Forester, C.S.: Tödliche Ohnmacht

An einem lauen Sommerabend kehrt Marjorie, eine „desperate housewife“ der Dreißigerjahre, von einem Abend mit ihrer kinderlosen Freundin in London in die Vorstadt zurück. Als sie die Küchentür öffnet, um ihre babysittende Schwester Dot von ihrer Pflicht zu erlösen, findet sie diese mit friedlichem Gesichtsausdruck in einem geblümten Sommerkleid auf dem Küchenboden liegen – den Kopf im Gasherd. Es ist die Mutter der beiden Frauen, die von Anfang an an dem vermeintlichen Selbstmord zweifelt. Bald schon findet sie heraus, wer der Mörder ihrer Tochter ist.Foresters meisterhafter psychologischer Thriller um Mord, Liebe, Lust, Eifersucht und Rache führt in die Abgründe der menschlichen Seele und porträtiert eindrucksvoll die Londoner Vorstadt der Dreißigerjahre. Der 1935 entstandene Roman war jahrzehntelang verschollen. Er tauchte erst 2002, viele Jahre nach dem Tod des Autors, auf einer Christie’s Auktion auf. Eine faszinierende Entdeckung für alle Krimifans! ‘Tödliche Ohnmacht’ stand auf den KrimiZEIT-Bestenlisten September und Oktober 2013.

  • Broschiert: 280 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. August 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423249714
  • ISBN-13: 978-3423249713
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 3,2 cm

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Das Buch kann hier erworben werden .

Stimmen zum Buch (alle von Amazon übernommen):

»›Tödliche Ohnmacht‹, dieser grossartige Fund auf dem Dachboden der Krimigeschichte, nimmt viele Elemente späterer Psychothriller vorweg.«
Thomas Klingenmaier, Tages-Anzeiger 08.11.2013 oder

»Denn dieser Kriminalroman entfacht ein psychologisches Feuerwerk – eine zynische, scharfsinnige, fesselnde Geschichte, die die Jahrzehnte unbeschadet überstanden hat.«
Deutschlandradio Kultur, Die Buchkritik Dezember 2013

Es fällt mir echt schwer, etwas Passendes über das Buch zu schreiben ohne dabei zu spoilern. “Tödliche Ohnmacht” wurde bereits 1936 geschrieben und galt lange als verschollen, dort hätte das Buch auch die nächsten Jahrzehnte schlummern können. Ich habe das Buch per Zufall, wenn es überhaupt Zufälle gibt, als ebook in der Bibliothek entdeckt und da ich es bereits Anfang Juli in der Hand hatte, habe ich es kurzer Hand ausgeliehen und gelesen. Obwohl das Buch nur ca. 208 Seiten stark ist, hatte ich das Gefühl, das ich die dreifache Menge gelesen hätte. Ich habe selten ein Buch gelesen, das so handlungsarm ist, wie ist dieses. “Tödliche Ohnmacht” läuft unter dem Genre Krimi. Tja unter einem gelungenen Krimi verstehe ich, dass mindestens ein Mord geschieht, dieser muss nicht mal besonders spektakulär sein und es muss jemanden geben, der diesen Mord aufklärt. Dabei spielt es für keine Rolle, ob es sich dabei um einen Polizisten, eine Privatperson oder um Tiere handelt. Foresters Krimi ist anders aufgebaut. Im Buch geht es um drei wichtige Figuren, zwei Kindern und tratschsüchtige Nachbarn. Man darf nicht vergessen, dass die Handlung bereits vor ca. 80 Jahren spielte. Im Zentrum stehen Marjorie, ihr latent gewaltbereiter Eheman Ted, ihre Mutter und George Ely, der am Anfang des Krimis noch keine große Rolle spielt aber im Verlauf der Handlung immer wichtiger wird und die verstorbene Schwester Dot.

Eines Abends kommt Marjorie von ihrer Freundin, Milli, aus London zurück und muss daheim feststellen, dass ihre Schwester tod in ihrer Küche liegt, sie starb an einer Gasvergiftung. Die Polizei geht von einem Selbstmord aus. Marjorie und ihre Mutter wissen recht schnell, dass Dot ermordet wurde. Beide haben sie den gleichen Täter im Auge. Der Autor, bzw. die erzählende Instanz des Buchs, lassen den Leser an den Gedanken der beiden Frauen teilnehmen. Auch ich hatte einen leisen Verdacht, wer und wieso Dot umgebracht wurde. Ob wohl beide Frauen das identische Wissen teilen, kommt es zu keiner Zeit zu einer Interaktion zwischen den beiden. Damit Marjories Mutter nicht alleine lebt, hat sie in George Ely einen netten Untermieter gefunden. Da Ted, der im Verlauf des Buchs immer wieder als Mistkerl und Egoist dargestellt wird, keinen Urlaub bekommt bzw. nehmen kann, fahren Marjorie (+ ihre Kinder), die Mutter und George gemeinsam in den Urlaub. Im Urlaub kommt es wie es kommen muss, die beiden beginnen eine Affaire.

Während Marjorie sich noch Gedanken macht, wie sie ihren Mann verlassen kann oder wieso sie ihn nicht verlassen kann, hält ihre unscheinbare Mutter die Zügel in der Hand und sinniert dabei über Rache. Die Handlung ist wie ein Dominospiel aufgebaut, fällt erst einmal der erste Stein um, können die anderen Steinen nicht stehen bleiben.

Auch wenn sich Marjorie und ihr Ehemann ständig mit mein Liebster und meine Liebe ansprechen, merkt man als Leser recht schnell, dass die Ehe alles andere als harmonisch ist. Ted lässt Marjorie täglich spüren, dass sie seine Angestellte ist und das sie ihm gefällgst den Beischlaf auszuführen hat und mit diess Veerhalten ist es, die Handlung kippen lässt und es schlussendlich zur Katastrophe kommen muss, daran führt kein Weg vorbei. Obwohl Marjorie 32 Jahre alt ist, wird sie von Milli und ihrer Mutter wie ein kleines, unselbständiges Mädchen behandelt.

Bis Seite 160 dümpelt die Handlung mehr oder weniger vor sich hin, bis auf den anfangs erwähnten Mord passiert nichts aber ab dann nimmt die Handlung rasant an Fahrt auf, bis sie mit einem, für mich, unbefriedigten Schluß endet. Das Buch endet mit einem offenen Ende, es ist offen, was mit den einzelnen Personen geschieht. Es wird nicht beschrieben, was mit Anne und Derrick passiert. Ich hätte mich über einen kurzen Epilog gefreut.

Für mich war es kein Krimi. Dieses Buch ist (fast) wie ein geschlossenes Drama aufgebaut. Es gibt nur wenige Personen und die Handlung macht keinen großen Zeitsprünge.

Fazit:

Dieses Buch zu bewerten ist wirklich nicht leicht. Dazu dauerte es viel zu lange, bis die Handlung an Fahrt aufnimmt. Dazwischen habe ich mich gefragt, welches Ziel der Autor verfolgt.

Man muss schon eines Fans dieses Krimitypen zu sein, damit es ein wahrer Lesegenuss werden kann. Von mir gibt es daher solide 2 1/2 Sterne, da ich mit den Charakteren überhaupt nicht warm wurde.

 

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2 thoughts on “Forester, C.S.: Tödliche Ohnmacht

  1. Für mich quasi ein Muss, weil englischsprachige Literatur der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts zu meinem Fachgebiet gehört, zu mal ich Krimis aus der Zeit immer sehr interessant finde, weil sie häufig eine eigene Erzählstruktur haben.

    P.S. Ich mag Dein neues Blogdesign.

  2. Ich kannte Forester bisher ausschließlich als Autor der (maritimen) Hornblower-Romane. Ach ja, und African Queen, aber auch nur seit einem Blogartikel von Sätze & Schätze kürzlich. Forester einmal über ein anderes Genre kennenzulernen, fände ich spannend.

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