Hansen, Jette: Inseltage

Der Auftakt zur erfolgreichen Spiekeroog-Reihe von Jette Hansen.

Ein Jobangebot auf einer Nordseeinsel: Versehen oder Wink des Schicksals?

Um ihrem ausgesprochen eifersüchtigen Freund zu entkommen, nimmt Franzi kurz entschlossen eine Stelle als Servicekraft auf Spiekeroog an. Erst dort wird ihr klar, auf was sie sich da eingelassen hat. Doch zum Glück nimmt ihre freundliche Vermieterin Meta sie unter ihre Fittiche.

Langsam findet Franzi sich zurecht und lernt die Insel lieben. Und nicht nur die Insel. Da ist der verheiratete Phillip mit seiner kleinen Tochter, den sie auf der Fähre kennengelernt hat. Und Tamme, der raubeinige Fischer, mit dem sie schon am ersten Tag aneinandergerät.

Nach den ersten aufregenden Wochen spürt Franzi, dass sie sich entscheiden muss zwischen ihrem alten und neuen Leben.

 

  • Taschenbuch: 282 Seiten
  • Verlag: Montlake (26. Mai 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 2496704879

inselIn unsere aktuellen Zeit ist es wichtig, dass wir Bücher lesen, die uns die Situation leichter machen und wir durchs Lesen ein wenig Lebensfreude zurück bekommen. Mr. Fogg, Mr. Cohen und ich wollten Anfang Mai für zwei Wochen nach Dänemark fahren, da dies aber nicht ging habe ich mich literarisch auf den Weg nach Spiekeroog gemacht. Dieses ebook habe ich über Netgalley zum Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt bekommen, herzlichen Dank dafür.

Anfangs lernen wir Franzi kennen. Die gelernte Zahnarzthelferin bekommt über die Agentur für Arbeit eine Stelle als Kellnerin auf Spiekeroog angeboten. Da sie sich von ihrem eifersüchtigen Freund trennen will, nimmt sie diese Stelle dankend an. Damit sie ihrem eifersüchtigen Freund, Alois, aus dem Weg gehen kann, reist sie eine Woche früher an. Da niemand mit ihrem Erscheinen gerechnet hat, ist für sie auch kein Zimmer gerichtet und sie landet bei Meta. Meta ist eine liebenswürdige ältere Frau, die ihr die Grundzüge des Kellners beibringt. Auf der Fähre trifft sie auf Philipp und seine Tochter Ann-Marie.

Nach und nach lebt sich Franzi auf der Insel ein und mit Hilfe von Tamme (Metas Neffe) findet sie schnell neue Freunde, die ihr das Einleben erleichtern. Edda, die Inhaberin des Inselbuchladens ist, muss man einfach mögen. Allerdings machen ihr Chef und ihr Exfreund Franzis Leben nicht leichter. Obwohl sie es nicht will, verliebt sie sich in den verheirateten Philipp und muss eine Entscheidung treffen.

“Inseltage” habe ich sehr gerne gelesen, allerdings fand ich es sehr befremdlich, dass die Charaktere im Buch immer noch SMS schreiben und nicht auf WhatsApp zurück greifen. Der Schreibstil der Autorin liest sich sehr angenehm und ich hatte während des Lesens das Gefühl, die Nordsee in der Nase zu haben und es hat mein Fernweh gepackt. Das Buch hat ein paar Schwächen (Zeichnung der einzelnen Charaktere) aber ansonsten war es lesenswert. Es ist das ideale Buch für einen Sonntag auf dem Balkon oder im Park. Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit Franzi, Tamme und Meta weitergehen wird.

 

 

 

Themessl, Sebastian: Wo dein sanfter Flügel weilt – Schuberts letzte Sinfonie- (ein musikgeschichtlicher Kriminalroman)

Der junge amerikanische Musikwissenschaftler Philip Mason ist Stipendiat in Wien. Das Thema seiner Forschungsarbeit lautet “Die Verbindungen zwischen der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung 1776 und der Wiener Klassik”. Im Zuge seiner Auseinandersetzung mit Schuberts letzter Symphonie findet er darin Chiffren und Bezüge auf Beethovens 9. Symphonie, die bislang der Öffentlichkeit vorenthalten worden sind.

Um die Hintergründe dieser geheimnisvollen Umstände zu recherchieren, begibt sich Mason weit in die Geschichte Europas zurück, in das legendäre “Sonderarchiv Moskau”. Auf einer fact finding mission in Südamerika verstrickt er sich schließlich immer mehr in krude politische Verschwörungstheorien, bis er begreift, dass seine wissenschaftliche Neugier lebensgefährlich geworden ist.

  • Gebundene Ausgabe: 412 Seiten
  • Verlag: HOLLITZER Verlag (11. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 399012806X
  • ISBN-13: 978-3990128060

flügel “Wo dein sanfter Flügel weilt” wurde mir als Rezensionsexemplar angeboten und da das Buch in Wien spielt, habe ich es mir zu schicken lassen. Ich habe das Buch in meinem Rucksack gepackt um es unterwegs lesen zu können aber ich fand erst den Einstieg nicht. Dann kamen die Corona Ausgangsbeschränkungen und mein Buch fristete ein einsames Dasein in meinem Rucksack. Nun, da ich wieder häufiger unterwegs bin, habe ich dieses Buch unterwegs verschlungen. Wirft man als geneigter Leser einen Blick auf das Cover, könnte man nicht davon ausgehen, dass man einen Krimi in den Hschänden hält, denn das Cover lässt vermuten, dass wir es mit einem musikalischen Werk zu tun haben aber erst der Zusatz macht es zu einem Krimi. Einem Krimi jenseits des gängigen Mainstreams, zu mal das Buch ganz anders aufgebaut ist als klassische Krimis. In der Regel lese ich Whoduints. Am liebsten lese ich Cosy Krimis und kann mit Krimis, in den uns die Autoren Leichen präsentieren, die immer abartiger hingerichtet werden, nichts anfangen. Wo fange ich an und wo ende ich? Ist der Tod wirklich ein Wiener?

Anfangs lernen wir Philipp Mason kennen. Er ist Musikwissenschaftler und kommt als Stipendiat nach Wien. Das Thema seiner Forschungsarbeit lautet “Die Verbindung zwischen der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung 1776 und der Wiener Klassik”. Ich muss gestehen, dass ich musikalisch so überhaupt nicht bewandert bin, da meine Tochter aber auf einer “Franz-Schubert-Grundschule” war, musste ich sie zum Thema “Franz Schubert” abfragen und kenne ein paar Eckdaten zu Franz Schubert und seinem Leben. Phils Mutter war eine bekannte Pianistin und so bezieht er bei einer alten Bekannten seiner Mutter ein Zimmer und diese ist ein Wiener Urgestein (- Ja,ja der Herr. ich weiß ja wer Sie sind. Und mich nennen S’einfach Tante Sophie… S.21). Dieses Urgestein zeigt nimmt Phil mit in die Oper und zeigt ihm auch so alle wichtigen Museen. Jemanden wie das Sopherl muss man als Leser einfach mögen. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und das ist herrlich erfrischend. Als er sich eine Eintrittskarte für eine Oper, die ausverkauft zu sein scheint, lernt er Natalja kennen, die im Verlauf des Buchs noch eine wichtige Rolle spielen soll, da diese Phil in ihren Freundeskreis einführen wird.

Während seiner Recherchen fällt ihm auf, dass Schubert Mozart zitiert hat und Schuberts letzte Sinfonie nach datiert wurde. Phils Forschergeist wird geweckt und er versucht Kontakt zu einer ehemaligen Studentin aufzunehmen, deren Magisterarbeit sich mit diesem Thema beschäftigt, die aber nach Abgabe der Arbeit spurlos verschwand. Um mehr Hinweise zu finden, machen sich Natalja und er auf den Weg nach Moskau und später auf den nach Südamerika.

Dieses Buch hat mich unglaublich fasziniert, da es komplett anders war als ich es erwartet hatte. Wir begleiten unseren Protagonisten auf der Suche nach einem Dokument und lernen dabei sehr viele unterschiedliche Charaktere kennen, deren Ansichten mich zum Nachdenken animiert haben. Spielerisch leicht vermittelt der Autor musikalisches Wissen. Dieses Buch zeigte mir, dass es sich lohnt durchzuhalten und etwas zu Ende lesen, das ich sonst vielleicht abgebrochen hätte. Es ist vielleicht kein typischer Krimi aber ńach dem mich das Buch doch noch gepackt hatte, fand ich es unglaublich spannend und lesenswert, zu mal der Autor einen packenden Schreibstil hat.

Prior, Hazel: Die Saiten des Lebens

Manchmal braucht es eine zufällige Begegnung, um dem Leben eine neue Richtung zu geben.

Ellie, Hausfrau, leidenschaftliche Spaziergängerin und Hobbypoetin, stößt bei einem ihrer Streifzüge durch das Exmoor auf eine Scheune voller Harfen. Dort lebt und arbeitet Dan. Harfen zu bauen ist seine große Leidenschaft. Er liebt es, sich ganz dem Bau dieser Instrumente zu widmen und mit sich und der Welt alleine zu sein. Denn Menschen sind ihm oft ein Rätsel. Doch Ellie mag er auf Anhieb, weshalb er ihr spontan eine Harfe schenkt.
Kurze Zeit später steht sie wieder vor seiner Tür. Sie könne das Geschenk nicht annehmen. Doch geschenkt ist geschenkt, die Harfe wird immer Ellie und nie jemand anderem gehören, sagt Dan. Er schlägt ihr einen Kompromiss vor: Sie kann die Harfe bei ihm unterstellen, wenn sie lernt, darauf zu spielen …

 

  • Broschiert: 336 Seiten
  • Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (17. Dezember 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3959673426
  • ISBN-13: 978-3959673426

saiten “Die Saiten des Lebens” hat mein Mann beim Stöbern entdeckt und er war der Meinung, dass dieses Buch genau in mein Beuteschema passen würde. Es stand auf der Leseliste für den April aber im April kam ich nicht dazu, dieses Buch zu lesen. Nun habe ich es durch und bin wie ich das Buch bewerten kann, denn so richtig warm wurde ich mit der Geschichte nämlich nicht und ich war geneigt, dieses Buch abzubrechen aber dann gab es Elemente am Buch, die mich förmlich zum Weiterlesen “gezwungen” haben und ich es schlussendlich doch beendet habe.

Ellie, die Hausfrau aus Exmoor,so nennt sie sich selbst, lernt bei einem ihrer Spaziergänge Dan kennen. Dan ist Harfenbauer aber er baut Irische Harfen. Obwohl die Ellie und Dan sich überhaupt nicht kennen, schenkt Dan ihr einer seiner Harfen. Ellie nimmt sie voller Freude mit nach Hause und ist am Boden zerstört als Clive zu ihr sagt, sie müsse das Geschenk wieder abgeben. Hier zeichnet sich die Schwäche des Buchs ab. Die Charaktere sind entweder böse oder gut. Während Ellie ein herzensguter Mensch ist, der von Selbstzweifeln geprägt ist, ist ihr Mann das krasse Gegeteil von ihr. Sie ist davon überzeugt, dass Clive ihr Fels in der Brandung ist und sie die Schwache ist, die eine Schulter zum Anlehnen braucht. Doch im Verlaufs des Buch, vor allem gegen Ende, merkt sie, dass sie eigentlich die Starke ist. Ihre Mutter erkennt sie nur noch an guten Tagen.

Kommen wir aber zur Handlung zurück. Ellie trennt sich schweren Herzens von der Harfe, beschließt aber, dass Harfen spielen möchte und das muss sie heimlich machen. Dan vermittelt ihr eine Harfenlehrerin, die gleichzeitig auch seine Freundin ist auch hier haben wir zwei Figuren, die sehr konträr sind. Während mich Dan während des Lesens an “Sheldon Cooper” erinnert hat, wird Rheda als sehr egoistisch beschrieben, deren Karriere ihr wichtiger ist als ihr Sohn. Während einer Unterrichtsstunde findet sie heraus, dass Rheda einen Sohn hat. Behutsam versucht sie Dan auszufragen, ob er wüsste, dass er Vater sein könnte. Damit bringt sie einen Stein ins Rollen bis es zur Katastrophe kommt.

Ich habe eine Schwäche für Erstlingswerke und die “die Saiten meines Lebens” ist ein Erstlingswerk. Da mich das Cover und der Klappentext neugierig gemacht haben, musste ich das Buch lesen. In der Regel schreibe ich, dass das Buch in einem angenehmen Schreibstil verfasst wurde. Ich fand den Schreibtstil seitenweise sehr, sehr langatmig. Dennoch habe ich, da ich wissen wollte, wie das Buch endet, weiter gelesen und habe es nicht abgebrochen. Da ich schon schlechtere Bücher gelesen habe, kann ich nur bedingt weiterempfehlen.

 

Trommer, Michael: Totenspiel (wenn der Vorhang fällt)

Wenn dir die Vergangenheit auf der Spur ist, kannst du nicht schnell genug rennen …
Ein packender Kriminalroman für Fans von Alexander Hartung

Stadttheater Aachen, 1997: Als der Schauspieler Franz Wolf erschossen in seiner Garderobe aufgefunden wird, übernimmt Kriminalkommissar Gerd Mehrwald die Ermittlungen. Die Hinweise führen ihn weit in das Leben des erfolgreichen Schauspielers und Frauenhelds hinein. Wolfs Vergangenheit wirft jedoch einige Fragen auf und die Ermittler müssen tief graben, um den Geschehnissen im Theater auf den Grund zu gehen. Hat Wolfs Tod womöglich etwas mit seiner Flucht aus der DDR zu tun oder war es eine Tat aus Eifersucht? Und kann Mehrwald den Täter finden, bevor er für immer in der Dunkelheit verschwindet?

  • 9783960879633
    dp Verlag

totenspiel“Totenspiel” ist der Auftakt einer neuen Krimiserie. Da ich bisher keinen Krimi von Alexander Hartung gelesen habe, kann ich nicht sagen, ober der Vergleich passt aber ich habe gerade auf meinem SuB ein Buch von Alexander Hartung gefunden und werde es sicher auch zeitnah lesen. Der Klappentext klingt interessant.

Da dieses Buch vom Umfang her recht überschaubar ist, hatte ich es, bereits im April, zügig gelesen und ich bin gerade am Überlegen, ob ich meine Notizen benötige (oder auch nicht). “Totenspiel” ist ein Krimi, der auf 2. Zeitebenen spielt. Man könnte fast schon sagen, dass er ein “historischer” Krimi ist, der uns ins Jahr 1997 mit nimmt.

Wir schreiben das Jahr 1997 und der der berühmte Schauspieler,Franz Wolf wird erschossen in seiner Garderobe aufgefunden und Kommissar Gerhard Mehrwald und seine Kollegin “Kälbchen” (er nennt sie immer bei ihrem Spitznamen) nehmen die Ermittlungen auf. Bei ihrem Ermittlungen kommt schnell raus, dass der Schauspielerin seine Freundinnen sehr schnell wechselt und somit einige Frauen in Betracht kommen können, dass sie sich an Franz Wolf rächen könnten.

Parallel dazu wird die Geschichte von Jürgen erzählt. Hierfür gehen wir ins Jahr 1983 zurück. Jürgen ist Arzt (in der DDR)und ist mit den Zuständen in seinem Krankenhaus alles andere als zufrieden. An allem herrscht Mangel. Als ihm zu Ohren kommt, dass es eine Möglichkeit gibt, dass er in den Westen fliehen kann, packt er diese Gelegenheit beim Schopf und versucht zu fliehen. Allerdings geht diese Flucht schief und er landet in einem Gefängnis der Stasi. Jürgen wird dort völlig in die Mangel genommen und soll weitere Namen nennen. Während Jürgen im Gefängnis sitzt und über sein Schicksal hadert, macht Franz Wolf Karriere. Als die Mauer fällt, wird Jürgen von einem Tag auf den anderen entlassen. Da Ärzte Hände ringend gesucht werden, findet er zügig eine neue Arbeitsstelle. Obwohl er sich ein neues Leben aufgebaut hat, fragt er sich, wieso seine Flucht in den Westen scheiterte und er machst sich auf die Suche.

“Totenspiel” ist ein gelungener Auftakt einer neuen Krimi Reihe. Der Schreibstil des Autoren liest sich sehr flüssig und Merhrwald ist ein sympathischer Kommissar. Allerdings muss ich sagen, dass ich seine Kollegin “Kälbchen” authentischer fand. Sie hat eine Schwäche für schnelle Autos. Während des Lesens habe ich mich gefragt, was für einen Zusammenhang es zwischen den Männern gibt. Da das Buch nicht in der heutigen Zeit spielt, fand ich eine interessante Idee, so musste Mehrwald einer potentiellen Zeugin/Verdächtigen auf den Anrufbeantworter sprechen. Heute wäre es sicher nicht zeitgemäß, wenn er seine Mitarbeiterin bei deren Spitznamen anredet, da diese sich darüber nicht beschwert, wirkte es auf mich authentisch, da er sie immer respektvoll behandelt.

“Totenspiel” ist eher ein ruhiger Krimi, dessen Spannungsbogen immer vorhanden ist aber er kommt ohne großes Blutvergießen aus. Leser, die gerne aktionreiche Krimis lesen, könnte sich hier langweilen, zu mal erfahrene Krimileser den Mordfall sicher rect schnell lösen können. Da ich gerne Cosy Krimis lesen, kann ich “Totenspiel” weiterempfehlen. Ein weiteres Buch des Autoren würde ich sicher lesen (mein “h” will irgendwie nicht so viel ich es gerne hätte).

 

 

Maly, Rebecca: Die Krankenschwester von St. Pauli – Tage des Schicksals

Das Schicksal einer Krankenschwester im Kultviertel St. Pauli

Svantje Claasen wächst im überfüllten Gängeviertel Hamburgs auf. 1890 verliebt sich die junge Krankenschwester in den Tuchhändler Friedrich Falkenberg und kämpft für ihre gemeinsame Zukunft. Als eine verheerende Choleraepidemie ausbricht, kann sie sich endlich beweisen …

Der erste Band der aufwühlenden historischen Saga um Krankenschwester Svantje Claasen für Fans der Serien “Call the Midwife” und “Die Charité”.

 

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 1. (4. Mai 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492315615
  • ISBN-13: 978-3492315616

tage Bevor die ganzen sozialen Kontaktsperren in Kraft traten, waren Mr. Fogg, Mr. Cohen und ich in Hamburg. Da wir nicht sehr viel Zeit hatten, zieht es mich nun literarisch nach Hamburg und die Villa am Elbstrand (könnte auch Band 2) war das erste Buch, das in Hamburg spielte (zumindest in diesem Jahr)

Anfang April habe ich den ersten Teil der Hafenschwester von Melanie Metzenthin gelesen, der Bücher ebenfalls in der Elbe Stadt spielen. Da die Bücher von der Thematik her sehr ähnlich aufgebaut sind, musste ich während des Lesens aufpassen, dass ich die Bücher nicht miteinander vergleiche. Ich habe das Gefühl, dass Trilogien gerade sehr in sind. Es ist nun nach der Hebammensaga, die Hafenschwestern Sage nun die dritte Trilogie, die ich zu einem medizinischen Thema lesen.

Nach einer großen Flut können Swantje, ihre Mutter und ihr kleiner Bruder nicht mehr im Alten Land bleiben, ihr Haus ist zu schwer zerstört und so machen die Drei sich auf den Weg zu Swantje Vater, der schon seit Jahren in Hamburg lebt und arbeitet. Dort arbeitet er als Hilfsarbeiter bei  der Reederei Harkenfeld. Die Familie lebt im Gängeviertel, in dem Not und Elend an der Tagesordnung sind. Bereits am ersten Tag lernt sie und wir Leser den jungen Raik kennen. Raik ist fast wie ein Ziehsohn für Swantje Vater. Während Melanie Metzenthin in ihrem Buch das Augenmerk auf die Ausbildung ihrer Protagonistin legt, kommt es im Buch, zu einem etwas unlogischen, Zeitsprung. Als Leser erfahren wir nur, dass Swantje die Ausbildung abschließt um danach als Krankenschwester arbeiten zu können. Bevor sie ihre erste Stelle antreten kann, wird ihre Mutter ungeplant schwanger und sie muss im Haushalt der Hardenbergs mitaerbeiten. Dort trifft sie Friedrich Falkenberg und Richard Hardenberg wieder. Es entwickelt sich eine Liebesgeschichte zwischen ihr und Friedrich und diese Liebesgeschichte dominiert ca. 50 % des Buchs. Es war zwar sehr romantisch diese Liebesgeschichte miterleben zu können, für mich nahm sie aber zu viel Raum ein und dessen, weshalb ich das Buch eigentlich gelesen habe, kam erst einmal zu kurz.  Dies änderte sich als die Cholera ins Spiel kam und Swantje als Krankenschwester aktiv wurde. Diesen Teil der Geschichte fand ich sehr lesenswert. Interessant fand ich es aber auch, die Sicht der Streikenden, bessere Arbeitsbedingungen, Rentenansprüche, zu erfahren.

Dieses Buch wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Der Haupteil wird aus Swantjes Sicht erzählt, wir Leser erfahren aber auch die Sichtweise der anderen Charaktere. So wird unter anderem Richards Sichtweise dargestellt. Er ist der Sohn des Reeders Falkenbergs und soll die Interessen der Firma vertreten aber er (und das macht ihn interessant) kann die sich in die Streikenden hinein versetzen. Richard umgibt aber auch ein Geheimnis, das möglichst nicht ans Tageslicht kommen soll.

“Die Hafenschwester von St. Pauli” ist ein gelungener Auftakt einer neuen Trilogie. Obwohl ich das Buch sehr gerne gelesen habe, fand ich die Zeitsprünge im Buch überflüssig und ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin Swanties Ausblildung näher beschrieben hätte und dafür die Liebesgeschichte zwischen ihr und Friedrich geraffter erzählt hätte. Da das Buch mit einem super fiesen Cliffhanger endet, gerade was Richard betrifft, muss ich Band 2 und 3 auch noch lesen und ich bin gespannt, ob ihm das gleiche Schicksal ereilt wie Hinnerk Nieland. Der Schreibstil liest sich sehr angenehm und es lässt sich daher wunderbar “weg suchten”. Die Autorin beschreibt das Gängeviertel so lebthaft, dass ich mir während des Lesens, Bilder vor Augen hatte, in was für einer Armut die meisten Menschen zu dieser Zeit ertragen mussten. So holte Raik die Verstorbenen daheim ab und ich hatte Gänsehaut als er den kleinen Karl, der noch sein ganzes Leben vor sich hatte, abholen musste, damit er beerdigt werden konnte. Solche Gänsehautmomente gab es noch mehr in diesem Buch.

Da ich das Buch sehr gerne gelesen habe, kann ich es nur weiterempfehlen und ich warte nun sehnsüchtig bis Band 2 erscheint.

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley, vielen Dank hierfür, zur Verfügung gestellt. Dennoch gebe ich hier meine Meinung zum Buch, unabhängig, ob es ein Rezensionsexemplar ist oder nicht.

Fontaine, Liliane: Die Richterin und die tote Archäologien (ein Südfrankreich- Krimi)

Languedoc, Südfrankeich: ein ominöser Mord an einer Archäologin, ein toter Kapitän, ein geheimnisvolles antikes Artefakt – ein außergewöhnlicher Fall für Untersuchungsrichterin Mathilde de Boncourt mit jeder Menge südfranzösischem Flair!

Auf dem Gelände einer archäologischen Grabung wird die Leiche der Archäologin Flavia Leone gefunden. Die Frau ist erstickt worden, und auf ihrem Gesicht liegt die Nachbildung einer antiken Totenmaske. Einige Tage später wird in Sète die Leiche von Flavias Mann entdeckt, Kapitän auf einem Cargoschiff. Bei den gerichtsmedizinischen Untersuchungen stellt sich heraus, dass das Paar auf die gleiche Art am selben Tag den Tod gefunden haben. Madame le Juge Mathilde de Boncourt, Commandant Rachid Bouraada und Lieutenant Felix Tourrain von der Police Judicaire in Nîmes nehmen die Ermittlungen auf und stoßen auf jede Menge Ungereimtheiten…

 

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Piper Spannungsvoll; Auflage: 66. (1. Februar 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492502180
  • ISBN-13: 978-3492502184

südfrankreich “Die Richterin und die tote Archäologin” habe ich bei Netgalley entdeckt, herzlichen Dank für die Bereitstellung des Leseexemplars”. Da mich das Cover und der Titel neugierig gemacht haben, musste ich eine Anfrage stellen und habe mich dann sehr gefreut, als ich es lesen durfte. Ich habe leider nicht darauf geachtet, dass es sich bei diesem Buch um den 2. Band eine Reihe handelt aber ich hatte während des Lesens nicht das Gefühl. dass mir irgendwelche Informationen fehlen würden. Im Verlauf der Handlung gibt es öfters Rückblenden auf den ersten Band.

Nun aber zum Buch. An einer Ausgrabungsstelle finden deutsche Touristen die Leiche von Flavia Leone Es gibt ja vielfältige Methoden, wie Menschen andere Menschen umbringen können. Die klassischen Methoden sind: Erschiessen, vergiften, erwürgen, Messerstiche, wo durch das Opfer verblutet. Flavias Todesursache ist Burking, da ich davon noch nie etwas gelesen habe, musste ich Wikipedia zur Rate ziehen. Solch einen Tod zu sterben, wünsche ich niemandem. Bei der Obduktion kommt heraus, dass die Archäologin ein Kind zur Welt gebracht haben muss. Madame le Juge Mathilde de Boncourt kannte die Tote von früher gemeinsam. Gemeinsam mit Commandant Rachid Bouraada und Lieutenant Felix Tourrain von der Police Judicaire nimmt sie die Ermittlung auf. Die Wohnung der Toten ist klinisch rein, es sieht nicht so aus als würde dort jemand leben, da es keine persönlichen Gegenstände gibt. Parellel dazu macht sich Mathildes Neffe auf den Weg nach Deutschland um den Autor Martin zu besuchen. Dieser Martin muss im 1. Band den entscheidenden Hinweis zur Löung des Falls beigetragen haben, ob er in diesem Buch auch wieder mit dazu beitragen kann, wird sich zeigen.

Dieses Buch hat mich angesprochen, da die Autorin mit Südfrankreich ein Setting ausgesucht hat, das mich immer aber auch immer anspricht und ich dazu eher neige, mir das Buch kaufen zu müssen. Mit der Richterin Matilde hat sie eine sehr empathische Protagonistin geschaffen, die mit ihren Mitarbeitern sehr höflich umgeht. Es gibt ja andere Protagonisten, die eine ähnliche Funktion haben und die häufig sehr cholerisch reagieren aber auch der Rest des Ermittlungsteam harmoniert. Wobei ich mir bei Felix mehr Ecken und Kanten gewünscht hätte aber vielleicht kommt das noch. Der Schreibstil ist sehr flüssig und liest sich sehr angenehm, wobei die Handlung am Anfang sehr, sehr langsam von statten ging, wurde das Erzähltempo rasanter.  Lange Zeit habe ich mich gefragt, nach dem es einen zweiten Toten gab, wie die beiden Todesfälle miteinander zusammenhängen könnte. Nach dem es zu einem interessanten Fund an der Grabungsstelle kommt, kann der erfahrene Leser von Krimis sicher erahnen, wie sich die Handlung fortschreiten könnte. Ich fand es sehr spannend, wie es die Autorin geschafft hat, dass sich mein Augenmerk auf eine Person gelegt hat. Dies ist der ideale Krimi für einen Sonntag auf dem Balkon oder am Strand (so fern wir wieder gen Süden reisen dürfen. Er hat alles, was einen lesenswerten Krimi ausmacht.

 

Christie, Agatha: Die vergessliche Mörderin

Wie löst man einen Fall, wenn die Mörderin sich an nichts erinnern kann?

Norma Restarick ist felsenfest davon überzeugt, eine Mörderin zu sein. Das Problem ist jedoch, dass sie sich nicht daran erinnern kann, wen sie umgebracht hat und auch nicht wie sie es getan haben soll. Hercule Poirot und seine gute Freundin Ariadne Oliver erklären sich dennoch bereit, in diesem durch und durch sonderbaren Fall zu ermitteln. Lediglich ein Selbstmord hat sich in Norman Restaricks Apartmenthaus zugetragen. Könnte das der Mord sein, den die junge Frau meint begangen zu haben?

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Atlantik; Auflage: 1 (4. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455008704
  • ISBN-13: 978-3455008708

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Mit “die vergessliche Mörderin” habe ich ein weiteres ebook gelesen, welches ich von Netgalley.de zur Verfügung gestellt bekommen habe und es werde noch weitere Bücher folgen. In den letzten Wochen habe ich vermehrt ebooks gelesen und das hätte ich mir vor zehn Jahren gar nicht vorstellen können. Nach “dreizehn bei Tisch” und “Mord im Orientexpress” habe ich nun ein weiteres Poiret Buch gelesen. Ich habe fast alle Miss Marple Bücher gelesen und finde ihre Art der Ermittlung immer frisch. So nutzt sie ihre Alter aus um an Informationen zu kommen, die jemand Jüngeres wahrscheinlich bekommen hätte und sie nutzt ihren Erfahrungsschatz immer aus (dies Ereignis erinnert mich an jemanden, den ich vor vielen Jahren gekannt habe) und findet auf diesem Weg immer den Täter. Nun aber zurück zu Poiret. “Die vergessliche Mörderin” ist der 57. Krimi von Agatha Christie der 1966 unter dem Titel “the third girl” erschien. Es ist Poirets 30. Fall und Ariadne Olivers 5. Fall, wobei ich sagen muss, dass Ariadne Oliver, die in diesem als Deux ex machina Auftritt, noch nie über den Weg gelaufen ist. Sie sollte ich ich im Auge behalten, denn sie scheint als Krimiautorin den richigen Riecher zu haben.

Kommen wir aber zum Buch. Poirot sitzt mit einer heißen Tasse Kakao am Frühstückstisch, als ihm zugetragen wird, dass eine junge Frau ihn sprechen will. Poirot ist alles anders als begeistert und lässt sie warten. Nach dem er fertig ist, lässt er sie zu sich kommen als ihn die junge Dame, die der Meinung ist, dass sie einen Mord begangen hat aber nichts mehr davon weiß, sieht, flüchtet sie vor ihm, mit den Worten, er wäre zu alt. Poirot war völlig perplex darüber aber die Sache geht nicht aus seinem Kopf.

Poirot erzählt Ariadne von diesem Vorfall und sie erinnert sich, nach mehrmaligen Nachdenken, dass ihr die junge Frau bekannt vorkommen würden. Nach einem Telefonat kennt sie auch den Namen der jungen Frau, Norma Restarick. Norma Restarick wohnt mit zwei anderen Frauen in den Borodene Mansions (Wohnung 67). Während sich Poirot auf den Weg zu Normas Vater und Stiefmutter macht, besucht Ariadne Claudia Reece-Holland  und Frances Cary. Norma ist weder bei ihren Eltern, der Vater lebte viele Jahre im Ausland und wurde von einem entfernten Verwandten in dessen Haus aufgenommen, noch in der Londoner Wohnung anzutreffen. Da Poirot Mitleid mit Norma hatte, nimmt er die Ermittlungen auf. Das Verhältins zwischen Norma und ihrer Stiefmutter, Mary, ist zerrüttet, ja sie hasst ihre Stiefmutter förmlich. Als diese mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus kommt, ist Norma der Meinung, sie hätte ihre Stiefmutter vergiftet.

Während Miss Marple eher die unscheinbare ältere Dame ist, ist Poirot sehr von sich und seinen Fähigkeiten überzeugt. Er ist der Meinung, er habe sich einen gewissen Ruf erarbeitet und alle Leute müssten ihn, den kleinen Belgier mit dem auffälligen Schnurrbart kennen. Poirot ärgert sich, wenn es Leute gibt, die ihn nicht kennen. Im vorliegenden Buch verdächtigt er alle Personen um dann nach Indizien zu suchen. Obwohl dieses Buch von der Dicke her recht überschaubar ist, hat sich die Handlung in die Länge gezogen und ich wurde mit der Handlung überhaupt nicht warm. Die Auflösung des Falls war auf der einen Seite logisch und nachvollziehbar aber auch völlig konfus. Poirot als Heiratsvermittler, mit wem er Norma verkuppelt hat, soll hier nicht erwähnt werden, fand ich überzogen. Für mich war es leider das schlechteste Buch, dass ich von der Autorin gelesen habe. Da mich “Ariadne Oliver” aber neugierig gemacht hat und ich gerne wissen will, wie Poirot sie kennen gelernt, werde ich sicher noch weitere Bücher um Poirot lesen.

Mein Dank geht an den Verlag, der mir das Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Vögl, Ulrike: Nackabatsch mit Todesfolge

Bayrische Großstadtidylle mit Mord – ein Fall für Helena Hansen
Der neue Cosy Krimi für Fans von Rita Falk

Als sich die Hamburger Kriminalkommissarin Helena Hansen nach Augsburg versetzen lässt, hat sie nicht nur mit eingefleischten Vorurteilen zu kämpfen, sondern auch mit einer scheinbar unüberbrückbaren Sprachbarriere. Als würde das nicht schon reichen, um ihr den Start in ihrer neuen Heimat schwer zu machen, wird kurz nach ihrer Ankunft jemand ermordet. Der Verdächtige ist schnell gefunden, doch sein Motiv bleibt unklar. Kann Helena den Mord mit ihrer neuen schrulligen Kollegin Franzi lösen oder ist Süddeutschland einfach nichts für ein Nordlicht?

Über die Autorin

Uli Vögl wurde 1976 in Augsburg geboren und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in der Fuggerstadt. Wann immer ihr es möglich ist, verbringt sie viel Zeit in der Natur und bewirtschaftet einen eigenen kleinen Krautgarten. Ihre Leidenschaft für das Schreiben teilt sie mit ihrer Zwillingsschwester, mit der sie gemeinsam den Historienroman Keltensonne geschrieben hat.

 

  • Format: Kindle Ausgabe
  • Dateigröße: 4157 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 221 Seiten
  • Verlag: dp Verlag (7. Mai 2020)

nacka Mitte April habe ich mir einen neuen Tolino gegönnt und mir dieses Ebook angeboten wurde, musste ich zu schlagen und es zügig lesen. “Nackaptsch mit Todesfolge” ist der Auftakt einer neuen Kriomireihe, diein “Augschburg” spielt. Obwohl ich schon häufig an Augsburf vorbei gefahren bin, liegt auf dem Weg nach München, war ich nie in Augsburg. Man sollte zu einem Augsburger ja nie sagen, dass sie Bayern sind. Sie sind Schwaben aber es gibt deutliche Unterschiede zwischen uns Württemberger Schwaben und den Augsburger Schwaben. In der Regel ignoriere ich Nachworte eines Autoren aber dieses war sehr informativ.

Um was geht es eigentlich in dem? Um ihrer Karriere einen Schubs zu geben, verlässt Helena ihre geliebte Heimatstadt Hamburg um in “Augschburg” eine neue Stelle anzutreten. Den Kulturschock, den sie in Augsburg hinnehmen muss, ist enorm. Sie versteht die Menschen nicht und die Augsburger verstehen ihren Dialekt nicht. Der perfekte Start um einen neuen Arbeitsstelle anzutrenten. Im Kommissariat trifft sie auf Franzi. Franzi ist knapp acht Jahre älter als Franzi und der herzlichsten Mensch, auf den Helena bisher getroffen ist. So umarmt Franzi sie spontan, denn sie freut sich, dass sie eine Frau als Kollegin bekommen hat. Als wenig später die Meldung kommt, dass sie es mit einem Mordfall zu tun haben, machen sich die beiden aud den Weg. Sie werdem zu meinem männlichen Toten gerufen und Franzi kümmert sich, während Helena sich den Tatort anschaut, um die vertrockneten Pflanzen des Toten. Helena sieht einen merkwürdigen Fleck im Nacken des Toten, den Franzi als “Nackapatsch” abtut. Obwohl ich ebenfalls im Schwäbischen beheimatet bin, allerdings In “Schtugart”, kannte ich diesen Begriff nicht. Der Tote, dessen Namen ich wieder vergessen habe, führt ein sehr einsames Leben und hat nur wenig soziale Kontakte.

Während Franzi und Helena in diesem Mordfall ermitteln, geschieht ein weiterer Mordfall. Ein Immobilienmakler wird tot auf einem Misthaufen aufgefunden. Gewiefte Krimileser werden sich recht schnell zusammen reimen, wie diese beiden Morfälle zusammenhängen könnten und wahrscheinlich auch Recht haben.

Kommen wir aber nochmal zu den beiden Ermittlerinnen zurück. Während Helena großen Wert auf ihr Aussehen legt, ist Franzi komplett anders. Aus Umweltschutzgründen keinen Führerschein besitzt sie keinen Führerschein und lässt sich von Helena zum Tatort fahren. Als Helena ein Knöllchen wegen Falschparkens bekommt, ist sie es, die ein nettes Telefonat mit einem Kollegen führt und das Knöllchen ist Geschichte. Obwohl die beiden doch sehr gegensätzlich wirken, arbeiten sie als Team klasse zusammen und freunden sich an. Franzi, die Helena immer nur Lena nennt, erleichtert ihr das Einleben in Augsburgs.

“Nackapatsch mit Todesfolge” habe ich auf Grund der sympatischen Ermittlerinnen sehr gerne gelesen. Der Schreibstil ist sehr flüßig und das Setting ist gut ausgewählt. Dies ist ein toller Cosy Krimi. Leser, die gerne temporeiche Krimis lesen, könnten mit “Nackpatsch” sicher nicht viel anfangen. Es ist der ideale Krimi für einen Sonntag auf dem Balkon oder im Park.

 

Viets, Elaine: Mord mit Stil

Shoppen bis der Mörder kommt …
Der neue Cosy Krimi für Fans der Louisa-Manu-Reihe von Saskia Louis

Josie Marcus liebt es, Testkäuferin zu sein. Mehr als begeistert ist sie auch von ihrem neuesten Auftrag: Sie soll im Laden der angesagten Handtaschen-Designerin Danessa Celedine einen Testkauf durchführen. Leider sind Celedines Läden nicht annähernd so glamourös wie ihre Klientel und Josies Bericht über die Zustände könnte einen lukrativen Deal platzen lassen. Als Celedine und ihr Geliebter kurz darauf ermordet aufgefunden werden, ist Josie Marcus mit einem Schlag in einen Todesfall verwickelt – als Hauptverdächtige! Werden ihre Mystery-Shopper-Qualitäten dabei helfen, das Verbrechen aufzuklären oder wird es ein weiteres Fashion Victim geben?

  • 9783968170732
    dp Verlag
  • Auf der Homepage findet ihr eine Leseprobe und ein Hörprobe.

mordmitstil

Mir wurde “Mord mit Stil” als Rezensionsexemplar angeboten und da mir das Cover und der Klappentext neugierig gemacht haben, musste ich es einfach lesen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich ebook zügiger lesen lassen als gedruckte Bücher (wobei mir das Blättern fehlt). “Mord mit Stil ist ein klassischer Cosy Krimi, den ich sehr gerne gelesen habe. Leser, die es gerne temporeicher und spannender haben, sollten sich einer anderen Lektüre zu wenden aber alle die gerne Bücher im Stil von Agatha Christie lesen, werden dieses Buch sicher auch gerne lesen.

Worum geht es in dem Buch? Josie ist eine allerziehende Mutte, die im Haus ihrer Mutter lebt. Sie arbeitet als Testeinkäuferin und muss Läden an Hand einer Checkliste beurteilen. Durch ihre Berichte verlieren Menschen ihren Job, Josie ist bleibt bei ihrer Meinung und lässt sich durch nicht beeinflussen. Die Einstellung kostet drei Menschen das Leben. Einer ihrer Aufträge führt sie in die Welt der Mode. Danessa, Inhaberin eines Imperiums, will ihre Label für 50 Mio. US Dollar verkaufen und Josie muss heraus finden, ob in Danessas Läden alles mit rechten Dingen zu geht. Josies Mutter ist ein glühender Fan von Danessa. Danessa ist für ihre Spendenbereitschaft bekannt und Josies Mutter ist entsetzt, dass sie Danessas Leben ausspionieren wird. Josie begutachtet die Läden und muss recht schnell feststellen, dass der schöne Schein trügt und die Läden nur schlecht geführt sind. Danessa stellt Josie wutentbrannt zur Rede und ihr Chef hat nicht mal “Eier” in der Hose. Als Danessa erwürgt aufgefunden wird, gerät Josie unter Verdacht, dass sie Danessa getötet haben könnte, den es sind ihre Fingerabdrücke, die auf dem Gürtel gefunden wird. Wie man dem Titel entnehmen kann, versucht Josies die Todesfälle, denn auch Danessas Verlobter wird tot aufgefunden, aufzuklären. An Ihrer Seite ist ihre beste Freundin.

Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen aber man sollte nicht alles, das im Buch beschrieben wird, hinter fragen, denn sonst stößt man auf zu viele Ungereimtheiten. Ungereimten die das Buch braucht, damit die Handlung nicht stocken kommt. So wird Josie zum Lüdendetektortest “eingeladen”, ohne das es dazu eine richterliche Anordnung gibt. Dieses Test vergeigt sie und nun besinnt sie sich darauf, dass sie einen Anwalt braucht. Ihre Freundin, deren Mann Anwalt ist, befreit sie aus der Fängen der Polizei. Während des Lebens habe ich häufiger den Kopf geschüttelt und habe mich gefragt, ob das was ich zu lesen bekomme, wirklich Gesetzes konform ist. Manchmal muss man beim Lesen die Dinge so nehmen wie sie sind.

Ihre Freundin sollte man nicht unterschätzen. Auf den ersten Blick wirkt sie wie eine unzufriedene Mutter, die nicht ganz ausgelastet ist. Sie gibt Josie aber wertvolle Tipps. Danessas Verlobter, der ebenfalls tot aufgefunden wird, hat es faustdick hinter den Ohren. Jede Frau, auch die unscheinbare Nachbarin, hat er beglückt. Lange habe ich mich gefragt, wie die beiden Todesfälle zusammen hängen. Bis dann ein weiterer Mord passiert.

Interessant fand ich, dass es die Haushältermafia gibt. Die beiden Toten wohnen in Siedlung, in der nur Leute wohnen, die über das nötige Kleingeld verfügen und Josie gelingt es, dass Danessas Haushälterin auspackt und ihre intime Details über ihre Arbeitgeber ausplaudert.

“Mord mit Stil” ist ein fluffigeschriebener Cosy Krimi, den ich, trotz allen Ungereimtheiten, sehr gerne gelesen habe. 2017 war ich auf einer Lesung, es las ein pensionierten Kriminalpolizist und gab während der Lesung auch ein paar Einblicke in den Alltag eines Polizisten. Krimis sind in der Regel meilenweit von der echten Ermittlungsarbeit entfernt. Berücksichtigt man solche Informationen, kann man über Patzer im Buch hinweg sehen. Josie als Ermittlerin fand ich sehr erfrischend und würde mich freuen, wenn es bald wieder ein neues Buch geben wird. Der Schreibtsil der Autorin liest sich angenehm flüssig und ich bin gespannt, ob Josie Mutter ihre Kaufsucht überwinden wird.

Mein Dank geht an den Verlag, der mir das Buch zu Rezensionszwecken als ebook zur Verfüng gestellt hat.

Taddeo, Lisa: three woman/ drei frauen

»Dieses Buch ist so wahr und dadurch so hart, dass man nicht aufhören kann, es zu lesen.« DER SPIEGEL

Alles, was Lina will, ist, dass sie jemand begehrt. Wie ist sie in diese Ehe geraten, mit zwei Kindern und einem Mann, der sie nicht einmal mehr auf den Mund küsst?

Alles, was Maggie will, ist, dass sie jemand versteht. Wie konnte sie sich auf ihren Lehrer einlassen? Und warum scheinen alle nicht ihn, sondern sie dafür zu hassen?

Alles, was Sloane will, ist, dass sie jemand bewundert. Wie ist sie zum Objekt der Begierde eines Mannes geworden, ihres Mannes, der nichts lieber tut, als ihr beim Sex mit anderen zuzuschauen?

Three Women – Drei Frauen ist das Buch der Stunde über weibliche Sexualität zwischen Lust und Macht, anziehend und verstörend, vielschichtig, gewaltig und schön.

 

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Piper; Auflage: 6. (13. Januar 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492059821
  • ISBN-13: 978-3492059824
  • Originaltitel: Three Women

frauen Dieses Buch ist gerade in alle Munde und wird überall besprochen. Jedes Mal, wenn ich eine Rezension zu diesem Buch sah, habe ich schnell weiter gescrollt, denn ich wollte mich nicht beeinflussen lassen und nun habe ich das Buch auch zu Ende gelesen und es ist kein Buch, das ich so schnell vergessen werden. “Drei Frauen” wollte ich schon im April lesen und es stand auch auf meiner Leseliste aber so richtig packen konnte es mich dann doch nicht und ich wollte es schon wieder abgeben. Nun habe ich mich doch aufgerafft und hatte es als “To-Go” dabei. Im Gegensatz zu Sebastian Themessls Buch (Rezi folgt noch) habe ich dieses Buch in wenigen Tagen durch gesuchtet. Ich habe sehr lange gebraucht um mich an den Schreibstil der Autorin wirklich packen konnte. Viel muss ich über den Inhalt wahrscheinlich nicht mehr sagen, da die meisten das Buch bereits gelesen habe. Bevor ich die Anmerkung der Autorin gelesen habe, ging ich, fälschlicherweise davon aus, dass ich es mit einem Roman zu tun habe. Lisa Taddeo begleitete die drei Frauen über mehrere Jahre und verwendete für dieses Buch unter anderem die Tagebucheinträge.

Meine Tochter ist 17 Jahre alt und steht kurz vor ihren Abiturprüfungen. Maggies Geschichte hat mich daher am meisten berührt und mich sehr betroffen zurück gelassen. Maggie war in einem Alter zwischen “Kind sein” und Erwachsen werden. Ihr Lehrer hat ihre widersprüchlichen Gefühle ausgenutzt, damit sie ihm gefügig wird. Er hatte die Kontrolle über diese Beziehung, die es niemals hätte geben dürfen. So durfte Maggie ihn nie zu erst anrufen oder ihm eine Nachricht schreiben. Daher fand ich es von Maggie sehr mutig, dass sie ihren Lehrer angezeigt hat. Es hat mich fassungslos gemacht, dass jeder hinter dem Lehrer stand und Maggie als Schlampe dargestellt hat. Dabei hatte es Maggie nicht leicht in ihrem Leben.

Linas Geschichte liest sich mehr oder weniger wie ein Softporno. Ihre Mutter zwingt sie rosa Dinge zu tragen, dabei hasst sie rosa und dann trifft sie auf einen Mann, der sie nicht auf den Mund küssen will und kann. In ihrer Selbsthilfegruppe spricht sie über ihre widersprüchlichen Gefühle. Als Aidan, der sie immer nur Kid nennt, wallen Gefühlen in ihr auf. Ich war ehrlich gesagt froh, ohne prüde sein zu wollen, dass ich in der U Bahn, wie alle, einen Mundschutz tragen muss. Denn Linas Geschichte ist ein ein verbaler Porno. Eigentlich müsste ich durch all die Ruth-Gogoll-Bücher abgestumpft sein aber das was ich zu lesen bekommen habe, ließ meine Ohren rot werden.

Zu guter Letzt geht es noch um Sloane. Sloane bekommt mit 10 Jahren von ihrer Mutter Diätpillen geschenkt. Sie woll weiterhin rank und schlank bleiben. Jahre später heiratet sie Richard. Sie ziehen auf eine Insel um dort ein Restaurant zu eröffnen. Richard ist es, der sie zu Sex mit anderen Männern/ Frauen animiert und Sloane fügt sich. Mehr muss ich an dieser Stelle gar nicht sagen. Auch im 21. Jahrhundert ist das Thema “Sex und Frauen” immer noch sehr taburisiert und Lisa Taddeo bricht fest gefahrene Strukturen auf. An Hand der drei Frauen zeigt sie, dass Frauen Macht haben können und diese nutzen sollten. Mir fällt es ehrlich gesagt nicht leicht, meine Gefühle zu dem Buch richtig in Worte fassen zu können. Auf der einen Seite habe ich dieses Buch förmlich verschlungen und wollte wissen, ob Maggie mit ihrer Klage Erfolg haben wird. Immerhin hat ihr Lehrer sie so weit missbraucht, dass sie ihr Leben nicht richtig Leben konnte aber auch Lina und Sloane hatten mein Mitgefühl. Ich habe mich gefragt, warum Sloane nicht mutiger war und Richard verlassen hat. Da die Autorin Psychologin ist, kann es nicht wie ein Sachbuch gelesen werden. “Drei Frauen” ist ein Buch, über das ich noch eine Weile nach denken werden. Betrachtet man die Rezensionen auf Amazon, lässt sich erkennen, das dies ein Buch ist, dass die Gemüter spaltet. Obwohl ich das Buch, gegen Ende, förmlich verschlungen habe, kann ich es nur bedingt weiter empfehlen.

 

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