Ein Riesenherz im Friesennerz

Inhalt:

Franzis Ehe ist ein zwanzig Jahre währender Irrtum. Als sie eines Tages Knall auf Fall von ihrem Mann verlassen wird, sitzt der Schock trotzdem tief. In der ostfriesischen Provinz will sie sich bei ihrem besserwisserischen Bruder erholen. Dort lernt sie Joost kennen, den durchtrainierten Sportlehrer, und Ocke, den gutsituierten Bürgermeister. Die beiden balgen sich um sie. Doch Franzi will von Romantik nichts wissen, sie will Rache! Dabei erweist sich ihre Schwägerin als gewiefte Freundin und Ratgeberin. Franzi schmiedet einen Plan, der sich mit allen Wassern gewaschen hat.

Autorin:

Eigentlich wollte Ida Hansen Konzertpianistin werden. Oder wenigstens zweite Flöte im Orchester. Auf  keinen Fall Lehrer wie die Schwestern, Brüder, Onkel und die Urgroßtante. Doch das familiäre Gen war  stärker. Inzwischen unterrichtet sie ebenfalls. Nebenbei entführt sie die Leser in ihre Heimat Ostfriesland.

  • Broschiert: 256 Seiten
  • Verlag: Marion von Schröder (11. Mai 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3547711770
  • ISBN-13: 978-3547711776
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,4 x 2,4 cm

Die süße Buch habe ich der Bücherei entdeckt, da mir der Klappentext zusagte, musste ich es ausleihen und zügig lesen. Als ich den Klappentext las, dachte ich, dass das Buch lustig werden würde, getreu dem Motto: Betrogene Ehefrau rächt sich an ihrem untreuen Mann. Doch dann begann ich mit dem Lesen und brauchte sehr lange um ins Buch zu kommen. Anfangs lernen wir (also der geneigte Leserin) Franziska kennen. Franziska flieht zu ihrem Bruder nach Norddeutschland um nicht als gefrustete Geschiedene (oder beinahe) dazustehen, sagt sie, dass ihr Mann tot wäre. Lange kann diese Lüge nicht gut gehen, dachte ich während des Lesens aber sie schafft es immer wieder ihre Bruder zu täuschen. Doch dann verlieben sich zwei Männer, die sie beide als Wittwe sehen, in sie. Als Franziska merkt, dass ihr zukünftiger Ex-Mann sie linken will, sinnt sie auf Rache. 

Ich hatte einen kurzweiliges und lustiges Buch für zwischen durch erwartet. Doch zu lesen bekam ich ein Buch, dass mich nicht zum Lachen bringen konnte. Die Autorin wirft nur mit Vorurteilen um sich, sodass das ganze Buch wenig glaubhaft wirkte. Die Charaktere wirken alle eindimensional und werden durch ihr Auftreten in Schubladen gesteckt.Ich habe mich schon so häufig gefragt, ob der Verfasser des Klappentextes auch das Buch gelesen hat, der Klappentext passt mal wieder nicht richtig zum Buch. Hätte ich mir das Buch gekauft, so hätte ich mich sicher geärgert; so kann ich es entspannt wieder zurück in die Bücherei bringen.Obwohl sich das Buch zügig lesen lässt gibt es von mir nur 1 von 5 Sternen.Bild

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Blaubeeren und Vanilleeis: Helgadottir, Gudrun

Inhalt:

Alles, was Lolla fehlt, ist der richtige Mann an ihrer Seite sowie ab und zu das nötige Kleingeld. So zumindest sieht es der achtjährige Tumi. Eine Lösung für dieses Problem hat er natürlich auch schon: Seine Mama muss einfach mit dem örtlichen Bankdirektor verkuppelt werden. Doch das ist gar nicht so leicht. Statt des neuen Wunsch-Papas steht an Lollas großem Geburtstagsfest plötzlich der alte Filialleiter im Garten der Familie. Der bedankt sich zwar artig für die Einladung, ist aber ganz und gar nicht der, den sich der Junge vorgestellt hatte. Aber bestimmt fällt Tumi da auch noch was ein. Eine wundervolle Wohlfühl-Familiengeschichte voller Herz und Witz.

 

 

  • Gebundene Ausgabe: 142 Seiten
  • Verlag: Dressler (Februar 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3791508385
  • ISBN-13: 978-3791508382
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 7 – 9 Jahre
  • Originaltitel: Bara Gaman
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 15 x 1,8 cm

Cover: Schon allein das farbenfrohe Cover regte uns an, das Buch lesen zu wollen. Das Cover verspricht, dass es ein schönes Kinderbuch wird und man es einfach in einem Rutsch lesen muss.

Schreibstil: Das Buch las sich angenehm und flüssig. Es ist sehr kindsgrecht geschrieben aber es hat einen kleinens Manko, dazu später aber mehr.

Tumi lebt mit seiner Mutter, den Geschwistern (Vala und Vildis) und den Großeltern auf dem Wallhof. Tumi ist schwer beliebt, denn alle seine Freunde kommen zu ihm auf dem Wallhof um dort zu spielen und vor allem den Kühlschrank zu plündern. Seiner Schwester, die sich immer Sorgen ums Geld macht, gefällt das gar nicht. Vildis ist die Sparsame in der Familie. Ihre Großmutter gibt ihr den Rat alles ein bisschen lockerer zu sehen. Tumi macht sich schreckliche Sorgen, dass seine Mutter (Lolla) einsam werden könnte und möchte sie mit dem neuen Sparkassendirektor zusammen bringen, dies gefällt seiner Schwester überhaupt nicht. Als er die Einladung, zum 30. Geburtstag seiner Mutter, dem Falschen überbringt überschlagen sich die Dinge. Der Vater der Kinder ist mit einer sehr unsympathischen Frau verheiratet und wenn ich ehrlich bin, gönne ich ihm das auch.

Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Die Mutter macht sehr ungewöhnliche Dinge, so engagiert sie sich vehement für den Naturschutz Islands und geht dafür auch auf die Straße aber nicht nur die eigentlichen Protagonisten haben mir gut gefallen, sondern auch die Personen, die nur nebenbei auftauchem sind schrecklich liebenswürdig. Dieses Buch, auch wen es für Kinder ab sieben Jahre ist, machte mich beim Lesen einfach nur glücklich. Die Autorin versucht Werte zu vermitteln. Geld alleine macht nicht glücklich, es hilft zwar um durch den Alltag zu kommen. Wichtiger ist dennoch, dass man das macht was einem Spaß macht und man dadurch zufrieden ist. Der Zusammenhalt in der Familie ist ein wichtiger Bestandteil um zufrieden zu sein. Es gibt allerdings eine Sache, die mich unheimlich gestört hat, die kann aber auch an der Übersetzung des Buches liegen. Ich habe zu meiner Tochter immer gesagt, dass sie in Aufsätzen nicht immer “sagte” nach wörtlicher Rede verwendet. Die Autorin verwendete leider zu wenige Synonyme für sagte. Im Großen und Ganzen hat uns, meiner Tochter und mir, das Buch richtig gut gefallen und wir würden gerne eine Fortsetzung lesen. Das Ende scheint so, als könnte es eine Fortsetzung geben.

Fazit: Ein super schönes Buch für zwischendurch und ich möchte gerne mehr vom Wallhof lesen.

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Sankovitch, Nina: Tolstoi und der lila Sessel

Inhalt:

Mehr als 2,5 cm dick darf es nicht sein. Aber das ist auch das einzige Ausschlusskriterium. Ob Krimi, Kochbuch, Klassiker– oder der aktuelle Topseller: Nina Sankovitch, Tochter polnischer US-Einwanderer, ist mit Büchern aufgewachsen. Und entdeckt nun, nach dem Tod ihrer geliebten Schwester, die Literatur ein zweites Mal für sich: als Trost- und Kraftspenderin. Zwischen Wäschebergen, Kindergeschrei und Supermarkt nimmt Nina sich Auszeiten – und entlockt jedem Buch ein anderes Geheimnis. Die Eleganz des Igels, Twilight oder Englische Liebschaften, Toni Morrison, Julian Barnes oder Leo Tolstoi – Lesen bedeutet pures Lebensglück: und einmal am Tag den Moment, bei dem man ganz bei sich ist.

Autorin:

Nina Sankovitch wuchs als Tochter polnischer Einwanderer in Evanston, Illinois auf und studierte in Harvard Jura. Von Oktober 2008 bis Oktober 2009 las die vierfache Mutter täglich ein Buch und besprach es in ihrem Blog http://www.ReadAllDay.org. In ihrem ersten Buch erzählt sie, wie “Projekt 365” ihr Leben veränderte. Nina Sankovitch lebt mit ihrer Familie in Connecticut.

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Graf Verlag (9. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862200272
  • ISBN-13: 978-3862200276
  • Originaltitel: Tolstoy and the Purple Chair
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,2 x 2,6 cm

Diesem Buch habe ich hier, bei einer anderen Buchbloggerin, entdeckt und habe es auch gleich in der Bücherei vorbestellt. Als ich mir das Buch in der Bücherei vorbestellt habe, konnte ich nicht wissen, dass mich der Tod so schnell einholen würde. Genau wie die Protagonistin hatten wir einen sehr schmerzlichen Todesfall in der Familie (der so unerwartet kam). Zwei Tage nach diesem Ereignis konnte ich das Buch in der Bücherei abholen und habe dann dann auch zügig mit dem Lesen des Buches begonnen. Die Schwester der Autorin starb qualvoll an Krebs. Nina agierte anschliessend wie ein Hamster im Laufrad, bis sie beschloss ein Jahr Auszeit zu nehmen. Ein Jahr in dem sie jeden Tag ein Buch lesen und besprechen würde. Das Lesejahr begann mit meinem absoluten Lieblingsbuch ” die Eleganz des Igels”. Ich litt mit der Autorin mit. Das erste Drittel des Buches hat mir richtig gut gefallen aber ab dann driftet sie mir zu sehr ab. Sie schreibt, was ihr Vater während des Krieges erlebt hat und arbeitet Themengebiete ab. Hin und wieder bringt sie Auszüge aus Büchern aber das war nicht das, was ich persönlich erwartet habe. Ich habe erwartet, dass sie mehr über ihr Lesejahr berichtet, welches Buch sie wan gelesen hat. Am Ende des Buches gibt es einen alphabetisch geordnetes Register mit gelesenen Büchern aber das war mir einfach zu wenig. Zu mal sie in jedem Kapitel ihre Schwester erwähnt (was theoretisch auch Sinn macht aber sehr nach “Selbstmitleid” klingt). Mit ihrem Blog hatte sie großen Erfolg. Da ich mir vom Buch mehr erhofft habe, gibt es von mir auch nur zwei von fünf Sternen. Die Autorin kann schreiben, konnte den roten Faden aber nicht bis Ende des Buches durchziehen.

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Hans Rath: Und Gott sprach wir müssen reden

Inhalt:

«Vor Ihnen sitzt der liebe Gott höchstpersönlich», erklärt mein Gegenüber und wischt sich die Lachtränen aus dem Gesicht.
Wir schweigen.
«Witzig», sage ich nach einer Weile und gebe mich unbeeindruckt. «Ich hab Sie mir immer anders vorgestellt.»
Baumann hebt den Zeigefinger und sagt mit gespielter Strenge: «Das ist verboten. Man darf sich kein Bild von mir machen.»
«Na, immerhin scheint Gott Humor zu haben», sage ich.
Baumann nickt. «Es bleibt Gott nichts anderes übrig, als die Dinge mit Humor zu nehmen.» Sein Lächeln verwandelt sich in einen Anflug von Melancholie. Nachdenklich schaut er zu Boden. «Es ist die Wahrheit, Dr. Jakobi. Ich bin es wirklich.» Er beugt sich vor und sieht mir nun direkt in die Augen. «Ich bin Gott. Und ich bin, unter uns gesagt, ziemlich im Arsch. Es wäre also schön, wenn Sie mir helfen könnten, Doktor.»

Autor:

Hans Rath, Jahrgang 1965, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie in Bonn. Er lebt in Berlin, wo er sein Geld unter anderem als Drehbuchautor verdient. Mit seiner Romantrilogie um den Anfangvierziger Paul und sein Liebesleid (“Man tut, was man kann”, “Da muss man durch” und “Was will man mehr”) hat Rath sich eine große Fangemeinde geschaffen.

  • Broschiert: 272 Seiten
  • Verlag: Wunderlich; Auflage: 5 (9. November 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3805250444
  • ISBN-13: 978-3805250443
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,4 x 2,2 cm

Und Gott sprach: wir müssen reden ist das neue Buch von Hans Rath. Die Handlung des Buches wird aus der Perspektive Dr. Jakob Jakobi (was für ein Name erzählt). Unser Protagonist ist auf allen Ebenen glücklos. Seine Ehe wurde geschieden, er hat kaum Patienten (bzw. gar keine) und er wohnt in einem schäbigen Einzimmerwohnung. Als ihm der eifersüchtige Partner seiner Exfrau die Nase  anbricht trifft er im Krankenhaus auf Abel Baumam. Abel Baumann scheint auf den ersten Blick ein harmloser Clown zu sein, der auf Jakobs Hilfe angewiesen ist. Jakob hält Abel anfangs einen Spinner, da dieser sich für Gott hält. Völlig unbedarft habe ich mit dem Lesen des Buches begonnen, vor dem Lesen halte ich mich von Buchbesprechungen fern (um eine unverfälschte Meinung haben zu können). Obwohl das Buch nur 268 Seiten stark ist, habe ich eine Weile gebraucht um der Handlung folgen zu können. Auch wenn ich nicht besonders gläubig bin, konnte ich es mir nicht vorstellen, dass Gott von einem Körper in den nächsten switchen kann. Genau wie Jakob habe ich nach dem ultimativen Gottesbeweis gesucht. Doch je mehr die Handlung fortschritt umso mehr wuchsen mir die Charaktere ans Herz und ich wollte sie nicht mehr loslassen, viel zu schnell kam das Ende herbei.

Auf Grund des einfachen Schreibstils lässt sich das Buch angenehm flüssig lesen. Das Cover passt wunderbar zum Buch und Leser, die das Buch bereits gelesen haben, erkennen eine Szene des Buches wieder. Da mir das Buch doch noch gut gefallen hat, gibt es vier von fünf Sternen von mir.

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