Stomp, Maya: Wir Wittwen sind ein zähes Volk

Der Tod eines geliebten Menschen verändert alles. Die Welt rückt unfassbar weit weg, sie ist nicht mehr wie zuvor.

Am 7. September 2010 wurde Maya Stomp mit 41 Jahren plötzlich Witwe. Seit diesem Tag lernt sie, was Trauern heißt, was hilft, aber auch was eben nicht hilft, den Verlust eines geliebten Menschen ins eigene Leben zu integrieren. Die Autorin erzählt ihre persönliche Geschichte und stellt auch Erfahrungen anderer Witwen vor.

Ihre Mission ist, dass Trauernde lernen, Mitgefühl mit sich selbst zu entwickeln und sich Raum zu lassen für die harte Arbeit, die das Trauern ist. Denn jeder, der einen schweren Verlust erlitten hat und bleischwere und unsichtbare Trauerarbeit leistet, ist für Maya Stomp ein Held. Obwohl diese Arbeit so mühsam ist, bekommt keiner von ihnen eine Auszeichnung, eine Belohnung oder Applaus. Die wahre Trauerarbeit ist für andere unsichtbar und wird durch dieses Buch sicht- und erlernbar.

Intensiv erzählte Erfahrungen von Liebe und Verlust
Inspirierende Angebote für betroffene Frauen
Ernsthaft und doch leicht im Ton

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten

Verlag: Gütersloher Verlagshaus (27. April 2020) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3579023969 ISBN-13: 978-3579023960

“Wir Wittwen sind ein zähes Volk” habe ich als Rezensionsexemplar von Randomhouse erhalten, herzlichen Dank dafür. Wie immer bin ich viel zu spät dran, was das Rezensieren des Buchs betrifft. Der Titel hat mich neugierig gemacht, sodass ich mich um ein Exemplar beworben habe. Obwohl ich nicht verwittwet bin, hat mich das Buch emotional berührt. Meine Mutter starb 2013 völlig überraschend und während des Lesens habe ich feststellen müssen, dass ich mich noch nie richtig emotional mit dem Thema auseinader gesetzt habe.

Worum geht es in dem Buch? Die Autorin wurde mit 41 Jahren vollkomme überraschend Wittwe. Sie beschreibt in dem Buch, wie sehr sie der Tod ihres Mannes aus der Bahn geworfen hat. Viele Jahre waren sie ein “wir” und nun musste sie sich schmerzhaft an den Gedanken gewöhnen, dass es kein “wir” geben wird. Im Buch beschäftigt sich die Autorin unter anderen mit den Themen “Verlust hinnehmen”,”Meinen Schmerz spüren”, “Mein Herz spüren” und “mein Leben neugestalten”. Als ich mit dem Lesen des Buches begonnen hatte, dachte ich mir, so ein dünnes und überschaubares Buch soll helfen um den Verlust des Partners leichter ertragen zu können. Da Maya Stomp selbst den Verlust hinnehmen musste, weiß sie aus eigenen Erfahrungen welche Hilfsmittel ihr gut getan haben und welche nicht.

“Wir Wittwen sind ein zähes Volk” muss nicht von vorne nach hinten gelesen werden, sondern man sich aus den Anregungen, die die Autorin ihren Lesern mit auf dem Weg gibt, die heraus suchen, die einem als Hinterbliebenen den Schmerz leichter machen. Dennoch sollte man in dieser schweren Zeit, der Schmerz wird nie vollständig verblassen, auch auf professionelle Hilfe zurück greifen. Maya Stomp, die mittlerweile als Trauercoach arbeitet, vermittelt in ihrem Buch sehr viele wertvolle Tipps, die das Trauern (und dieses Gefühl muss man zulassen können) erleichtern. Sie gibt Tipps wie bestimmte Tage (Todestag, Weihnachten) leichter zu überstehen sind.

“Am 2. Dezember 2014 postete ich auf meiner Facebook Seite “Rouwen hoort bij het leeveb” (Trauern gehört zum Leben dazu diese Zeilen:

Trauern im Dezember

Die Welt feiert

Meine Welt steht still

Diese drei Zeilen haben mich beim Lesen doch sehr mitgenommen und ich musste beim Lesen daran denken, dass mein Sohn im Dezember 2014 zur Welt kam und wir durch einen Atemstill (er konnte glücklicherweise reanimiert werden) kurz nach der Geburt verloren hätten.

Da ich mich bisher noch nie ernsthaft mit diesem Thema auseinander gesetzt habe, kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen.

Hilgenberg, Julie: Das Mädchen aus Glas

Berlin, 1913. Elisa leidet unter der seltenen und wenig erforschten Glasknochenkrankheit, weshalb sie ihr wohlbehütetes Zuhause kaum verlässt. Louis ist ein Draufgänger und liebt das Risiko. Die von den Eltern vereinbarte Eheschließung erscheint ihnen zunächst wie eine Bestrafung – zumal Elisa in ihren Arzt Wilhelm verliebt ist. Doch während der Erste Weltkrieg heraufzieht, kommen Elisa und Louis sich näher. Als die beiden Männer an die Front müssen, zeigt sich, wie stark Elisa wirklich ist – und sie erfährt, was es bedeutet, wahrhaftig zu lieben.

Taschenbuch: 512 Seiten

Verlag: Diana Verlag (11. Mai 2020) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3453360575 ISBN-13: 978-3453360570

“Das Mädchen aus Glas” wurde mir über Testlesen zur Verfügung gestellt, herzlichen Dank dafür und ich bin wie immer zu spät dran, was das Rezensieren betrifft. Ich habe dieses Buch ohne große Erwartungen gelesen und es fiel mir anfangs sehr schwer, in die Geschichte eintauchen zu können. Da es aber ein Rezensionsexemplar war, habe ich es zu Ende gelesen und irgendwann hat mich die Geschichte doch noch packen können und ich habe das Buch in einem Rutsch zu Ende gelesen.

Worum geht es in dem Buch? Anfangs lernen wir unsere Protogonistin, Elisa, kennen. Sie ist im heiatsfähigen Alter und ihre Eltern sind der Meinung, sie müsse unter die Haube kommen. Ihren Eltern gehört eine bekannte Schokoladenfirma und mit der Vermählung mit dem Spross einer Bankiers Familie soll den von Treues unter die Arme gegriffen werden. Louis soll Elisas Ehemann werden. Doch Elisa hat einen “Makel”, denn sie hat die Glasknochenkrankheit. Bevor ich mit dem Lesen begonnen hatte, hatte ich gehofft, dass diese Krankheit mehr im Vordergrund stehen würde, da Elisa aber nur eine milde Form hat, wurde die Krankheit nur am Rande erwähnt. Ihr potentieller Ehemann, Louis Vater suchte Elisa nach den gleichen Kriterien aus (ich dachte während des Lesens nur: schau an, die Beiden wuden aus den gleichen Bewegründen für einander ausgesuch), hat einen sehr schlechten Ruf. Loius hat hat den Ruf eines Schürzenjägers und so kommt es wie es kommen muss, Elisa und Louis können sich auf den Tod nicht ausstehen und müssen dennoch heiraten. Während Louis seine Affäre mit Rosalie pflegt, ist Elisa in ihren Arzt, Wilhelm, verliebt. Sie kennt Wilhelm seit sie ein kleines Kind ist. Auf Grund ihrer Krankheit verlässt sie das Haus nur selten.

Am Anfang ihrer Ehe gehen sich die Elisa und Louis mehr oder weniger aus dem Weg aber irgendwann kam der Zeitpunkt an dem sich die Beiden doch ineinander verliebt haben. Ich fand es spannend miterleben zu können, wie sich Elisa und Louis Stück für Stück näher gekommen sind. Immerhin war es Louis, der Elisa die Augen geöffnet hat und ihr gezeigt hat, welchen Verrat ihre Eltern an ihr begangen haben.

Obwohl ich anfangs mit der Geschichte überhaupt nicht warm wurde, konnte mich das Buch gegen Ende doch noch überzeugen, sodasss ich es nicht abgebrochen habe, sonders es bis zum Schluss durch gehalten. Anfangs mochte ich beide Protagonisten überhaupt nicht. Elisas Verhalten fand ich anfangs sehr überheblich. So wie es in Louis Verhalten zu einer Veränderung kam, so hat sich Elisa auch gewandelt. Anfangs wirkte sie auf mich eher schwächlich, doch imer Verlauf der Handlung wurde aus der ängstlichen Elisa eine mutige Persönlichkeit. Auch wenn Louis Tante nur eine Randfigur ist, mochte ich sie von Anfang an. Ich hatte ja erwähnt. dass Elisa sich wandelte und eine solche Wandlung machte Louis ebenfalls durch. Anfangs sah er in Elisa eine Frau mit Behinderung aber er endeckte, dass er kluge Frau zur Seite gestellt bekommen hat, die über mehr Temperant verfügt als er dachte.

Julie Hilgenbergs Schreibtsil ist sehr flüssig, sodass ich das Buch recht flott lesen konnte. Allerdings hätte ich mir mehr Informationen über die Glasknochenkrankheit gewünscht. Im Nachwort erwähnt die Autorin, dass ihre Protagonistin “nur” eine schwache Form der Krankheit hat und bei Elisa fällt sie nicht gar so auf. Da ich das Buch gerne gelesen, kann ich es nur weiter empfehlen.

Mey, Dolores: Einmal Menü mit Kuss, bitte!

Für die Liebe gibt es kein Rezept … Oder etwa doch?
Der romantische Feel-Good-Liebesroman für Fans von Poppy J. Anderson

Lena hat der Liebe abgeschworen. Ihre ganze Leidenschaft gilt der Neueröffnung ihres kleinen Restaurants, für das sie dringend einen Koch sucht. Ablenkung kann sie gerade wirklich nicht gebrauchen – selbst wenn diese in Gestalt des gutaussehenden Max daherkommt. Als dieser seine Hilfe anbietet, scheint es ihr wie eine glückliche Fügung des Schicksals. Doch plötzlich ist Max wie vom Erdboden verschluckt. Blöd nur, dass sich Lena bereits unsterblich in ihn verliebt hat …

Max braucht dringend einen sicheren Unterschlupf. Da kommt ihm die süße Lena gerade recht und er sieht seine Chance bei ihr unterzutauchen. Allerdings verschweigt ihr der charismatische Koch, wer er wirklich ist. Max hat eigentlich ganz andere Pläne und sich zu verlieben gehört da definitiv nicht dazu! Wenn ihm Lena nur nicht ständig durch den Kopf schwirren würde …

14.05.2020
ca. 567 Seiten

9783960879749
dp Verlag

Leseprobe und Hörprobe

“Einmal Menü mit Kuss” schlummerte eine Weile auf meinem Tolino, vielen Dank an den Verlag und nun kam ich endlich zum Lesen. Bisher habe ich ein Buch von Poppy J Anderson gelesen und fand es schrecklich langweilig, was unter Umständen darin liegen könnte, das ich für dieses Bücher einfach zu alt bin. Im letzten Monat habe ich ein paar Bücher gelesen, die ein Teil einer Trilogie sind. Während des Lesens hatte ich das Gefühl, dass man aus diesem Buch auch eine Trilogie hätte machen können, so hätte die Autorin einzelnen Handlungssträngen mehr Raum geben können.

Nun aber zum Buch. Anfangs lernen wir unser Protagonisten “Max” kennen. Alouis (auch Loui) genannt, ist ein Sternekoch, der nun im Privathaushalt der Familie Randoni angestellt ist. Als er mitbekommt, dass der Patriach vergiftet werden soll, flieht er (aus Angst, er könne ebenfalls umgebracht werden) und so trifft auf unsere zweiten Protagonistin. Lena kauft Spezialitäten ein, die sie in ihrem Restaurant verkaufen will. Lena nimmt “Max” mit nach Deutschland und stellt ihn als Praktikanten ein. Ihre mütterliche Freundin, die fürs Kochen zuständig ist, erkennt recht schnell, dass Max ein Profikoch ist. Ellen ist, nach dem ihr Mann sie gegen eine jüngere Frau eingetauscht hat, als Single. Diesen Erzählstrang hätte die Autorin zu einem seperaten Buch ausbauen können. Wo war ich stehen geblieben?

Eine weitere wichtige Figur, ist der Weinhändler, Philipp Wolff. Philipp ist seit vielen Jahren in Lena verliebt, die dessen Gefühle aber nicht erwidert und so kann er es nicht gebrauchen, dass der “Praktikant” in seinem Revier wildert und er schmiedet einen perfiden Plan um das Liebespaar auseinander zu bringen.

Parallel zur Haupthandlung erzählt die Autorin, dass “Max” ehemaliger Chef nun ohne Koch da steht, den in dem Dorf, in dem die Familie lebt, ist keiner mehr bereit in diesem Haushalt zu arbeiten. Während Antonio seinen zwielichtigen Geschäften nach geht (und zwei seiner Mitarbeiter auf die Suche nach Max schickt), verliebt sich dessen Frau Lucia in den Weinhändler.

Da Lena Philipps Gefühle nicht erwidert, schmiedet dieser einen perfiden Racheplan, der auch nach hinten losgehen kann aber gleichzeitig Max das Leben rettet.

Ich habe “Einmal Menüs mit Kuss” sehr gerne gelesen, da mich der Schreibstil der Autorin gepackt hat. Dennoch waren es für mich zu viele Handlungsstränge und ich habe mich lange gefragt, wie die Autorin alle Handlungsstränge zu einem schlüssigen Ende zusammen bringen wird. Sie hat dieses Problem souverän gelöst. Allerdings lief alles zu rund, unter anderem die Geschichte von Ellen und Joe. Da ich die einzelnen Protagonisten mochte und die Geschichte an sich stimmig war, kann ich das Buch weiter empfehlen. Allerdings hätte das Buch mehr Potential gehabt, hätte man es in zwei Teile geteilt (in Lena, Ellen und vielleicht auch in Uschis Geschichte). “Einmal Menü mit Kuss” ist das ideale Buch für einen Sonntag auf dem Balkon oder im Park.

Friewald, Gerlinde: Stille Schuld

Ein grausamer Serienmord und eine Mauer aus Schweigen – Nick Stein ermittelt
Der spannende Krimi für Fans von Volker Dützer

Nick Stein, Wiens charmantester Ermittler, steht vor einem grausigen Tatort. In einer Villa findet er die Leichen mehrerer Personen vor. Sie wurden unter schrecklichen Bedingungen gefangen gehalten, gefoltert und schließlich gekreuzigt. Einige von ihnen waren schon seit längerer Zeit als vermisst gemeldet – doch was verbindet die Opfer noch? Nick muss tief in die Vergangenheit der Toten eintauchen, um ihrem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Dabei stößt er auf eine Mauer aus Schweigen und Ablehnung, aber auch auf Angst und Schmerz. Bald ist er mit einem Fall konfrontiert, der ihn vor die Entscheidung stellt, seinem Gewissen oder seinem Berufsethos zu folgen …

01.05.2020
ca. 247 Seiten 9783968170404
dp Verlag

Seit ich meinen Tolino habe, lese ich verstärkt eBooks und nun habe ich mit “Stille Schuld” eine weiteres eBook verschlungen. Herzlichen Dank an den Verlag. Der Einstieg ins Buch fiel mir nicht sehr leicht, denn es fängt sehr brutal an, brutaler als ich es erwartet hatte.

Um was geht es in dem Buch? Im Prolog lernen wir sechs Menschen kennen, die wie Jesus am Kreuz hängen und auf ihren sicheren Tod warten. Sechs Menschen, die alle ein gewisses Alter überschritten haben. Anfangs habe ich mich gefragt, was die sechs Menschen gemeinsam haben und was sie verbrochen haben könnten, dass sie solch einem Schicksal ausgeliefert werden. Eines der Opfer, geschieden, war früher Anwalt. Durch die Aussage seiner Ex Frau erfahren sie, in welche Machenschaften ihr ehemaliger Ehemann verstrickt war. Die Ermittlungen von Nick Stein und seinen Kollegen führen sie in die Vergangenheit, im Zuge in das ein ehemaliges Kinderheim eine Rolle spielt, decken sie ein perfiden Kinderhandel auf.

Die Autorin nimmt ihre Leser mit nach Wien mit, da Wien in mein Beuteschema passt, musste ich es lesen. Dieses Buch fängt mit einem Paukenschlag und bleibt konstant spannend. Nick Stein ist ein sehr sympathischer Ermittler, den man einfach mögen muss. Dieses Buch hat mir gezeigt, dass es sich lohnt ein Buch zu Ende zu lesen, dass mich anfangs nicht packen konnte. Allerdings ist dies kein Buch für zartbesaitete, denn Kinderhandel ist immer ein heikles Thema, dennoch habe ich das Buch (als es mich packen konnte) verschlungen. Dies ist ja ein 2. Band aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ich mir was gefehlt hätte. Das Ende lässt vermuten, dass es noch einen weiteren Band geben könnte.

Lesemonat April und Mai

Der Lesemonat April war sehr bescheiden. Im April habe ich mir einen Tolino gegönnt und das macht sich an meinem Leseverhalten bemerkbar. Irgendwie kann ich am Tolino zügiger lesen. Der Mai war deutlich besser. Am Samstag fand mein Lesekreis virtuell statt. Die ausgewählten Bücher hätte ich so nicht gelesen.

  • Bradley, Alan – Flavia da Luce (Band 10): Irgendwie geht der Flavias kindlicher Charme immer mehr verloren.
  • Metzenthin, Melanie – die Hafenschwester (Band 1): Der Auftakt einer neuen Trilogie. Ein gelungener Auftakt und ich bin gespannt, ob es im 2. Band genauso spannend und lesenswert bleibt.
  • Winter, Cladia – Das Honigmödchen : Das Buch hatte ich so oft verlängert, das ich es nun abgeben musste. Ein lesenswerter Frauenroman.
  • Viets, Elaine- Mord mit Stil: Das war das erste Buch, das ich mit meinem Tolino gelesen habe. Ein gelungener Auftakt, mit einer sehr sympathischen Protagonistin. Band 2 kommt bald raus.
  • Vögl, Ulrike – Nackbatsch mit Todesfolge: Ein Krimi mit sehr viel Lokalkolorit.
  • Themessl, Sebastian – wo dein sanfter Flügel weilt: Ein Krimi, der mich anfangs nicht überzeugen konnte aber dann doch mein Buch des Monats wurde.

Seit April haben wir ein Netflix Abo und ich habe mir die komplette Staffel “Virgin River”.

Nun zu meinem Lesemonat Mai:

  • Taddeo, Lisa – Drei Frauen: Dies ist kein Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde.
  • Lorenz, Janina – Der kleine Ort zum Glücklichsein: Der Auftakt zu einer neuen Serie.
  • Trommer, Michael – Totenspiel: Der Auktakt zu einer neuen Krimiserie
  • Christie, Agatha – die vergessliche Mörderin: Dieser Krimi konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Miss Marple ist charmanter.
  • Bowen, Rhys – dem Adel auf der Spur (1. Staffel, Band 6). Rezension folgt noch
  • Fontaine, Liliane – Die Richterin und die tote Archäologin: Band 2 einer neuen Serien, sehr spannend.
  • Maley, Rebecca – Die Krankenschwester von St. Pauli: Auftakt einer neuen Trilogie. Nicht ganz so spannend wie die Hafenschwester aber dennoch sehr lesenswert.
  • Prior, Hazel – Die Saiten des Lebens: War nicht so meines, da ich irgendwie mehr erwartet hatte.
  • Hansen, Jette – Inseltage: Fernweh pur.
  • Neubauer, Ruth Erica – Mord im Mena House: Auftakt zu einer neuen Krimireihe, Rezension folgt noch.
  • Martin, Holly – Liebeszauber in Sandcastle Bay: Auftakt einer neuen Reihe. Ich bin reif für die Insel. Rezension folgt noch
  • Roth, Philip – Jedermann: Dieses Buch haben wir im Lesekreis besprochen und ich wurde mit diesem Buch überhaupt nicht warm.
  • Rhys, Bowen: die königliche Spionin (Staffel 1 Band 1 um Lady Georgiana).
  • Freiwald, Gerline – Stille Schuld: Band 2. um den Ermittler Dr. Stein. Nach dem Prolog war ich geneigt, dieses Buch wieder abzubrechen, kein leichtes Thema aber sehr spannend. Rezension folgt noch.
  • Louis, Sakia – Mordsmässig angefressen: Louisa Manus 4. Fall. Da die Bücher in sich abgeschlossen sind, war es kein Problem, dass ich mit diesem Fall angefangen habe. Auf Deezer gibt es die Hörbücher. Rezension folgt noch.

Im Mai habe ich nur drei Bücher gelesen und der Rest waren alles eBooks. Bis auf “jedermann” und “die vergessliche Mörderin” war es ein guter Lesemonat.

Im Mai hatte ich ein BookBeat Abo

Kling, Marc-Uwe – Die Känguru Chroniken (1 und 2): Ich habe beide Hörbücher beim Spazieren angehört und diese beiden Hörbücher sind einfach nur lustig. Es macht noch mehr Spaß dieses Bücher anzuhören.

Hansen, Jette: Inseltage

Der Auftakt zur erfolgreichen Spiekeroog-Reihe von Jette Hansen.

Ein Jobangebot auf einer Nordseeinsel: Versehen oder Wink des Schicksals?

Um ihrem ausgesprochen eifersüchtigen Freund zu entkommen, nimmt Franzi kurz entschlossen eine Stelle als Servicekraft auf Spiekeroog an. Erst dort wird ihr klar, auf was sie sich da eingelassen hat. Doch zum Glück nimmt ihre freundliche Vermieterin Meta sie unter ihre Fittiche.

Langsam findet Franzi sich zurecht und lernt die Insel lieben. Und nicht nur die Insel. Da ist der verheiratete Phillip mit seiner kleinen Tochter, den sie auf der Fähre kennengelernt hat. Und Tamme, der raubeinige Fischer, mit dem sie schon am ersten Tag aneinandergerät.

Nach den ersten aufregenden Wochen spürt Franzi, dass sie sich entscheiden muss zwischen ihrem alten und neuen Leben.

 

  • Taschenbuch: 282 Seiten
  • Verlag: Montlake (26. Mai 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 2496704879

inselIn unsere aktuellen Zeit ist es wichtig, dass wir Bücher lesen, die uns die Situation leichter machen und wir durchs Lesen ein wenig Lebensfreude zurück bekommen. Mr. Fogg, Mr. Cohen und ich wollten Anfang Mai für zwei Wochen nach Dänemark fahren, da dies aber nicht ging habe ich mich literarisch auf den Weg nach Spiekeroog gemacht. Dieses ebook habe ich über Netgalley zum Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt bekommen, herzlichen Dank dafür.

Anfangs lernen wir Franzi kennen. Die gelernte Zahnarzthelferin bekommt über die Agentur für Arbeit eine Stelle als Kellnerin auf Spiekeroog angeboten. Da sie sich von ihrem eifersüchtigen Freund trennen will, nimmt sie diese Stelle dankend an. Damit sie ihrem eifersüchtigen Freund, Alois, aus dem Weg gehen kann, reist sie eine Woche früher an. Da niemand mit ihrem Erscheinen gerechnet hat, ist für sie auch kein Zimmer gerichtet und sie landet bei Meta. Meta ist eine liebenswürdige ältere Frau, die ihr die Grundzüge des Kellners beibringt. Auf der Fähre trifft sie auf Philipp und seine Tochter Ann-Marie.

Nach und nach lebt sich Franzi auf der Insel ein und mit Hilfe von Tamme (Metas Neffe) findet sie schnell neue Freunde, die ihr das Einleben erleichtern. Edda, die Inhaberin des Inselbuchladens ist, muss man einfach mögen. Allerdings machen ihr Chef und ihr Exfreund Franzis Leben nicht leichter. Obwohl sie es nicht will, verliebt sie sich in den verheirateten Philipp und muss eine Entscheidung treffen.

“Inseltage” habe ich sehr gerne gelesen, allerdings fand ich es sehr befremdlich, dass die Charaktere im Buch immer noch SMS schreiben und nicht auf WhatsApp zurück greifen. Der Schreibstil der Autorin liest sich sehr angenehm und ich hatte während des Lesens das Gefühl, die Nordsee in der Nase zu haben und es hat mein Fernweh gepackt. Das Buch hat ein paar Schwächen (Zeichnung der einzelnen Charaktere) aber ansonsten war es lesenswert. Es ist das ideale Buch für einen Sonntag auf dem Balkon oder im Park. Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit Franzi, Tamme und Meta weitergehen wird.

 

 

 

Themessl, Sebastian: Wo dein sanfter Flügel weilt – Schuberts letzte Sinfonie- (ein musikgeschichtlicher Kriminalroman)

Der junge amerikanische Musikwissenschaftler Philip Mason ist Stipendiat in Wien. Das Thema seiner Forschungsarbeit lautet “Die Verbindungen zwischen der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung 1776 und der Wiener Klassik”. Im Zuge seiner Auseinandersetzung mit Schuberts letzter Symphonie findet er darin Chiffren und Bezüge auf Beethovens 9. Symphonie, die bislang der Öffentlichkeit vorenthalten worden sind.

Um die Hintergründe dieser geheimnisvollen Umstände zu recherchieren, begibt sich Mason weit in die Geschichte Europas zurück, in das legendäre “Sonderarchiv Moskau”. Auf einer fact finding mission in Südamerika verstrickt er sich schließlich immer mehr in krude politische Verschwörungstheorien, bis er begreift, dass seine wissenschaftliche Neugier lebensgefährlich geworden ist.

  • Gebundene Ausgabe: 412 Seiten
  • Verlag: HOLLITZER Verlag (11. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 399012806X
  • ISBN-13: 978-3990128060

flügel “Wo dein sanfter Flügel weilt” wurde mir als Rezensionsexemplar angeboten und da das Buch in Wien spielt, habe ich es mir zu schicken lassen. Ich habe das Buch in meinem Rucksack gepackt um es unterwegs lesen zu können aber ich fand erst den Einstieg nicht. Dann kamen die Corona Ausgangsbeschränkungen und mein Buch fristete ein einsames Dasein in meinem Rucksack. Nun, da ich wieder häufiger unterwegs bin, habe ich dieses Buch unterwegs verschlungen. Wirft man als geneigter Leser einen Blick auf das Cover, könnte man nicht davon ausgehen, dass man einen Krimi in den Hschänden hält, denn das Cover lässt vermuten, dass wir es mit einem musikalischen Werk zu tun haben aber erst der Zusatz macht es zu einem Krimi. Einem Krimi jenseits des gängigen Mainstreams, zu mal das Buch ganz anders aufgebaut ist als klassische Krimis. In der Regel lese ich Whoduints. Am liebsten lese ich Cosy Krimis und kann mit Krimis, in den uns die Autoren Leichen präsentieren, die immer abartiger hingerichtet werden, nichts anfangen. Wo fange ich an und wo ende ich? Ist der Tod wirklich ein Wiener?

Anfangs lernen wir Philipp Mason kennen. Er ist Musikwissenschaftler und kommt als Stipendiat nach Wien. Das Thema seiner Forschungsarbeit lautet “Die Verbindung zwischen der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung 1776 und der Wiener Klassik”. Ich muss gestehen, dass ich musikalisch so überhaupt nicht bewandert bin, da meine Tochter aber auf einer “Franz-Schubert-Grundschule” war, musste ich sie zum Thema “Franz Schubert” abfragen und kenne ein paar Eckdaten zu Franz Schubert und seinem Leben. Phils Mutter war eine bekannte Pianistin und so bezieht er bei einer alten Bekannten seiner Mutter ein Zimmer und diese ist ein Wiener Urgestein (- Ja,ja der Herr. ich weiß ja wer Sie sind. Und mich nennen S’einfach Tante Sophie… S.21). Dieses Urgestein zeigt nimmt Phil mit in die Oper und zeigt ihm auch so alle wichtigen Museen. Jemanden wie das Sopherl muss man als Leser einfach mögen. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und das ist herrlich erfrischend. Als er sich eine Eintrittskarte für eine Oper, die ausverkauft zu sein scheint, lernt er Natalja kennen, die im Verlauf des Buchs noch eine wichtige Rolle spielen soll, da diese Phil in ihren Freundeskreis einführen wird.

Während seiner Recherchen fällt ihm auf, dass Schubert Mozart zitiert hat und Schuberts letzte Sinfonie nach datiert wurde. Phils Forschergeist wird geweckt und er versucht Kontakt zu einer ehemaligen Studentin aufzunehmen, deren Magisterarbeit sich mit diesem Thema beschäftigt, die aber nach Abgabe der Arbeit spurlos verschwand. Um mehr Hinweise zu finden, machen sich Natalja und er auf den Weg nach Moskau und später auf den nach Südamerika.

Dieses Buch hat mich unglaublich fasziniert, da es komplett anders war als ich es erwartet hatte. Wir begleiten unseren Protagonisten auf der Suche nach einem Dokument und lernen dabei sehr viele unterschiedliche Charaktere kennen, deren Ansichten mich zum Nachdenken animiert haben. Spielerisch leicht vermittelt der Autor musikalisches Wissen. Dieses Buch zeigte mir, dass es sich lohnt durchzuhalten und etwas zu Ende lesen, das ich sonst vielleicht abgebrochen hätte. Es ist vielleicht kein typischer Krimi aber ńach dem mich das Buch doch noch gepackt hatte, fand ich es unglaublich spannend und lesenswert, zu mal der Autor einen packenden Schreibstil hat.

Prior, Hazel: Die Saiten des Lebens

Manchmal braucht es eine zufällige Begegnung, um dem Leben eine neue Richtung zu geben.

Ellie, Hausfrau, leidenschaftliche Spaziergängerin und Hobbypoetin, stößt bei einem ihrer Streifzüge durch das Exmoor auf eine Scheune voller Harfen. Dort lebt und arbeitet Dan. Harfen zu bauen ist seine große Leidenschaft. Er liebt es, sich ganz dem Bau dieser Instrumente zu widmen und mit sich und der Welt alleine zu sein. Denn Menschen sind ihm oft ein Rätsel. Doch Ellie mag er auf Anhieb, weshalb er ihr spontan eine Harfe schenkt.
Kurze Zeit später steht sie wieder vor seiner Tür. Sie könne das Geschenk nicht annehmen. Doch geschenkt ist geschenkt, die Harfe wird immer Ellie und nie jemand anderem gehören, sagt Dan. Er schlägt ihr einen Kompromiss vor: Sie kann die Harfe bei ihm unterstellen, wenn sie lernt, darauf zu spielen …

 

  • Broschiert: 336 Seiten
  • Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (17. Dezember 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3959673426
  • ISBN-13: 978-3959673426

saiten “Die Saiten des Lebens” hat mein Mann beim Stöbern entdeckt und er war der Meinung, dass dieses Buch genau in mein Beuteschema passen würde. Es stand auf der Leseliste für den April aber im April kam ich nicht dazu, dieses Buch zu lesen. Nun habe ich es durch und bin wie ich das Buch bewerten kann, denn so richtig warm wurde ich mit der Geschichte nämlich nicht und ich war geneigt, dieses Buch abzubrechen aber dann gab es Elemente am Buch, die mich förmlich zum Weiterlesen “gezwungen” haben und ich es schlussendlich doch beendet habe.

Ellie, die Hausfrau aus Exmoor,so nennt sie sich selbst, lernt bei einem ihrer Spaziergänge Dan kennen. Dan ist Harfenbauer aber er baut Irische Harfen. Obwohl die Ellie und Dan sich überhaupt nicht kennen, schenkt Dan ihr einer seiner Harfen. Ellie nimmt sie voller Freude mit nach Hause und ist am Boden zerstört als Clive zu ihr sagt, sie müsse das Geschenk wieder abgeben. Hier zeichnet sich die Schwäche des Buchs ab. Die Charaktere sind entweder böse oder gut. Während Ellie ein herzensguter Mensch ist, der von Selbstzweifeln geprägt ist, ist ihr Mann das krasse Gegeteil von ihr. Sie ist davon überzeugt, dass Clive ihr Fels in der Brandung ist und sie die Schwache ist, die eine Schulter zum Anlehnen braucht. Doch im Verlaufs des Buch, vor allem gegen Ende, merkt sie, dass sie eigentlich die Starke ist. Ihre Mutter erkennt sie nur noch an guten Tagen.

Kommen wir aber zur Handlung zurück. Ellie trennt sich schweren Herzens von der Harfe, beschließt aber, dass Harfen spielen möchte und das muss sie heimlich machen. Dan vermittelt ihr eine Harfenlehrerin, die gleichzeitig auch seine Freundin ist auch hier haben wir zwei Figuren, die sehr konträr sind. Während mich Dan während des Lesens an “Sheldon Cooper” erinnert hat, wird Rheda als sehr egoistisch beschrieben, deren Karriere ihr wichtiger ist als ihr Sohn. Während einer Unterrichtsstunde findet sie heraus, dass Rheda einen Sohn hat. Behutsam versucht sie Dan auszufragen, ob er wüsste, dass er Vater sein könnte. Damit bringt sie einen Stein ins Rollen bis es zur Katastrophe kommt.

Ich habe eine Schwäche für Erstlingswerke und die “die Saiten meines Lebens” ist ein Erstlingswerk. Da mich das Cover und der Klappentext neugierig gemacht haben, musste ich das Buch lesen. In der Regel schreibe ich, dass das Buch in einem angenehmen Schreibstil verfasst wurde. Ich fand den Schreibtstil seitenweise sehr, sehr langatmig. Dennoch habe ich, da ich wissen wollte, wie das Buch endet, weiter gelesen und habe es nicht abgebrochen. Da ich schon schlechtere Bücher gelesen habe, kann ich nur bedingt weiterempfehlen.

 

Trommer, Michael: Totenspiel (wenn der Vorhang fällt)

Wenn dir die Vergangenheit auf der Spur ist, kannst du nicht schnell genug rennen …
Ein packender Kriminalroman für Fans von Alexander Hartung

Stadttheater Aachen, 1997: Als der Schauspieler Franz Wolf erschossen in seiner Garderobe aufgefunden wird, übernimmt Kriminalkommissar Gerd Mehrwald die Ermittlungen. Die Hinweise führen ihn weit in das Leben des erfolgreichen Schauspielers und Frauenhelds hinein. Wolfs Vergangenheit wirft jedoch einige Fragen auf und die Ermittler müssen tief graben, um den Geschehnissen im Theater auf den Grund zu gehen. Hat Wolfs Tod womöglich etwas mit seiner Flucht aus der DDR zu tun oder war es eine Tat aus Eifersucht? Und kann Mehrwald den Täter finden, bevor er für immer in der Dunkelheit verschwindet?

  • 9783960879633
    dp Verlag

totenspiel“Totenspiel” ist der Auftakt einer neuen Krimiserie. Da ich bisher keinen Krimi von Alexander Hartung gelesen habe, kann ich nicht sagen, ober der Vergleich passt aber ich habe gerade auf meinem SuB ein Buch von Alexander Hartung gefunden und werde es sicher auch zeitnah lesen. Der Klappentext klingt interessant.

Da dieses Buch vom Umfang her recht überschaubar ist, hatte ich es, bereits im April, zügig gelesen und ich bin gerade am Überlegen, ob ich meine Notizen benötige (oder auch nicht). “Totenspiel” ist ein Krimi, der auf 2. Zeitebenen spielt. Man könnte fast schon sagen, dass er ein “historischer” Krimi ist, der uns ins Jahr 1997 mit nimmt.

Wir schreiben das Jahr 1997 und der der berühmte Schauspieler,Franz Wolf wird erschossen in seiner Garderobe aufgefunden und Kommissar Gerhard Mehrwald und seine Kollegin “Kälbchen” (er nennt sie immer bei ihrem Spitznamen) nehmen die Ermittlungen auf. Bei ihrem Ermittlungen kommt schnell raus, dass der Schauspielerin seine Freundinnen sehr schnell wechselt und somit einige Frauen in Betracht kommen können, dass sie sich an Franz Wolf rächen könnten.

Parallel dazu wird die Geschichte von Jürgen erzählt. Hierfür gehen wir ins Jahr 1983 zurück. Jürgen ist Arzt (in der DDR)und ist mit den Zuständen in seinem Krankenhaus alles andere als zufrieden. An allem herrscht Mangel. Als ihm zu Ohren kommt, dass es eine Möglichkeit gibt, dass er in den Westen fliehen kann, packt er diese Gelegenheit beim Schopf und versucht zu fliehen. Allerdings geht diese Flucht schief und er landet in einem Gefängnis der Stasi. Jürgen wird dort völlig in die Mangel genommen und soll weitere Namen nennen. Während Jürgen im Gefängnis sitzt und über sein Schicksal hadert, macht Franz Wolf Karriere. Als die Mauer fällt, wird Jürgen von einem Tag auf den anderen entlassen. Da Ärzte Hände ringend gesucht werden, findet er zügig eine neue Arbeitsstelle. Obwohl er sich ein neues Leben aufgebaut hat, fragt er sich, wieso seine Flucht in den Westen scheiterte und er machst sich auf die Suche.

“Totenspiel” ist ein gelungener Auftakt einer neuen Krimi Reihe. Der Schreibstil des Autoren liest sich sehr flüssig und Merhrwald ist ein sympathischer Kommissar. Allerdings muss ich sagen, dass ich seine Kollegin “Kälbchen” authentischer fand. Sie hat eine Schwäche für schnelle Autos. Während des Lesens habe ich mich gefragt, was für einen Zusammenhang es zwischen den Männern gibt. Da das Buch nicht in der heutigen Zeit spielt, fand ich eine interessante Idee, so musste Mehrwald einer potentiellen Zeugin/Verdächtigen auf den Anrufbeantworter sprechen. Heute wäre es sicher nicht zeitgemäß, wenn er seine Mitarbeiterin bei deren Spitznamen anredet, da diese sich darüber nicht beschwert, wirkte es auf mich authentisch, da er sie immer respektvoll behandelt.

“Totenspiel” ist eher ein ruhiger Krimi, dessen Spannungsbogen immer vorhanden ist aber er kommt ohne großes Blutvergießen aus. Leser, die gerne aktionreiche Krimis lesen, könnte sich hier langweilen, zu mal erfahrene Krimileser den Mordfall sicher rect schnell lösen können. Da ich gerne Cosy Krimis lesen, kann ich “Totenspiel” weiterempfehlen. Ein weiteres Buch des Autoren würde ich sicher lesen (mein “h” will irgendwie nicht so viel ich es gerne hätte).

 

 

Maly, Rebecca: Die Krankenschwester von St. Pauli – Tage des Schicksals

Das Schicksal einer Krankenschwester im Kultviertel St. Pauli

Svantje Claasen wächst im überfüllten Gängeviertel Hamburgs auf. 1890 verliebt sich die junge Krankenschwester in den Tuchhändler Friedrich Falkenberg und kämpft für ihre gemeinsame Zukunft. Als eine verheerende Choleraepidemie ausbricht, kann sie sich endlich beweisen …

Der erste Band der aufwühlenden historischen Saga um Krankenschwester Svantje Claasen für Fans der Serien “Call the Midwife” und “Die Charité”.

 

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 1. (4. Mai 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492315615
  • ISBN-13: 978-3492315616

tage Bevor die ganzen sozialen Kontaktsperren in Kraft traten, waren Mr. Fogg, Mr. Cohen und ich in Hamburg. Da wir nicht sehr viel Zeit hatten, zieht es mich nun literarisch nach Hamburg und die Villa am Elbstrand (könnte auch Band 2) war das erste Buch, das in Hamburg spielte (zumindest in diesem Jahr)

Anfang April habe ich den ersten Teil der Hafenschwester von Melanie Metzenthin gelesen, der Bücher ebenfalls in der Elbe Stadt spielen. Da die Bücher von der Thematik her sehr ähnlich aufgebaut sind, musste ich während des Lesens aufpassen, dass ich die Bücher nicht miteinander vergleiche. Ich habe das Gefühl, dass Trilogien gerade sehr in sind. Es ist nun nach der Hebammensaga, die Hafenschwestern Sage nun die dritte Trilogie, die ich zu einem medizinischen Thema lesen.

Nach einer großen Flut können Swantje, ihre Mutter und ihr kleiner Bruder nicht mehr im Alten Land bleiben, ihr Haus ist zu schwer zerstört und so machen die Drei sich auf den Weg zu Swantje Vater, der schon seit Jahren in Hamburg lebt und arbeitet. Dort arbeitet er als Hilfsarbeiter bei  der Reederei Harkenfeld. Die Familie lebt im Gängeviertel, in dem Not und Elend an der Tagesordnung sind. Bereits am ersten Tag lernt sie und wir Leser den jungen Raik kennen. Raik ist fast wie ein Ziehsohn für Swantje Vater. Während Melanie Metzenthin in ihrem Buch das Augenmerk auf die Ausbildung ihrer Protagonistin legt, kommt es im Buch, zu einem etwas unlogischen, Zeitsprung. Als Leser erfahren wir nur, dass Swantje die Ausbildung abschließt um danach als Krankenschwester arbeiten zu können. Bevor sie ihre erste Stelle antreten kann, wird ihre Mutter ungeplant schwanger und sie muss im Haushalt der Hardenbergs mitaerbeiten. Dort trifft sie Friedrich Falkenberg und Richard Hardenberg wieder. Es entwickelt sich eine Liebesgeschichte zwischen ihr und Friedrich und diese Liebesgeschichte dominiert ca. 50 % des Buchs. Es war zwar sehr romantisch diese Liebesgeschichte miterleben zu können, für mich nahm sie aber zu viel Raum ein und dessen, weshalb ich das Buch eigentlich gelesen habe, kam erst einmal zu kurz.  Dies änderte sich als die Cholera ins Spiel kam und Swantje als Krankenschwester aktiv wurde. Diesen Teil der Geschichte fand ich sehr lesenswert. Interessant fand ich es aber auch, die Sicht der Streikenden, bessere Arbeitsbedingungen, Rentenansprüche, zu erfahren.

Dieses Buch wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Der Haupteil wird aus Swantjes Sicht erzählt, wir Leser erfahren aber auch die Sichtweise der anderen Charaktere. So wird unter anderem Richards Sichtweise dargestellt. Er ist der Sohn des Reeders Falkenbergs und soll die Interessen der Firma vertreten aber er (und das macht ihn interessant) kann die sich in die Streikenden hinein versetzen. Richard umgibt aber auch ein Geheimnis, das möglichst nicht ans Tageslicht kommen soll.

“Die Hafenschwester von St. Pauli” ist ein gelungener Auftakt einer neuen Trilogie. Obwohl ich das Buch sehr gerne gelesen habe, fand ich die Zeitsprünge im Buch überflüssig und ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin Swanties Ausblildung näher beschrieben hätte und dafür die Liebesgeschichte zwischen ihr und Friedrich geraffter erzählt hätte. Da das Buch mit einem super fiesen Cliffhanger endet, gerade was Richard betrifft, muss ich Band 2 und 3 auch noch lesen und ich bin gespannt, ob ihm das gleiche Schicksal ereilt wie Hinnerk Nieland. Der Schreibstil liest sich sehr angenehm und es lässt sich daher wunderbar “weg suchten”. Die Autorin beschreibt das Gängeviertel so lebthaft, dass ich mir während des Lesens, Bilder vor Augen hatte, in was für einer Armut die meisten Menschen zu dieser Zeit ertragen mussten. So holte Raik die Verstorbenen daheim ab und ich hatte Gänsehaut als er den kleinen Karl, der noch sein ganzes Leben vor sich hatte, abholen musste, damit er beerdigt werden konnte. Solche Gänsehautmomente gab es noch mehr in diesem Buch.

Da ich das Buch sehr gerne gelesen habe, kann ich es nur weiterempfehlen und ich warte nun sehnsüchtig bis Band 2 erscheint.

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley, vielen Dank hierfür, zur Verfügung gestellt. Dennoch gebe ich hier meine Meinung zum Buch, unabhängig, ob es ein Rezensionsexemplar ist oder nicht.

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