover einfach nur zuckersüss fand. Anfangs lernen wir Agnes kennen, Agnes ist Ärchologin, die gehofft hat, sie könnte in London eine bessere Stelle finden als in ihrem Heimatland. Per Zufall findet sie den Buchladen unseres verschrobenen Buchhändlers Mr. Livingstone kennen. Da Agnes dringend Geld benötigt, fängt sie als Aushilfe in diesem zauberhaften Buchladen an. Da ich die unterschiedlichsten Charaktere mochte, habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen.
  2. Brown, Karma: Todsichere Rezepte für die moderne Hausfrau: Dieses Buch habe ich per Zufall in der Bücherei gefunden. Wie viele Frauenbücher spielt es auf zwei Zeitebenen. Mir hat die historische Zeitebene besser gefallen als die Gegenwartszeit. Phasenweise musste ich während des Lesens an Kings Christine denken.
  3. Caplin, Julie: Das kleine Chalet in der Schweiz: In ihrem neuesten Buch entführt die Autorin ihre Leser in die Schweiz. Nachdem Minas Beziehung in die Brüche gegangen ist, in ihrer Arbeit nicht alles rund läuft, entschließt Mina sich, dass es an der Zeit ist, dass sie ihre Patentante in der Schweiz besucht. Im Zug lernt sie Luke kennen. “Das kleine Chalet” in der Schweiz hat mein Fernweh geweckt. Dieses Buch eignet sich wunderbar für einen verregnet Sonntag auf der Couch.
  4. Hawke, Ethan: Hell strahlt die Dunkelheit: Hurra, endlich gibt es ein neues Buch von Ethan Hawke, der nicht nur ein toller Schauspieler ist, sondern auch wunderbare Bücher schreiben. Anfangs lernen wir unsere Protagonisten kennen. Unser Protagonist (Schauspieler) erlaubt sich einen sexuellen Fehltritt, der natürlich postwendend von der Presse ausgeschlachtet wird. Seine Frau ist fast noch berühmter als er. In New York nimmt er eine Rolle als Theaterschauspieler an. Ich habe mich gefragt, ob Ethan Hawke mit diesem Buch seine Ehe mit Uma Thurman aufgearbeitet hat.
  5. Natt och Dag, Niklas: 1793: 1793 lag sicher zwei Jahre ungelesen in meinem Regal rum und ich kam nicht zum Lesen. Bisher war noch nicht der ideale Zeitpunkt dafür. Da es aber in einer meiner absoluten Lieblingsstadt spielt, musste ich es nun einfach lesen. Es ist ein sehr düsterer Krimi und der Autor hat es geschafft, dass ich mir Stockholm bildlich vorstellen konnte. 1794 wartet nun darauf gelesen zu werden.
  6. Hillenbrand, Tom: Goldenes Gift ( Ein kulinarischer Krimi; Xavier Kieffer ermittelt): Kiefer ermittelt wieder und das auf eine gewohnt solide Art und Weise.
  7. Thorogood, Robert: Mrs Potts’ Mordclub und der tote Nachbar: Ein Krimi, dessen Auflösung mich wirklich überrascht

Bereiste Ländern: Amerika, Belgien, Deutschland,Frankreich, Schweden

Ich verzichte bewusst auf Sterne, da Sterne für mich einfach nicht aussagekräftig genug sind. Der März war ein solider Lesemonat. Es war allerdings kein Buch dabei, über das ich sagen könnte, es wäre das absolute Highlight gewesen. Alle Bücher haben mich auf unterschiedliche Art und Weise gut unterhalten.

  1. Bernhard, Hennen ; Corvus, Robert: Die Phileasson Saga, Nordwärts (Band 1). Dies ist der Auftakt einer mehrreihigen Serie.
  2. Prose, Nita: The Maid (Ein Zimmermädchen ermittelt). Auf dieses Buch hatte ich mich am meisten gefreut und wurde doch ziemlich enttäuscht. Wir haben es mit einem “weiblichen” Monk zu tun. Molly Gray arbeitet als Zimmermädchen in einem Luxushotel. Da ihre Mutter sie früh verlassen hat, lebte sie bei ihrer Großmutter, die zu Beginn des Buchs an Krebs verstorben ist. Ihre Großmutter hat ihre sehr viele Weisheiten vermittelt, an die sie sich sklavisch hält. Da sie keine Übung im sozialen Umgang mit anderen Menschen hat, tritt sie von einem Fettnäpfchen ins Nächste und vertraut den falschen Menschen, das ihr zum Verhängnis werden sollte. Als sie über die Leiche eines Gastes stolpert, wird sie als Tatverdächtige verhaftet. Gemeinsam mit dem Chefportiers und Juan macht sie sich auf die Suche nach dem wahren Mördern, den wir aber erst im Epilog kennen.
  3. Zeh, Juli: Über Menschen: Dieses Buch habe ich Rahmes meines Litarturkreises gelesen und über dieses Buch haben wir heftig diskutiert. Dieses Buch lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Man muss Widerspruch nicht auflösen, man muss sie aushalten könnten.
  4. Pickford, Felicity: Willkommen im kleine Grandhotel: Kurz vor Weihnachten bekommt Charlotte Williams die Einladung, sie können im kleinsten Grand Hotel ihre Weihnachtstage verbringen. Charlotte, die kein Geld hat um sich dieses teueren Aufenthalt leisten zu können, wittert deshalb erst einmal eine Falle. Da aber alles rechtens ist und sie keine Familie hat, macht sie sich auf den Weg nach Schottland, um dort Weihnachten zu verbringen. Da das Buch relativ ist, lässt es sich hurtig lesen. Es gehört aber zu den Bücher, die nicht lange nach hallen, sondern in der Schublade des Vergessens landen.
  5. Jonas, July May: Vladimir: Vladimir wurde mir von meinem Mann empfohlen, da es mir zu teuer war., habe ich, damit ich es lesen konnte, einen Kaufantrag in der Bücherei gestellt. Unsere namenlose Erzählerin ist Professor an einem Kollege, dort unterrichtet sie Englische Literatur. Ihr Mann ist ebenfalls Professor allerdings wird gegen ihren Mann ermittelt, er soll Studentin zu sexuellen Handlungen gezwungen haben und ist somit freigestellt. Als Vladimir, ein Juniorprofessor, ans College kommt, entwickelt unsere namenlose Protagonistin folgenschwere Obsession für Vladimir. Ein Debüt, das mich von der ersten Seite an fesseln, man braucht aber Geduld. 
  6. Colombani, Laetitia: Das Mädchen mit dem Drachen: Ich habe die anderen Bücher der Autorin gelesen und die fand ich richtig gut fand. Als ich sah, dass die Autorin ein neues Buch heraus gebracht hat, musste ich einfach lesen. Für mich war es ein Megaflopp und ich war froh als ich es zu Ende gelesen habe. Die Autorin versucht eine Geschichte über eine Lehrerin zu schreiben, deren Mann bei einem schrecklichen Attentat umgekommen ist. In Indien versucht sie dieses Trauma zu überwinden und in ihr altes Leben zurückkehren zu können. Der Schreibstil des Buchs war furchtbar zäh und ich wurde mit dem Buch überhaupt nicht warm.
  7. Leo, Maxim: Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße: Dieses Buch war auch ein Zufallsfund aus der Bücherei. Unser Held wird über Nacht in den Heldenstatus erhoben obwohl er ein ganz normaler Bürger ist, der bis dato ein langweiliges Leben geführt hat und wie es der Zufall will in eine Rolle gedrängt wir, die ihm überhaupt nicht liegt.
  8. Baumheimer, Anja.: Die Erfindung der Sprache: Dieses Buch fand ich im Gegensatz zu Oh William! richtig gut. “Die Erfindung der Sprache” wollte ich schon immer mal lesen. Kam aber nie dazu. Wir lernen Adam Riese kennen. Irgendwie musste ich bei Adam Riese an Don Tillmann aus der Rosie Trilogie denken. Adam wächst als Einzelkind auf einer Insel auf. Seine Oma und Eltern versuchen den Aussenseiter liebevoll großzuziehen. Als Adam 13 Jahre alt, geschieht ein Unglück und Adams Vater verlässt die Familie und die Mutter verstummt. Jahre später findet Adams Mutter ein Buch im örtlichen Buchladen und erahnt am Klappentext, dass ihr Mann noch am Leben ist. Adam, der wie Don Tillmann oder Sheldon Cooper, keine Veränderungen mag, macht sich mit Zola auf der Suche um seinen verschollenen Vater zu suchen.
  9. Strout, Elizabeth: Oh William! Wenn ich in meinem Rückblick über dieses Buch nach denke, merke ich, dass ich mir unbedingt Notizen machen sollte. Ich habe es gelesen, fand es während des Lesens auch gut. Merke nun aber ganz deutlich, dass es nicht so gut war,
  10. Heidenreich, Elke: Hier geht’s lang! Mit Büchern von Frauen durchs Leben. Bisher hatte ich noch kein Buch von Elke Heidenreich gelesen. In diesem Buch schildert sie, wie ihre Leidenschaft zu Büchern geweckt wurde und das sie eine hungrige Leserin ist. So gibt Elke Heidenreich jedem Buch und eine Stunde Zeit und Bücher, die sie nicht fesseln können, bricht sie gnadenlos ab. Sie geht in ihrem Buch auch auf das unterschiedliche Leseverhalten von Männern und Frauen ein. Immer mit Blick auf Ruth Krügers Essay zu diesem Thema. Dieses Buch habe ich an einem Samstag Nachmittag gelesen und war der literarische Abschluss des Monats
  11. Armentrout, Jennifer L.: Blood and Ash (Liebe kennt keine Grenzen): Dieses Buch wird auf Youtube mega gehypt und ich kann den Hype, der um das Buch gemacht wird, so gar nicht verstehen. Wahrscheinlich bin ich a) zu alt für das Buch oder b) bin ich nicht die richtige Zielgruppe für das Buch. Anfangs lernen wir Poppy kennen (deren richtigen Namen ich mir nicht merken kann). Poppy ist die Jungfräuliche und wird vom richtigen Leben abgeschirmt. Wir lernen Poppy kennen als sie an einem Ort ist, den sie niemals aufsuchen dürfte. Dort trifft sie auf Hawke, der später ihr Leibwächter werden sollte. Nach dem ich die ersten sieben Kapitel gelesen haben und absolut nichts passiert ist, wollte ich das Buch abbrechen. Irgendwie bzw. irgendwann konnte ich dann doch noch ins Buch eintauchen und ich habe es beendet. Gegen Ende wird es dann doch etwas besser und endet mit einem fiesen Cliffhanger. Poppy erfährt Dinge, die ihr ganzes Weltbild erschüttern lassen und so werde ich wohl den 2. Band auch noch lesen. Band 2 ist draußen und Band 3 kommt morgen raus.

Bereiste Länder: Amerika, England, Deutschland, Frankreich, Österreich, Schottland und Indien

Das waren der Februar und der März. Nächste Woche am Samstag trifft sich mein Lesekreis und wir werden über ” das Schlimmste kommt nicht” von Charles Bukowski diskutieren. Ich sollte mal hurtig mit dem Lesen des Buchs beginnen.

Digitale Buchpremiere: Die Welt der Technik in 100 Objekten

Von einem Cembalo aus dem Venedig des 16. Jahrhunderts über den Benz-Patent-Motorwagen Nr. 1 und die Aufnahme Röntgens von der Hand seiner Frau bis zu einer Recyclingtasche und dem mRNA -Impfstoff gegen COVID -19 von BioNTech – dieses Buch unternimmt eine Reise zurück in die Vergangenheit und am Schluss vorwärts in die Zukunft, um zu erzählen, wie die Menschen im letzten halben Jahrtausend die Welt mit Technik erst erforscht und dann verwandelt haben, wie aber auch sie selbst und die Gesellschaft durch technische Erfindungen geprägt wurden. Es erzählt diese Geschichte anhand von Objekten, die aus dem Deutschen Museum stammen, dem größten Wissenschafts- und Technikmuseum der Welt.

Jedes der 100 Objekte erzählt seine Geschichte auf mehreren Ebenen: was zu seiner Erfindung führte, für welche Zeit es geschaffen wurde, wie es die Beziehung des Menschen zur Wirklichkeit und nicht zuletzt diese Wirklichkeit selbst verändert hat, wie sein Lebenslauf aussah und schließlich auch, auf welchen Wegen es ins Deutsche Museum fand. Auf diese Weise entstehen anschauliche, facettenreiche Porträts, in denen sich sowohl die Entwicklungslinien von Naturwissenschaft und Technik als auch die großen Zusammenhänge der Weltgeschichte spiegeln.    

Digitale Buchpremiere am: 12 Mai 2022

Wann: 19 Uhr

Die Welt der Technik in 100 Objekten
Buchvorstellung mit Wolfgang M. Heckl, 
Carola Dahlke und Silke Berdux
 
Grußworte: Jonathan Beck und Wolfgang M. Heckl
Moderation: Jeanne Rubner

Lesemonat Februar

Seit ich wieder arbeite, habe ich das Gefühl, die Zeit rast nur so dahin. Kaum zu glauben, dass bereits wieder ein Viertel des Jahres vorbei ist. Konnten wir letztes Wochenende noch im T-Shirt verbringen, haben wir nun “tiefsten Winter”. Vielleichten sollten wir Weihnachten im April feiern und Ostern im Dezember 🙂

Kommen wir nun aber zu meinen gelesenen Büchern, sehr viele waren es leider nicht aber für mehr fehlt mir einfach die Zeit.

Februar:

1.Wolff, Iris – die Unschärfe der Welt: Mit diesem Buch begann der Lesemonat Februar und ich weiß nur noch, dass mich das Buch überhaupt nicht erreichen konnte. Während ich gerade versuche, mich an den Inhalt zu erinnern, merke ich, dass ich mir dringend Notizen zu meinen gelesenen Bücher machen sollte, damit sie länger haften bleiben.

2. Leblanc, Maurice: Arsene Lupin (Gentlemen-Gauner): Ich weiß noch, dass ich dieses Buch gelesen habe als ich mich auf den Weg zur Bücherei gemacht habe. Es war bereits vorbestellt und ich wollte es anlesen und schauen, ob es mir gefällt oder nicht. Für den Fall, dass es mir nicht ansprechen sollte, könnte ich es gleich wieder abgeben und der nächste Leser*in könnte es direkt nach mir lesen. Obwohl es mir anfangs überhaupt nicht zusagte, habe ich dir ersten Kapitel gelesen und irgendwann konnte es mich doch noch packen und ich habe es zu Ende gelesen. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass ich einen Krimi gelesen habe, sondern für mich waren es in sich abgeschlossene Kurzgeschichten. War okay aber weitere Bücher muss ich einfach nicht lesen.

3.Sommerfeld, Mila: Zeit des Sturms: Dies ist der Auftakt einer Trilogie. Anfangs lernen die drei Schwestern der Familie Wagner kennen und wenn ich mich recht erinnern kann, nimmt uns die Autorin mit ins Jahr 1933 und endet kurz nach dem 2. Weltkrieg. Die Autorin raste mir zu sehr durch die Zeit, sodass viele Charaktere zu schwarz-weiß blieben und keine Tiefe hatten und dadurch sehr eindimensional blieben. Da es ein typischer Familienroman war, hatte ich nicht das Gefühl, irgendwas Neues gelesen zu haben.

4.Taddeo, Lisa: Animal: Kommen wir nun zu Animal. Animal hatte ich in der Zeit, in der ich es daheim hatte, zwei angelesen und wieder abgebrochen. Irgendwie kam ich über die ersten beiden Kapitel nicht raus. Ich mochte weder den Schreibstil, noch wurde ich mit der Protagonistin warm. Nach dem ich das Buch zweimal verlängert hatte, war es wieder vorbestellt und ich hatte die Wahl, entweder bringe ich es ungelesen wieder in die Bücherei zurück oder ich gebe dem Buch noch eine 3. Chance und suchte es weg. Beim dritten Anlauf konnte es mich doch noch packen. Ich muss dazu aber auch sagen, dass man einem der Lisa Taddeos Schreibstil liegen muss. Ihren Schreibstil ist sehr direkt und schroff. Es zeigt aber auch, dass ihre Protagonistin es schafft, dass sie nicht länger Opfer ist, sondern sich, auf dem Weg zu sich selbst, auch wehren kann auch wenn sie dabei zur Mörderin wird.

5.Franzen, Jonathan: Crossroad (Bd.1): Dieses Buch hätte ich ohne meinen Lesekreis wahrscheinlich niemals gelesen. Obwohl dieses Buch über 830 Seiten stark ist, spielt es lediglich an zwei Tagen. Anfangs lernen wir in jedem Kapitel eine Mitglied der Familie Hildebrandt kennen, eine typische, amerikanische Familie. Familie Hildebrandt besteht aus Vater (Russ), Mutter (Marion) und den vier Kindern (Clem, Becky, Perry und dem Nachzügler). Der Nachzügler, dessen Namen ich bereits wieder vergessen habe, spielt aber auf Grund seines Alters keine große Rolle. Ich mal gespannt, ob sich dies ändern wird, wenn er alt genug ist um in die Handlung eingreifen zu können aber das werden wir sicher erst im nächsten Band erfahren. Obwohl es sich um eine sechsköpfige Familie handelt, gab es im Buch kaum Interaktionen zwischen den einzelnen Familienmitgliedern. So hat keiner so richtig wahrgenommen, wie schnell Perry in die Drogensucht hinein rutschte alle Mitglieder der Familie waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt. In vielen Rückblenden erzählt Franzen, was Marion in ihrer Jugend miterlebt hat und wie sehr diese Ereignisse sie so geprägt haben, dass sie sie nicht loslassen und sie sucht die Schuld bei sich als sie denkt, Perry könnte ebenfalls depressiv sein wie sie selbst. In unserem Lesekreis haben wir sehr kontrovers über dieses Buch diskutiert. Dieses Buch hätte mich schier in den Wahnsinn getrieben und ich wollte es ungelesen zurück bringen. Da ich bei der Leserunde mitreden wollte, habe ich bis zum bitteren Ende durchgehalten.

6.Christie, Agatha: Betram’s Hotel. Dieses Buch habe ich bereits vor ein paar Jahren gelesen und nun war es an der Zeit, dass ich es noch mal lesen wollte. Jane Marple wünschte sich von ihrem Neffen, dass sie eine Woche in dem zauberhaften Hotel verbringen dürfte. Vor vielen Jahren verbrachte sie dort ein paar Tage mit ihrer Tante dort. Damals war sie nicht ein junges Mädchen. Nun, wenn ich das Wort “Mädchen” schreibe, fehlt mir ein, dass A. Christie alle Frauen, die noch keine 60 sind als Mädels bezeichnet. Nach dem ihr Neffe sich als so großzügig erweist, macht sich Jane auf den Weg nach London um eine Woche im noblen Bertrams zu verbringen. Anfangs scheint alles normal zu sein, es herrscht die gleiche Atmosphäre wie damals. Die Angestellten sind sehr zuvorkommend, dennoch hat Jane Marple das Gefühl, dass nichts echt ist. Ihre frühere Bekannte muss erkennen, dass die Leute, die ihr so bekannt vorkommen, doch nicht die sind, die sie zu kennen scheint. Die Handlung scheint auf den ersten Blick sehr behäbig zu sein. Obwohl es ein Krimi ist, passiert lange Zeit nicht viel. Dies hat mich in dem Buch nicht gestört, denn in “Ruhe unsanft” ist es nicht anders aber bei Agatha Christie kommt es meist anders als man denkt. Mir persönlich liegen die Bücher um Jane Marple mehr als die Krimis um Hercule Poirot. Während Miss Marple ihre Schlüsse anders zieht, sie nutzt ihr Alter recht geschickt aus, um an Informationen zu kommen, finde ich Poirot zu hochnäsig aber so unterscheiden sich die Geister.

7.Arenz, Ewald: Der große Sommer: Während seine Familie sich auf den Weg in der Urlaub macht, muss Frieder seine Sommerferien bei seinem Großeltern verbringen Frieders Oma ist eine herzensgute Frau, während ihr Mann sehr streng ist und Kinder scheinbar nicht mag. Er erstellt Frieder einen präzisen Plan, morgens hat Frieder zu lernen und nachmittags darf er sich sein Taschengeld mit Botengängen verdienen. Heimlich liest er das Tagebuch seiner Großmutter und erfährt so einiges über seine Familie. “Der große Sommer” beschreibt einen Sommer, den Frieder nie vergessen wird. Es ist ein Sommer in dem er ein ganz, schönes Stück über sich hinaus wächst und seine große Liebe, Beate, kennen lernen wird. Beate ist das Mädchen, mit dem er Sex haben wird aber es ist aber auch ein Sommer, in dem er Tod ins Auge schauen muss. Seine Schwester arbeitet als Aushilfe in einem Altenheim und gemeinsam begleiten sie eine Frau beim Sterben, damit diese in ihren letzen Minuten nicht alleine sein muss. Dieses Buch zeigt, wie wichtig Freunde sind und wie schwer es ist, wenn man Entscheidungen treffen muss, die nicht sehr bequem sind.

8.Skybäck, Frida: Das Geheimnis des Bücherschranks: Dieses Buch musste ich lesen, da es in Schweden spielt und Stockholm zu meinen absoluten Lieblingsstädten gehört. Als Rebeccas Oma sich den Arm bricht, macht sich unsere Protagonistin auf den Weg um nach ihrer Oma, bei der sie den Großteil ihrer Jugend verbracht hat, um nach dem Rechten zu schauen. Im Job und in der Beziehung läuft alles andere als rund und so kommt es Rebecca recht, dass sie ein paar Tage Auszeit nehmen kann. Schnell muss Rebecca feststellen, dass ihrer Oma gewisse Dinge über den Kopf gewachsen sind und sie dringend Hilfe braucht. Im Bücherschrank findet sie das alte Tagebuch ihrer Oma, dass sie, welch Überraschung (Achtung Ironie) in die Zeiten unser schrecklichen Vergangenheit führt. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich eine solche Konstellation in zig Büchern gelesen habe und es zu einem Einheitsbrei mutiert. Nun könnte man sich fragen, warum ich das Buch dennoch gelesen habe, wo es doch so schrecklich vorhersehbar war (auch die Sache mit dem knurrigen Nachbarn, der im Verlaufe des Buches noch an Bedeutung gewinnen wird). Ich habe es gelesen, da es in der Nähe von Stockholm spielt und ich wissen wollte, ob sich das Buch von anderen Büchern hervorhebt….Macht es nicht aber es spielt halt in Schweden… wobei Stockholm sich auch durch München, Hamburg oder Paris austauschen lassen lässt. Es war ein nettes Buch für zwischendurch, mehr halt aber auch nicht…

Abgebrochen:

Le Tellier, Herve: Die Anomalie: Auf dieses Buch hatte ich mich richtig gefreut. Das Buch wurde von Denis Scheck sehr gut besprochen und hat es in den Himmel gelobt. Für mich war aber nach 130 Seiten Schluss und somit kenne ich den Schluss nicht. Mich hat es gestört, dass in dem jedem Kapitel eine andere Figur vorgestellt wurde und immer, wenn, es zu dem Unglück kam (es wird auch mit einer Münze verglichen, die hochgeworfen wurden, nicht aber herunterfällt, wie es Münzen so tun, sondern in der Luft schweben bleibt) war das Kapitel zu Ende. Da mich das Buche emotional überhaupt nicht erreichen konnte und ich mich ständig gefragt habe, was möchte der Autor mir vermitteln, habe ich es abgebrochen. Prinzipiell war es kein schlechtes Buch aber leider auch kein Buch, das mich so fesseln konnte, um mich bis zum Ende bei der Stange zu halten.

Das war mein Lesemonat Februar, der sehr durchwachsen war. Ich habe für mich beschlossen, wie auch in den anderen Lesemonaten, dass ich keine Sterne mehr vergeben werden. Sterne sagen mir zu wenig über ein Buch. Wobei ich gestehen muss, dass ich, wenn mir ein Buch nicht gefallen hat, nur Bewertungen lese, deren Rezensenten nur 1-2 Sterne vergeben habe. Bevor ich aber ein Buch nicht beendet habe, schaue ich mir keine Rezensionen an, da mich diese doch zu stark beeinflussen würden und das versuche ich zu vermeiden. Ein richtig Highlight gab es im Februar nicht, mal sehen, wie es im März aussehen wird. Wäre es nicht schon so spät, würde ich nun meinen Lesemonat März folgen lassen…Wie war euer Lesemonat?

Happy Birthday Fernsehturm Stuttgart

Das Geburtstags”Kind” muss im Mittelpunkt stehen

Obwohl ich unter massiver Höhenangst leide, waren Mr Fogg und ich mindestens schon 100 mal oben. Mr. Fogg liebt “seinen” Fernsehturm heiß und innig. Wenn es nach ihm gehen würde, könnten wir jeden Tag unsere Runde auf der Kinderplattform drehen und unsere Blicke über den Stuttgarter Westen oder auch gen Flughafen schweifen lassen. Nun könnte man sich fragen, ob dies auf Dauer nicht langweilig werden könnte. Dies kann ich kann ganz klar verneinen. Dadurch, dass das Wolkenspiel immer anders ist oder einzelne Stadtteile anders von der Sonne bestrahlt werden, ist die Aussicht immer anders. Manchmal tut es einfach nur gut, sich vom Wind den Kopf auspusten zu lassen. Da wir schon so oft oben waren, ist Mr. Fogg so bekannt, dass ihn alle mit seinem Vornamen ansprechen. Wir haben schon viele lustige Augenblicke auf dem Fernsehturm erlebt. Für mich ist Heimat da, wo der Turm steht. In diesem Sinne: Happy Birthday, lieber Fernsehturm. Mögest du noch lange da stehen und uns das Gefühl von Heimat vermitteln.

Kommen wir nun aber zu den Fakten. Nach knapp 20 Monaten Bauzeit wurde der Fernsehturm am 05.02. 1956 eröffnet und gilt somit als erster Fernsehturm der Welt. Die Baukosten, die damals ca. 4 Millionen DM betrugen, wurden nach knapp vier Jahren wieder eingespielt. 1965 bekam der Fernsehturm royalen Besuch aus England, Queen Elizabeth II. speiste auf dem Fernsehturm (ob sie sich noch dran erinnern kann?) Ursprünglich wollte der damalige Süddeutsche Rundfunk seine Antennen für die Ausstrahlung der Fernseh- und der UKW-Radiosendungen auf einen der damals üblichen 200 Meter hohen, mit Drahtseilen gesicherten Eisen-Gittermasten stellen. Doch der Architekt hatte die Idee unsere Turm mit einem Aussichtsplattform und einem gastronomischen Angebot zu versehen, damit dieser für Touristen zugänglich ist. Dieser Plan ist vollkommen aufgegangen und der Stuttgarter Fernsehturm ist Wahrzeichen schlechthin. Die Lichter des Fernsehturms werden übrigens vom Stuttgarter Flughafen ausgesteuert, damit alle Piloten wissen, dass sie einen vorgeschriebenen Sicherheitsabstand einhalten müssen und die Sicherheit des Flugverkehrs nicht gefährden. Bei guter Weitsicht kann man die Flugzeuge starten und landen sehen.

2013 schloss der damalige OB von Stuttgart den Fernsehturm, da die Brandsicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte. Nach einer umfangreichen Sanierung konnte der Turm 2016 wieder eröffnen.


Quelle: Hier

Nun aber noch ein paar Worte zum Architekten Fritz Leonhardt (gebürtiger Friedrich Christof Leonhardt). Fritz Leonard kam am 11.07.1909 in Stuttgart zur Welt und starb am 30.12.1999 und gehörte zu den bekanntesten Architekten Deutschlands. Nach seinem Abitur, das er 1927 am Stuttgarter Dillmann-Realgymnasium machte (heute Dillmann Gymnasium (dort machte meine Tochter 2019 ebenfalls ihr Abitur)) studierte Leonhardt Bauingenieurwesen an der Technischen Hochschule. Er macht sich hauptsächlich einen Namen als Konstrukteur von Brücken, unter anderem die Rheinbrücke Köln-Rodenkirchen, die Mülheimer Brücke oder sein letztes Werk die Galata Brücke in Istanbul (1992)

Noch ein paar Fakten über den Fernsehturm

Ort: Stuttgart- Degerloch (nebenan sind die Stuttgarter Kickers beheimatet

Lage: 483 m ü. NHN

Besitzer: SWR

Zugänglich: Der Fernsehturm ist öffentlich zugänglich

Bauzeit: 1954/55

Gesamthöhe: 216, 61 Meter (bis zur Plattform sind es 150 Meter, der Aufzug legt 5 m/s zurück und die Fahrzeit dauert somit 36 Sekunden)

Informationen zu den aktuellen Öffnungszeiten und Eintrittspreisen findet ihr hier. Damit ihr auf den Turm besuchen könnt, braucht ihr einen 2 G Nachweis. Am Fuße des Turms gibt es ein Schnelltestzentrum, in dem Besucher vor Antritt des Besuches einen kostenlosen Schnelltest machen können. Auf der Homepage gibt es eine live Kamera, sowie einen Panoramablick.

Freitags Füller

1.  Es schneit leider viel zu wenig. Meine Jungs würden sich über Schnee freuen.

2.  Lesen ist die bessere Alternativ als sinnlos vor dem Fernseher zu sitzen.

3.  Ein Grund, warum ich Veganerin wurde ist, dass ich mir das sinnlose Töten von Tieren nicht mehr mit anschauen wollte.

4.  Rosenkohl und Broccoli sind meine Lieblingsgemüse im Winter.

5.  Die olympischen Spiele interessieren mich überhaupt nicht.

6.   Fleisch zu essen,kann ich mir nicht vorstellen

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich aufs Lesen , morgen habe ich geplant, dass ich mit meinem Sohn auf den Fernsehturm gehe (er wird morgen 66 Jahre alt) und Sonntag möchte ich lesen.

Die Idee stammt von hier.

Lesemonat Januar

Nach langer Zeit gibt es wieder einen Lesemonat. Diesen Rückblick schreibe ich, während ich mit Mr. Cohen in der Uniklinik Tübingen bin. Ich bin froh, dass es hier kostenloses WLAN gibt. Immerhin gibt es das, während es essentechnisch sehr mau. Von einer Grünen Stadt erwarte ich, dass es im Krankenhaus auch veganes Essen gibt. 2014 als Mr. Fogg in Tübingen zur Welt kam, war es kein Problem. Sieben Jahre später ist die Uniklinik nicht auf Veganer eingestellt. So bin ich eine Woche auf Diät.. Kommen wir nun aber zu meinen gelesenen Bücher. Was die Anzahl angeht, bin ich immer noch sehr unzufrieden mit mir aber es wird langsam wieder besser. Anfang September habe ich das Projekt gewechselt, weg von der Coronaimpfhotline aber immer noch beim gleichen Arbeitgeber und ich komme so langsam an. Hätte nie gedacht, dass ich mal im Callcenter landen.

1.Stanisic, Sasa: Herkunft: Dies habe ich im Rahmen meines Lesekreises gelesen. So richtig warm wurde ich mit dem Buch nicht aber es war eine lebhafte Diskussion. Diejenige, die das Buch vorgeschlagen hat, konnte uns über die politischen Verhältnisse aufklären.

2. Melcher, Lea: Aber vielleicht wird auch alles gut.: Ein Liebesroman, der auf zwei Zeitebenen spielt. Ich habe eine Weile gebraucht, um mit der Protagonistin warm zu werden. So richtig ist mir das Buch aber nicht im Gedächtnis geblieben.

3. Wolitzer, Meg: Die Zehnjahres Pause: Das war das erste Buch, das ich von Meg Wolitzer gelesen haben. Da die Protagonistinnen alle in meinem Alter waren, konnte ich mich gut in sie hinein versetzten. Es war zwar anders als ich es mir vorgestellt habe aber dennoch lesenswert. Die Autorin werde ich im Auge behalten

4. Eggers, Dave: Every: Kurz bevor Mr. Fogg auf die Welt kam, habe ich “Circle” gelesen und fand es schrecklich. Da ich neugierig war, habe ich mir “Every” vorbestellt. 2/3 des Buchs fand ich gar nicht so schlecht aber das letzte Drittel zog sich wie Kaugummi. Seit ich Every gelesen, stehe ich meinem googlehome sehr kritisch gegenüber. Das Ende hat mich sehr unbefriedigend zurück gelassen und ich könnte mir vorstellen, dass es noch einen dritten Teil geben könnte. “Every” und “Circle” können unabhängig von einander gelesen werden.

5. Houghton, Emily: Bevor ich dich sah: Dazu gibt es eine Rezension

6. Dare, Abi: Das Mädchen mit der lauternen Stimme: das ist ein Erstlingswerk einer nigerianischen Autorin. Obwohl Nigeria das 7. größte Land ist und eine boomende Filmindustrie hat, habe ich noch kein Buch einer nigerianischen Autor/in gelesen. Auf Amazon hat das Buch nur positive Rezensionen bekommen. Ich fand den Klappentext etwas irreführend. Am Anfang eines Kapitels gibt es eine Information über das Land. So habe ich nebenbei etwas über die nigerianische Kultur gelernt, was ich gar nicht mal so schlecht fand.

Stüben, Nathalie: Ohne Alkohol; die beste Entscheidung meines Lebens (Erkenntnisse, die ich gern früher gehabt hätte): Dieses Buch habe ich nur gelesen, da ich mir schon einige Videos der Autorin angeschaut habe. Die Autorin lebt seit ein paar Jahren selbst nüchtern. In ihrem Buch beschreibt sie, wie es dazu kam, dass sie selbst psychisch alkoholabhängig war und welche Abstürze sie selbst erlebt hat. Alkohol ist bei uns in Deutschland ein sehr heikles Thema. Viele haben den klassischen Alkoholiker bildlich vor sich. Wenn wir an Alkoholiker denken, denken viele an Menschen, die zitternd in der Ecke “liegen”, wenn sie auf Entzug sind. Nathalie Stuben räumt mit diesem gängigen Klischee auf und hat nun die Videoreihe, die Gesichter, die hinter der Sucht stehen, ins Leben gerufen. Letztes Jahr habe ich mir auf Tvnow die Sendung “Princess Charming” angeschaut und vor jeder Folge kam eine Alkoholwerbung, die mit Hinweis endete: Trinkt aber vernünftig. Nun könnte man sich die Frage stellen, was ist vernünftiges Trinken? Alkohol ist überall so präsent und gesellschaftsfähig, dass ich schief angeschaut werde, wenn ich sage, dass ich keinen Alkohol trinke. Dabei ist die Dunkelziffer, derer, die ein Problem mit ihrem Trinkverhalten haben, sehr groß.

Das waren meine Bücher aus dem Monat Januar. Was habt ihr schönes gelesen?

Houghton, Emily: Bevor ich dich sah

Als Alice Gunnersley ausgerechnet das Krankenhausbett neben dem immer gut gelaunten Alfred Mack zugeteilt wird, kann sie ihr Pech kaum fassen. Denn während Alfie in einer Tour quasselt, will Alice einfach nur ihre Ruhe haben. Seit sie mit schweren Verbrennungen ins St.-Francis-Hospital eingeliefert wurde, spricht sie mit niemandem, vermeidet jeden Blick in den Spiegel und hält den Vorhang, der ihr Bett vom Rest der Station trennt, fest verschlossen. Als sie eines nachts jedoch hört, wie Alfred heftige Albträume quälen, wird ihr klar, dass sie nicht die einzige ist, die mit ihrem Schicksal hadert. Von nun an teilen sie Nacht für Nacht ihre Ängste und Sorgen miteinander. Gemeinsam stellen sie fest, dass es in Ordnung ist, wenn das Leben mal nicht in Ordnung ist. Dass die unsichtbaren Verletzungen oft mehr weh tun als die sichtbaren. Dass die Welt da draußen manchmal mehr Mut erfordert als ein Krankenhausaufenthalt. Und dass man sich in einen Menschen verlieben kann, ohne ihn je gesehen zu haben…

  • Herausgeber ‏ : ‎ Heyne Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (12. Juli 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 432 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 345342543X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453425439
  • Originaltitel ‏ : ‎ Next to you (Dort findet ihr einen Steckbrief und ein Interview mit der Autorin. Hatte gehofft, dass dies auch auf der Verlagshomepage zu finden wäre)

Kurz bevor ich dieses Buch las, habe ich Every von Dave Eggers gelesen und war mächtig enttäuscht. Vielleicht schreibe ich zu diesem Buch auch noch eine Rezension. “Bevor ich dich sah” war ein absoluter Zufallsfund in der Bücherei gewesen. Hin und wieder schaue ich nach, was unser Bücherknast an Neuerscheinungen erworben hat. Da mich das Cover neugierig gemacht habe, musste ich es vorbestellen und freue, dass ich dieses Buch gelesen habe. Solltet ihr das Buch auch lesen wollen, dann haltet Taschentücher bereit, denn die könntet ihr brauchen.

Nach einer anstrengenden Woche auf der Hotline, mit sehr vielen Todesfällen, habe ich dieses Buch weggesichtet und es hat mich emotional sehr berührt.

“Nur wenn du verwundbar bist, wird dich die Liebe finden”, ist ein sehr stimmiges Motto. Warum hat mich das Buch emotional so berührt? Anfangs lernen wir Alice und Alfie kennen. Alfie muss man einfach lieben, denn Harry Potter gehört zu seinen absoluten Lieblinsgbüchern. Alice und Alfie lernen sich im Krankenhaus kennen. Alice wurde nach einem schweren Brandfall ins Krankenhaus eingeliefert. Alfie nach einem schweren Autounfall, infolgedessen ihm ein Bein amputiert werden musste. Tagsüber ist Alfie eine Frohnatur, der seine Zimmernachbarn aufheitert, wo er nur kann. Jede Nacht hat er den gleichen Alptraum. So erlebt er diesen schweren Autounfall immer wieder aufs Neue. Hilflos muss er zuschauen, wie seine Freunde bei dem Unfall sterben und er nichts aber auch nichts für sie tun kann. Dann kommt Alice zu ihm ins Zimmer. Alice wurde bei einem Brand schwer verletzt. Anfangs irritierte es mich, dass in einem Krankenzimmer alle kunterbunt zusammen liegen. Im Verlauf des Buches habe ich es ausgeblendet und danach hat es mich auch nicht mehr gestört. Alice hat, seit sie auf die Rehastation gekommen ist (aber auch davor), kein Wort geredet. Doch Alfie hat es geschafft, dass sie sich Stück für Stück öffnet. Sie ist es, die für Alfie da ist, ihm die Hand hält, wenn er Alpträume hat. Obwohl Alfie sie nicht sehen kann, ihre Kabine ist von seiner abgetrennt, verliebt sich Alfie in die Unbekannte. Alice Lebensmut ist völlig abhanden gekommen und wird auch erst dann wieder geweckt als ihre beste Freundin aus Australien kommt und sie aufheitert. Sarah ist auch diejenige, mit der sie sich ihr “neues” Gesicht anschaut und völlig verzweifelt als sie ihr neues “Ich” entdeckt. Obwohl Alice ihre Entscheidungen gründlich überlegt, stimmt sie einer weiteren Op zu. Ihre Bff gibt ihr den Rat, dass sie es nicht überstürzen soll.

Kommen wir aber noch mal zu Alfie zurück. Nachts reden Alice und Alfie über die Dinge, die sie besonders belasten. Beiden haben wir Päckchen zu tragen und diese nächtlichen Gespräche scheinen beiden sehr gut zu tun. Ob Alice sich nun wirklich noch mal operieren wird, wird hier nicht verraten.

Ich habe gerade noch mal gelesen, was ich bisher geschrieben und habe habe feststellen müssen, dass ich es noch nicht geschafft zu mitzuteilen, warum mich das Buch so geflasht hat. Würde ich jemand von diesem Buch erzählen, würde ich sagen, dass mich der Schreibstil von der ersten Seite an völlig gefesselt hat. Obwohl die Handlung an einem Ort stattfindet, an dem ich nicht gerne wäre, ist es kein trostloser Ort. Ganz im Gegenteil, wir lernen sehr viele Charakteren kennen, die ihre Ecken und Kanten haben. In einer Rezension habe ich gelesen, dass sie mit Alice nicht warm wurde. Ich kann Alice Reaktion als sie ihr neues “Ich” das erste Mal sieht, vollkommen nachvollziehen. Meine Tochter kam 2002 mit einer doppelseitigen Lippen-Kiefer-Spalte zur Welt und ich war anfangs vollkommen geschockt, hat sich aber recht schnell gelegt. Wir leben in einem Zeitalter, in dem uns die Werbung suggeriert, wir müssten dieses oder jenes Produkt nehmen, damit unsere Wimpern mehr Volumen haben. Als Alice ihr eigenes Spiegelbild sieht, ist sie so geschockt, dass sie ohne mit der Wimpern zu zucken einer schwereren Op zustimmt. Wer würde das nicht machen, wenn er nach der Op wieder “normaler” aussieht?

Ich mochte aber nicht nur die beiden Hauptcharaktere sondern auch Alfie Mutter. Alfies Mutter ist einer herzensgute Frau, die das ganze Zimmer mit Essen versorgt und nicht mit ihrem eigenen Schicksal hadert. Als Alfies Mutter mit ihm schwanger war, bekam ihr Mann die furchtbare Krebsdiagnose an der auch sterben sollte, bevor Alfie zur Welt kam. Alfies Mutter verliebte sich in dessen besten Freund, den sie auch heiraten sollte und den Alfie Dad nennt, da er seinen leiblichen Vater nie kennen gelernt hat.

Im Verlaufe des Buchs kam der furchtbare Satz: Alice hatte einen Herzstillstand. Während ich diesen Satz las, dachte ich nur: “liebe Autorin, dass kann nicht dein Ernst sein”. Du kannst Alice nicht sterben lassen. Nicht zu diesem Zeitpunkt als Alice und Alfie sich näher kommen.

“Bevor ich dich sah” ist ein Buch, das meinen Lesehunger wieder geweckt hat. Es mag “nur” ein Liebesroman sein, der sich scheinbar locker lesen wird aber es ist ein Buch, das ich super gerne gelesen habe. Der Schreibstil hat mich so gefesselt, dass ich es gestern Abend noch zu Ende lesen musste, obwohl ich nach einer mental anstrengenden Arbeitswoche zu müde war. “Bevor ich dich sah” hat sehr viele Emotionen in mir geweckt. Ich habe mit Alfie mitgelitten als sein Bettnachbar Mr. P gestorben ist und er mit sich gehadert hat, dass er nicht mehr getan hat, damit Mr. P überleben konnte. Mr. P, 93 Jahre alt und Alfie haben sich ständig geärgert. Obwohl Mr. P nur eine Nebencharakter war, habe ich ihn gemocht. Selten hat mich ein Buch so in den Bann gezogen wie dieses. Dabei ist keine hochtrabende Literatur aber manchmal brauche ich einfach nur Bücher, die mich berühren. Lest dieses Buch selbst und macht euch ein eigenes Bild davon. Von mir bekommt das Buch eine klare Leseempfehlung. Anscheinend wurde das Buch auf Instagram sehe gehypt aber davon habe ich nichts mitbekommen. Was aber auch gut war, denn sonst hätte ich mich nicht unbefangen auf das Buch einlassen können.

Suche: Franzen, Jonathan: Crossroads (keine Rezi)

Ein Roman über eine Familie am Scheideweg: über Sehnsucht und Geschwisterliebe, über Lügen, Geheimnisse und Rivalität. Der Auftakt zu Jonathan Franzens Opus magnum «Ein Schlüssel zu allen Mythologien» – einer Trilogie über drei Generationen einer Familie aus dem Mittleren Westen und einem der größten literarischen Projekte dieser Zeit.

Es ist der 23. Dezember 1971, und für Chicago sind Turbulenzen vorhergesagt. Russ Hildebrandt, evangelischer Pastor in einer liberalen Vorstadtgemeinde, steht im Begriff, sich aus seiner Ehe zu lösen – sofern seine Frau Marion, die ihr eigenes geheimes Leben lebt, ihm nicht zuvorkommt. Ihr ältester Sohn Clem kehrt von der Uni mit einer Nachricht nach Hause zurück, die seinen Vater moralisch schwer erschüttern wird. Clems Schwester Becky, lange Zeit umschwärmter Mittelpunkt ihres Highschool-Jahrgangs, ist in die Musikkultur der Ära ausgeschert, während ihr hochbegabter jüngerer Bruder Perry, der Drogen an Siebtklässler verkauft, den festen Vorsatz hat, ein besserer Mensch zu werden. Jeder der an einem Scheideweg stehenden Hildebrandts sucht eine Freiheit, die jeder der anderen zu durchkreuzen droht.

Jonathan Franzen ist berühmt für seine Gegenwartspanoramen mit ihren unvergesslich lebendigen Figuren. Jetzt, in «Crossroads», einer aus mehreren Perspektiven erzählten Geschichte, die sich im Großen und Ganzen an einem einzigen Wintertag entrollt, nimmt er den Leser mit in die Vergangenheit und beschwört eine Welt herauf, die in der heutigen noch nachhallt. Ein Familienroman von beispielloser Kraft und Tiefe, mal komisch, mal zutiefst bewegend und immer spannungsreich: ein fulminantes Werk, in dem Jonathan Franzens Gabe, im Kleinen das Große zu zeigen, in Erscheinung tritt wie nie zuvor.

In unserem Lesekreis lesen wir dieses Buch, wir haben zwar 18 Zweigstellen und eine ZB aber es ist überall ausgeliehen. Gibt es jemand, der sich von dem Buch trennen möchte (wenn auch nur temporär)?

Guten Rutsch und ein frohes, neues Jahr

Ein Jahr mit sehr vielen Höhen und Tiefen neigt sich seinem Ende zu und das ist auch gut. Das Böllerverbot macht sich schon bemerkbar. Es ist deutlich leiser und meine Katzen müssen sich nicht unter dem Bett verstecken. Mein Mann findet es schade, dass er nicht Böllern darf. Für mich dagegen ist es kein Verlust.

2021 hat uns allen sehr viel abverlangt, besonders aber von unseren Kindern, die auf besonders viel verzichten mussten. Ich wünsche uns allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Möge es besser werden als 2021. Für 2022 habe ich mir vorgenommen, dass ich wieder mehr lesen und bloggen werden. Was habt ihr euch für das neue Jahr vorgenommen?

Frohe Weihnachten

Bevor ich es vergesse, wünsche ich euch einen besinnlichen 2. Weihnachtsfeiertag. So langsam neigt sich das Jahr dem Ende zu.

Nun leuchten wieder die Weihnachtskerzen
Nun leuchten wieder die Weihnachtskerzen
und wecken Freude in allen Herzen.
Ihr lieben Eltern, in diesen Tagen,
was sollen wir singen, was sollen wir sagen?
Wir wollen euch wünschen zum heiligen Feste
vom Schönen das Schönste, vom Guten das Beste!
Wir wollen euch danken für alle Gaben
und wollen euch immer noch lieber haben.

Autor: Gustav Falke