Nur noch noch 17 Stunden….

… bis zur Abgabe des Essays und ich bin kein Stück weiter als vor einer Stunde. *Heul*. Warum ausgerechnet ein Essay, wieso keine nette Hausarbeit? Eine Hausarbeit macht viel weniger Arbeit als ein Essay und ist viel durch strukturierter. Nach dem letzten, meinem ersten Essay, habe ich mir geschworen, dass ich beim nächsten Mal früher anfangen werde. Haha, ich gehöre zu den Last Minute Abgeber und ich ärgere mich darüber. Bin gefrustet und darf noch nicht mal Schoki essen oder Cola light trinken. Kant und nochmals Kant, Foucault bezieht sich in seinem Vortrag auf Kant und dessen Frage, was Aufklärung wäre. Ich habe es ja irgendwie verstanden und muss es irgendwie verwurschten. Auch Habermass sollte in einem Machwerk, das nach Abgabe gelöscht wird, zur Sprache kommen. Tja, und nun stellt sich die Frage, wie ich meinen losen Ende alle verknüpfen würden. 

Meine Tochter meinte mal: Mama, du kannst mehrseitige Briefe in kurzer Zeit schreiben aber zum Thema Essay fällt dir nichts ein. Ich muss dazu aber auch sagen, dass Essay schreiben im Tutorium nicht behandelt wurde und da ich Philo nicht auf Bachelor studiere, musste ich auch keine Schreibwerkstatt besuchen. In solchen Augenblicken vermisse ich meine Glimmstengel. Ich darf noch nicht mal eine Schoki essen und auch keine vegetarischen Gummibärchen. Mein Leben ist öde geworden aber ich werde bis Karfreitag durchhalten. Vielleicht passe ich dann auch in die eine amerikanische Jeans hinein????? Ich könnte mich fragen, diese Frage ist aber ziemlich unangenehm, warum ich nicht weiter schreibe anstatt hier nutzloses Zeug zu posten.

Morgen gibt es einen kleinen Lichtblick, der neue Kluftinger kommt raus und ich warte noch auf zweite weitere Bücher. Dazu mir fällt mir noch, dass ich dringend eine Rezi zu einem Jugendbuch posten muss. Nun sollte ich mich aber wieder frisch, fromm und frei ans Werk machen. Dieser Essay schreibt sich nicht von allein. Wäre es nicht cool, wenn der PC mitdenkt?

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Was ist Kritik?

Es ist mal wieder Essay “Time”, morgen um 14 Uhr ist Abgabetermin und mein Essay ist noch nicht mal zur Hälfte fertig. Essay schreiben ist der pure Albtraum für mich. Habe schon diverse Seiten im Internet angeschaut, damit ich weiß, wie ein Essay auszusehen hat. Nun habe ich eine Ahnung welche formalen Kriterien ich erfüllen muss und das gute Stück *würg* muss noch mit Leben gefüllt werden. Bazinga, würde Dr. Sheldon Cooper dazu sagen. Bazinga ist ein lustiger Ausdruck. Während ich das Schreibe liegt Frama schlafend neben mir und schaut mich nicht mit dem Hintern an. Ja, so ein Katzenleben hat was. In meinem nächsten Leben möchte ich gerne als Katze auf die Welt kommen aber bitte nur als Rassekatze. Und nun kommen Fragmente meines super spannenden Essay!

Was ist Kritik?

 

Die Kritik hat nicht die Prämisse eines Denkens zu sein, das abschließend erklärt: Und das gilt es jetzt zu tun. Sie muss ein Instrument sein für diejenigen, die kämpfen, Widerstand leisten und das, was ist, nicht mehr wollen. Sie muss in Prozessen des Konflikts, der Konfrontation, des Widerstandsversuchs gebraucht werden. Sie darf nicht das Gesetz des Gesetzes sein. Sie ist keine Etappe in einer Programmierung. Sie ist eine Herausforderung für das, was ist.“ 1

 

Bereits Schüler werden dazu angehalten, ihre Mitschüler nach Referaten zu loben und zu kritisieren, was sie gut gemacht haben oder was nicht besonders gut lief. Im Alltag wird der Begriff „Kritik“ auf vielfältige Art und Weise benutzt. In vielen Unternehmen finden regelmäßige Mitarbeitergespräche statt um Mitarbeiter zu loben oder zu kritisieren. In unserem Sprachgebrauch ist Kritik daher meistens negativ behaftet. Kritik, auch wenn sie konstruktiv ist, wird immer noch als Schande aufgefasst, dass man etwas falsch bzw. nicht richtig ausgeführt hat.

 

Deshalb sollte man sich fragen, was Kritik überhaupt bedeutet. Laut dem Philosophischen Wörterbuch leitet sich Kritik vom griechischen „krinein“ scheiden, Kritik im Sinne von Scheidekunst (kritike techne) ab. Kritik, ist laut Definition, das Vermögen des Menschen mehr oder minder klug zu handeln und zwar in allen Lebensbereichen.

 

Im 1978 hielt Michel Foucault einen Vortrag, der damals noch namenslos war, zum Thema „Was ist Kritik“? Vor der Sociéte francaise de philosophie. Mit dem Untertitel „was ist Aufklärung?“ verdeutlicht er die Anspielung auf Kants berühmte Frage, was den Aufklärung wäre. Der Text, der von Foucault nicht selber niedergeschrieben wurde, wurde von Monique transkribiert und posthume, im Jahre 1992, veröffentlicht. Die Rechte am Text hat die Sociéte francaise de philosophie. Im vorliegenden Text pointiert er Fragen, die ihn seit seiner Antrittsrede am College de France bewegt haben, wie denn das Verhältnis zwischen Macht und Wissen sei. Sein Vortrag“ Was ist Aufklärung“ baut auf diesem Vortrag auf. F. Ziel war es bestehende Machtstrukturen zu untersuchen.

 

In seinem, einst namenlosen Werk, untersucht Foucault, die kritische Haltung der Tugend (etwa ab dem 15./ 16. Jahrhundert). Lange Zeit wurde das Dogma der Kirche der Kirche gepflegt, mit der Bibel im Mittelpunkt. Menschen zur damaligen Zeit wurde weiß gemacht, das man als guter Christ Rechenschaft ablegen muss (> Kantscher Imperativ). Es gab die drei Aspekte von Wahrheit, Wahrheit als Dogma (die Bibel als dogmatisches Regelwerk). Die christliche Lehre ist nicht anzuzweifeln, Lenkung des Individuums und Gewissensbefragung. In dem bestimmte Techniken eingeübt werden, können bestimmte Verhaltensweisen ausgeprägt werden. Die grundlegenden Fragen des 15./ 16. Jahrhunderts (das Zeitalter der Ähnlichkeiten ) war, wie Menschen regiert werden können bzw. regiert werden müssen. Die Kunst ist es, nicht regiert zu werden.

Liest man den kompletten Text, werden die Parallelen zu Kant „ Was ist Aufklärung“ deutlich. Foucault überlegt, wie Kant die Kritik im Verhältnis zur Aufklärung definiert.2 Foucault orientiert sich an Kants Texten, vor allen wenn es darum geht Aufklärung und Kritik neu zu bestimmen, mit seinen Texten versucht (bazinga) er Kants kritische Reflexion fortzusetzen.

Seit dem 18 Jahrhundert spielt die Aufklärung als historisch philosophische Praktik, vor allem in Deutschland, eine große Rolle, Kant ermuntert uns, dass wir räsonieren sollen aber gleichzeitig auch gehorchen sollen. Kant versucht uns Wege zu zeigen, damit wir aus unserer selbst verschuldeten Unmündigkeit heraus kommen und unseren eigenen Verstand benutzen.

Neben Foucault haben sich auch zeitgenössisches Philosophen wie z.B. Habermas Gedanken zum Thema „was ist Kritik“?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich kann Foucaults Gedanken nur teilweise zustimmen. Seit er den Vortrag hielt, haben sich viele Dinge auf unserer Welt verändert. So gibt es das Deutschland, wie er es kannte, nicht mehr. Sechs Jahre nach seinem Tod wurde Deutschland, nach Jahren der schmerzlichen Trennung wieder vereinigt. Dabei spielte Gorbatschow eine wichtige Rolle. Amerikas ganzer Stolz, das World Trade Center, wurde im Jahre 2001 durch islamistische Terroisten zerstört und eine Epoche der Hilflosigkeit begann. So bekam Michel Foucault auch nicht mehr mit, dass Aids zwar immer noch nicht heilbar ist aber der Ausbruch der Krankheit (durch Medikamente) verzögert werden kann. Michel Foucaults Text sollte daher so interpretiert werden, wie es die Zeitumstände waren, als er diesen Vortrag hielt. Er sollte daher nicht in die heutige Zeit, in der Frauen Berufe (bis Mitte der 1970 iger Jahre durfte ein Mann entscheiden, ob seine Frau berufstätig ist oder nicht) ausüben dürfen, transkribiert werden. Er gilt immer noch als wichtiger Meilenstein in der Philosophie.

1) Vgl.: Michel Foucault, Diskussion am 20. 5. 1978, Dits et Ecrits: Schriften in vier Bänden IV, S. 41

2Vgl.: Foucault, Michel: Was ist Kritik, aus dem Französischen von Walter Seittler, Berlin, Merve Verlag: 1992, S. 15