Ragougneau, Alexis: Die Madonna von Notre-Dame: Ein Fall für Pater Kern

Notre-Dame an einem Sommermorgen. Die Messe hat kaum begonnen, als eine ganz in Weiß gekleidete junge Frau leblos zu Boden sinkt. Ein Verdächtiger ist schnell gefunden, doch Pater Kern lässt der Fall keine Ruhe: Wer ist der Unbekannte, den der Clochard Kristof in der Mordnacht beobachtet hat? Mit der Staatsanwältin Claire Kauffmann macht Pater Kern sich auf die Suche nach der Wahrheit – und kommt in den Gewölben von Notre-Dame einem unglaublichen Geheimnis auf die Spur …

 

  • Broschiert: 256 Seiten
  • Verlag: List Hardcover (9. Mai 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3471351140
  • ISBN-13: 978-3471351147
  • Originaltitel: La Madone de Notre-Dame

paris

Ich lese gerne Bücher, deren Handlung in Paris angesiedelt ist. Daher musste ich mir das Buch unbedingt in der Bücherei vorbestellen und lesen. Da das Buch nur 256 S. dick ist, lässt sich das Buch relativ zügig durchlesen.

Die Madonna von Notre Dame ist der erste Fall um den nur 1,48 großen Pater Kern und ich hoffe, dass es auch der letzte Fall bleiben wird. Die Idee des Buchs ist eigentlich gar nicht mal so schlecht aber der Autor hat sie einfach nur sehr schlecht umgesetzt. Wer gerne spannende Krimis list, sollte die Finger von diesem Buch lassen.

Wir bereits erwähnt, geht es im vorliegenden Buch um Pater Kern, der Priester an der weltweit bekannten Kirche ist. Krankheits bedingt, wurde er nur 1,48 m groß. Seine Jugend wurde durch den Selbstmord seines kriminellen Bruders geprägt. Während eines Gottesdienstes wird in Notre Dame eine Leiche gefunden, die so geschickt drapiert wurde, dass alle vorüber Eilenden denken könnten, es handle sich um eine Betende. Das Opfer ist mehr als auffällig gekleidet. Da es am Vortag bei der Prozessin einen unschönen Vorfall gab, hat die Polozei den potentiellen Täter schnell im Visier um ihn auch zügig zu verhaften. Nur Pater Kern glaubt nicht, dass der blonde Engel auch der Täter ist. Allerdings spricht das Zimmer des Täters, der immer noch bei seiner Mutter lebt, Bände. Das Zimmer ist mehr oder weniger ein Alter. Als der mögliche Täter Selbstmord begeht, schließt die Polizei die Akte als gelöst. Doch Pater Kerns Ermittlungen führen ihn ins Rotlich Mileu. Evor Pater Kern zur Kirchengemeinde der Notre Dame kam, hat er lange Jahre als Seelsorger im Gefängins gearbeitet und besucht immer noch einen Inhaftierten.

Bevor ich mit dem Lesen begonnen hatte, kannte ich nur den Klappentext und der klang ziemlich spannend. Eine Leiche an einem Ort zu deponieren, der täglich von mehr als 50.000 Besucher heimgesucht wird, fand ich ziemlich interessant. Doch beim behäbigen Schreibstils kam überhaupt keine Spannung auf. Er lässt seinen Protagonisten chronische Schmerzen erdulden, dessen Herkunft nach all den Jahren immer noch unklar sind. Lange Zeit ermittelt sein Pater Kern im Dunkeln. Erst kurz vor Schluss und mit Hilfe der Freundin der Ermordeten, kann Pater Kern alle losen Fäden zusammen fügen und stellt sich dem wahren Täter, es kommt zu einem fulminanten Höhepunkt. An Kerns Seite, ist eine junge und unerfahrene Staatsanwältin. Die genau wie Pater Kern ihr Päckchen zu tragen hat. Der Autor spinnt Fäden, die am Ende lose bleiben. So erfährt der Leser, dass sich Pater Kerns Freund das Leben nimmt aber dies wird nicht zu Ende erzählt. Sodass man sich als Leser sein eigenes Bild machen muss. Weniger Informationen über das Privatleben von Kern und der Staatsanwältin wäre besser gewesen.

Neben der eigentlichen Handlung, gibt es einen Nebenhandlung, die ebenso plötzlich beginnt, wie sie abrupt endet. Man erfährt Dinge, deren Handlung in Afghanisten (?) stattfinden und die die eigentliche Handlung überhaupt nicht voran bringen. Ich hätte auf diesen Handlungsstrang gut verzichten könnten und habe mich gefragt, ob der Autor damit seine dünne, langweilige Handlung aufputschen wollte.

Die Madonna von Notre Dame ist ein langweiliger, durchschnittlicher Krimi der eine atemberaubende Kulisse zur Verfügung hat. Der Autor schafft es leider nicht, dass das Buch auch nur ansatzsweise spannend sein könnte. Die ermitteldene Kommissare sind mehr als unsympathisch. Frankophile Leser, die sich gerne in Paris aufhalten, könnte das Buch gefallen. Ich war froh, als ich das Buch zuklappen konnten, um es wieder abgeben zu können.

 

 

Patterson, James: Die 11. Stunde

Freund oder Feind, Wahrheit oder Täuschung …

Lindsay Boxer ist voller Vorfreude, denn endlich ist sie schwanger. Das Verbrechen in San Francisco nimmt darauf allerdings keine Rücksicht. Als der Millionär Chaz Smith brutal niedergeschossen wird, findet Lindsay heraus, dass durch die Mordwaffe vier der berüchtigsten Verbrecher der Stadt den Tod fanden. Außerdem wurde sie aus ihrem eigenen Beweismitteltresor im Police Department gestohlen. Jeder könnte der Täter sein, auch diejenigen, die Lindsay am nächsten stehen …

Autor:

James Patterson sagt von sich selbst: “Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.” Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den “Edgar Allan Poe Award” für seinen ersten Roman “Die Toten wissen gar nichts” bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der “Alex-Cross”-Reihe oder seiner Familie in Palm Beach City, Florida.

11

 Dies ist mittlerweile das 11. Buch um den “Womens Murder Club”. Die Reihe wurde nun auch fürs Fernsehen adaptiert, da ich aber mit “Rizzoli und Isles” keine besonders gute Erfahrung gemacht habe, schaue ich mir die Serie nicht im Fernsehen an. Dies ist das erste Buch aus der Reihe, das nicht als Hardcore erschienen ist. 

Lindsay Boxer hat es in diesem Buch gleich mit zwei schweren Fällen zu. Sie muss Erstens den Rächer von San Francisco ausfindig machen. Der Rächer, ein potentieller Polizist, hat sämtliche Drogendealer auf dem Radar und will einen nach dem anderen ins Jenseits befördern. Im zweiten Fall muss sie den Mördern von sechs Totenschädeln ausfindig machen. Diese wurde im Garten einen prominenten Schauspielers gefunden. Dieser geriet bereits vor ca. 10 Jahren ins Rampenlicht, als seine Frau verschwand und ihre Leiche niemals aufgefunden worden ist. Da man ihn nicht des Mords überfuhren konnte, wurde er in allen Anklagepunkten freigesprochen. Auch dieses Mal gerät er wieder unter Mordverdacht. Boxers Arbeit wird zu dem erschwert, dass sie von einem aufdringlichen Journalisten gestalkt wird.

Für mich war dies das schwächste Buch aus der Reihe. Es ist einfach unglaubwürdig, dass ein Ermittler Duo zwei schwere Fälle, ohne weitere Unterstützung, zu bearbeiten haben und die Ermittlerin auch noch schwanger ist. Bis knapp 60 Seiten vor dem Ende, tappt Boxer völlig im Dunklen, was die weiter Ermittlungen betreffen, doch dann kommt “plötzlich” ein Zufallstreffer und sie kann den ersten Fall abschließen, Des Weiteren kommen unerwartet private Probleme auf sie zu, die ebenfalls auf den letzten verbleibenden Seiten gelöst werden muss. Am Ende kommt ein gewollt rundes Ende heraus, sodass auch Leser, die die Serie bisher noch nicht kannten problemlos mit dem Buch anfangen können. Da die Kapitel extrem kurz ist, wird man als Leser ständig aus seinem Leserhythmus heraus gerissen, dies ist aber nicht nur in diesem Buch, sondern alle Bücher vom Autoren sind so aufgebaut.

Fazit:

Wie bereist erwähnt, ist dies der schwächste Band aus schwächste Band aus der Reihe. Dadurch das der Autor die Protagonistin in zwei Fällen ermitteln lässt, wird das ganze Buch unglaubwürdig. Schade, daher gibt es auch nur 1 1/2 von 5 Sternen.

Ziemann, Ulla: Der Tag, an dem meine Wohnung abbrannte und ich bei meiner kroatischen Putzfrau einzog

Niemals hätte Eva zugegeben, dass sie sich ihr Apartment und ihre Shopping-Exzesse gar nicht leisten kann. Aber als ihr Haus abbrennt, ist mit dem Luxus ein für allemal Schluss: Sie zieht in die WG ihrer kroatischen Putzfrau Danka, der alten Ljudmila aus Tschetschenien und der Nigerianerin Adila. Irgendwie gelingt es Eva, sich mit ihrem neuen Leben anzufreunden – zumindest bis die Vergangenheit sie einholt und sie das Schicksal der gesamten illustren WG aufs Spiel setzt …

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (10. Dezember 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492302548
  • ISBN-13: 978-3492302548

Autorin:

Ulla Ziemann wurde 1969 in München geboren. Nach ihrem Studium arbeitete sie zunächst als Freie Übersetzerin. Danach leitete sie die Drehbuchabteilung bei Greenlight Media und entwickelte zahlreiche Filmprojekte. »Der Tag, an dem meine Wohnung abbrannte und ich bei meiner kroatischen Putzfrau einzog« ist ihr erster Roman.

 

 

Putzfrau

Dieses Buch fiel nur auf Grund des außergewöhnlichen Titels auf. Ich lese ja gerne Bücher mit interessant gestalteten Covern und Bücher deren Titel sich von der Masse der anderen Bücher hervor heben (und beides ist in diesem Fall gegeben).

Die 34 jährige Eva wohnt in im schicken Glockenbach Viertel und lebt weit über ihre Verhältnisse, als durch ihre eigne Schuld ihre Wohnung ausbrennt, kommt sie in der kroatischen WG ihrer Putzfrau unter. In der WG leben neben Danka, eine Nigerianerin plus Sohn und die Deutsch-Russin Ljudmilla. Da Eva kein Geld hat, nimmt Danke sie zum Putzen mit, damit sie sich an den Lebenshaltungskosten den WG beteiligen kann. Diese “Heile-Welt” geht ein paar Monate gut. Doch dann nimmt sie ein Hostessen Angebot an, ihr erster Kunder versucht sie zu vergewaltigen. Nach dem die Polizeibeamten ihre Daten aufgenommen haben, wird ihre nigerianische Freundin, die keine gültige Aufenthaltsgenehmigung hat, festgenommen und der Sohn vom Jugendamt in Obhut genommen.

Nun beschließt Eva ihr Leben in den Griff zu bekommen. Sie meldet Privatinsolvenz an, die sie bis dahin komplett verdrängt hat. Ab diesem Zeitpunkt wird die ganze Handlung unglaubwürdig. Obwohl Eva keine eigene Wohnung mehr hat, und bei ihrer Mutter, die in einer kleinen Wohnung wohnt, stimmt das Jugendamt zu, dass sie Gogo zu sich nehmen darf. Es hat auch weiter keine gesetzlichen Konsequenzen, dass sie die Insolvenz verzögert hat.

Als ich den Titel des Buchs las, ging ich davon aus, dass es chaotisch und ein bisschen lustig zu geht aber die Autorin bedient zu viele Klischees, schneidet ein ernstes Thema an ohne dieses weiterzuverfolgen. Obwohl das Buch nur ca. 280 S. stark ist, hatte ich das Gefühl, dass ich wesentlich mehr gelesen habe. Es zog sich stellenweise einfach nur wie Kaugummi. Daher gibt es von mir auch keine Leseempfehlung!

Winter, Carin: Die Inselärztin und das Glück

Viola Herz, Inselärztin auf Hiddensee, ist glücklich: Sie hat eine kleine Tochter bekommen. Viola freut sich auf die Taufe und den langersehnten Familienurlaub. Doch dann muss ihr Mann, der Biologe Florian, überraschend ins Amazonasgebiet fliegen. Gleichzeitig kommt ein Brief aus Indien: Zwei Waisenkinder suchen ein neues Zuhause. Viola macht sich auf eine schicksalhafte Reise …

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (10. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 354828289X
  • ISBN-13: 978-3548282893

Autorin:

Carin Winter hat Medizin studiert und mehrere Jahre als Ärztin in einem Dorf gearbeitet; später entdeckte sie die Lust am Schreiben. Teile ihrer Familie stammen von Rügen, ein Großonkel war dort auch Arzt. Carin Winter lebt in Weil der Stadt.

Inselärztin

Als ich mir die biographischen Daten der Autorin angeschaut habe, habe ich entdeckt, dass sie gar nicht mal so weit weg wohnt.

“Die Inselärztin und das Glück”, ist nach “Die Inselärztin” und “Die Liebe der Inselärztin” das dritte um die Allgemeinmedizerin Viola Herz, hier empfiehlt es sich die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Violas Glück könnte perfekt sein, ihre ehrsehnte Tochter, Finchen, kam zur Welt und sie und ihr Mann können endlich in die Berge fahren. Ein Tag bevor ihr Urlaub zu Ende geht, bekommt ihr Mann einen beunruhigenden Anruf, zwei seiner Hamburger Kollegen werden im Amazonas Gebiet vermisst. So macht sich ihr Mann auf den Weg in den Amazonas. Während ihr Mann weit weg ist, bekommt Viola einen Brief aus Indien. Sie und Florian wollen zwei indische Waisenkinder adoptieren, doch das Waisenhaus schließt viel früher als gedacht und Viola hat noch nicht alle erforderlichen Papiere zusammen, damit die beiden Kinder das Land verlassen können. So macht sie sich mit dem Lehrer, Henning, auf den Weg nach Indien.

Als sie, mit den Kindern, wieder auf Hiddensee ist, muss sie feststellen, dass sie von einer Mutter verklagt wird. Diese wirft ihr vor, sie habe die Schweigepflicht, was den Vater ihres Sohnes betrifft, verletzt und verklagt sie nun auf Schadenersatz. Viola macht sich große Sorgen, ob sich alles wieder gerade biegen lässt oder ob sie ihre Zulassung als Ärztin verliert. Damit sie ihren Alltag, mit nun drei Kindern, meistern kann, bekommt sie tatkräftige Unterstützung von anderen Inselbewohnern.

leuchtturm-dornbusch

Leuchtturm von Hiddensee (Quelle: http://www.ruegenmagic.de/leuchttuerme-insel-ruegen.htm)

“Die Inselärztin und das Glück” ist eine gelungene Fortsetzung der ersten beiden Büchern. Als ich mit dem Lesen des Buchs begonnen hatte, war ich sofort wieder auf Hiddensee, einer Insel in der Ostsee. Es war ein Wiedersehen mit altbekannten Gesichtern, sodass dies den Einstieg ins Buch erleichtert hat. “Die Inselärztin und das Glück” ist keine hochtrabende Literatur aber ich hatte während des Lesens nicht das Gefühl, dass mich das Buch langweilen würde. Wie alle Bücher aus dem Genre ist es so aufgebaut, dass man sich am Anfang ausrechnen kann, wie das Buch zu Ende gehen könnte und es dennoch nicht enttäuschend ist, wenn man recht hat. Die ganze Hiddenseer Atmosphäre macht das Ganze wieder wett (und ich würde am Liebsten meine Koffer packen, um ein paar Tage auf dieser zauberhaften, autofreien Insel zu verbringen). Daher würde ich mich freuen, wenn es noch einen weiteren Band geben würde. Der Autorin, die selber auch Medizin studiert hat und die Ecke kennt, werden die Ideen sicher nicht ausgehen.

 

Forester, C.S.: Gnadenlose Gier

 
London in den 1920er-Jahren: In einer Werbeagentur werden drei Männer, unter ihnen der kaltblütige Charlie Morris, unlauterer Geschäfte überführt und fürchten die fristlose Kündigung. Es bleibt ihnen nur eine Möglichkeit: Sie müssen den einzigen Mann loswerden, der ihnen den Betrug nachweisen kann – ein mörderischer Plan wird geschmiedet. Nachdem »das Problem« beseitigt ist, zeichnet sich allerdings schnell ein neues ab, denn nicht jeder der drei Mitwisser hat ähnlich gute Nerven wie Morris. So besteht bald schon wieder Handlungsbedarf. Als auch Morris’ Frau Mary auf die Todesliste gerät, scheint ihr Schicksal besiegelt. Doch im Verborgenen lauert jemand, der Charlie Morris um jeden Preis zur Strecke bringen will.
 
  • Broschiert: 260 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423260203
  • ISBN-13: 978-3423260206
  • Originaltitel: Plain Murder

gier

 

Nach “Tödliche Ohnmacht” ist es “Gnadenlose Gier” ein weiteres Buch, das auch der Versenkung hervor geholt und neu übersetzt wurde.

“Der perfekte Mord kann nur dann gelingenm wenn nicht allein die Umständer äußerst günstig sind, sondern auch der Mörder noch clever genug ist, das Beste aus den Umständen zu machen, und entschlossen genug, ihnen jeden möglichen Vorteil abzuringen (S. 63/64).

Nach dem drei Männer ihre korrupte Ader nachgewiesen wurde, müssen sie handeln. Ihnen droht die Arbeitslosigkeit, mit all den negativen Konsequenzen. Charlie Morris ist der Einzige unter ihnen der einen kühlen Kopf bewahrt und über den perfekten Mord nach denkt und ihn logischerweise auch ausführt. Allerdings rechnet er nicht damit, dass die beiden anderen, vor allem Reddy, unter Gewissensbissen leiden.

” Von einem Mord kann man keinen Rückzieher mehr machen, wenn der der Mord erst begangen war.” (S. 73)

Genauso sieht es Morris auch, als ihn Reddy auf sein moralisches Dilemma hinweist. Nach dem erste Mord ohne Konsequenzen ausgegangen ist, Reddy zu unsicher wurde, plant Morris den nächsten Mord und setzt diesen noch skrupeloser um als den ersten. Nun hat er nur noch einen Mitwisser.

Ab diesem zweiten Mord gibt es für Morris keine moralischen Grenzen mehr. ” Das Hauptmerkmal des Verbrechers, die conditio sine quo non, jeder Definition des eigenen Wohlergehens im Vergleich zur Wichtigkeit des Wohlergehens oder der Meinungen oder der Ideale anderer Menschen. Morris hätte Harrison nicht ermordet, hätte er Harrisons Leben nicht als unwichtiger betrachtet als sein eigenes Glück und hätte ihn nicht der Glaube an seine Fähogkeiten, die Aufdeckung der Tat verhindern zu können, getragen.” (S. 135/136)

Der erste Mord hat ihn beruflich voran gebracht, er bekam nun mehr Geld und sein Ansehen in der Werbeagentur wurde gesteigert. Dies hatte natürlich die Folge, dass sein letzter Mitwisser, der nicht zur Polizei gehen konnte, ein Stück vom Kuchen abhaben wollte und dies mit allen seiner zur Verfügung stehenden Mittel durchgesetzt hat. Nun muss Morris sich entscheiden, ob er auf die Forderungen seines Erpressers eingeht oder ob er ihn genauso umbringt wie Reddy.

Auch im Privatleben ist nicht alles rosig, seine Frau und seine beiden Kinder fordern Aufmerksamkeit und Nähe. Auf beides hat er keine große Lust. Als er sieht, wie leicht ihm das Morden gelingt, schmiedet er auch Pläne, was seine Frau betrifft. Die steht ihm für sein neues Liebesglück nur ihm Weg.

Da ich bereits “Tödliche Ohnmacht” gelesen habe, konnte ich mich an den trocknen Schreibstil des Autors gewöhnen. Auch dieses Mal hatte ich nicht das Gefühl, das ich einen klassischen Krimi gelesen habe. Ich lese ja am Liebsten “Whodunit” Krimis. Ein Mord (oder auch mehrere) geschieht, es wird ermittelt (dabei spielt es für mich keine Rolle ob sich dabei um einen Ermittler von der Kripo handelt oder um einen Hobbydektektiv) und am Ende steht klassicherweise der Täter fest. Dies alles kommt in “Gnadenlose Gier” überhaupt nicht vor. Die erzählende Instanz nimmt den fiktiven Leser mit ins London der 20 iger Jahre. Der Mörder steht von Anfang an fest und es gibt keinen Ermittler. Der Mörder kommt also mit seinen Taten ungeschoren davon und das macht den Reiz des Buchs aus. Der Leser bekommt die Innenansichten der einzelnen Protagonisten mit und hat die Wahl, mit wem er sich nun sympathisieren kann.

“Alle, die bis zum Ende dieses Buches weiterlesen, sollten sich besser für eine dieser widerstreitenden Meinungen etnscheiden”. (S. 141). Hier greift die erzählende Instanz zum ersten Mal in das Geschehen ein. 

Auch wenn “Gandenlose Gier” kein klassicher Krimi war, konnte er mich dennoch so weit überzeugen, dass er vier von fünf Sternen bekommt.

 

 

Legardinier, Gilles: Monsieur Blake und der Zauber der Liebe

Andrew Blake, erfolgreicher Geschäftsmann aus London, hat den Tod seiner geliebten Frau Diane nicht überwunden. Er braucht dringend eine Veränderung. Und so lässt er sein altes Leben hinter sich und nimmt in einem Herrenhaus in Frankreich inkognito eine Stelle als Butler an. Dort arbeiten mit ihm: die feldwebelhafte Köchin Odile, der exzentrische Gärtner Phillipe und das junge Hausmädchen Manon. Bald schon bringt Andrew die entfremdeten Bewohner des Hauses durch seine weise, humorvolle Art einander näher. Und wer weiß, vielleicht erlebt auch er selbst noch einmal den Zauber der Liebe?

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (21. Juli 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442480760
  • ISBN-13: 978-3442480760
  • Originaltitel: Complètement cramé!

Zauber

Nach “Julie weiß. wo die Liebe wohnt” ist es das zweite Buch, das ich von Gilles Legardinier gelesen habe. Auch dieses Mal wurde ich über das Cover auf das Buch aufmerksam. 

Als ich das “Rosie Projekt” las, hatte ich während des Lesens immer Jim Parson (Dr. Dr. Sheldon Cooper) vor Augen. Dieses Mal musste ich während des Lesens immer an Bruno Ganz und seine Rolle in “Brot und Tulpen” denken, er könnte Andrew Blake wunderbar verkörpern.

Da Andrew Blake den Tod seiner Frau immer noch nicht verkraftet hat, bittet er seinen langjährigen Freund, dass dieser ihm eine Stelle als Hausdiener in Frankreich vermittelt. Inkognito macht er sich auf den Weg nach Frankreich um dort seinen Posten als Majordomus anzunehmen. Dort angekommen, trifft er auf Odile, die als Köchin das Sagen hat. Zu Andrews Aufgaben gehört es, der Dame des Hauses morgens die Zeitung zu bügeln, gemeinsam die Post zu beantworten und Gäste zu bewirtschaften. Er und Odile liefern sich immer Wortgefechte. Im Wildhüter, Philippe, findet er neuen Freund. Beide nehmen sich ständig auf die Schippe, so werden Vorurteile über das jeweilige andere Land ausgetauscht. Als er merkt, dass die junge Manon schwanger ist, greift er dezent in ihr Leben ein. Doch seine Chefin denkt immer, er wäre nur ein einfacher Hausangestellter und lässt sich von ihm nicht helfen. Während Blake das Leben im Haus positiv bereichert, das Klima unter den Angestellten verbessert sich täglich, plagen ihm Zweifel, ob er das angeschlagene Verhältnis zu seiner Tochter verbessern kann. 

“Monsieur Blake und der Zauber” ist ein Buch, dass mich von der ersten Seite in den Bann gezogen hat (auch wenn es hin und wieder Längstellen hat), es liest sich sehr flüssig. Ich fand es sehr spannend, wie sich sich alle im Haus weiterentwickelt haben und das ganze Miteinander einfach entspannter wurde. Blake ist ein feiner britischer Charakter, den man einfach mögen muss. Daher bekommt das Buch auch vier von 5 Sternen.