Freytag, Anne: Das Gegenteil von Hasen

Sie sind in derselben Jahrgangsstufe und trotzdem in verschiedenen Welten. Julia, Marlene und Leonard im Zentrum der Aufmerksamkeit, der Rest irgendwo in ihrer Umlaufbahn. Dann geschieht etwas, das alles verändert: Eines Morgens macht plötzlich eine Internetseite die Runde, die bis dato auf privat gestellt war. Darauf zu finden sind Julias ungefilterte Gedanken, Bomben in Wortform, die sich in kürzester Zeit viral verbreiten. Es sind Einträge, die ein ganz anderes Bild des beliebten Mädchens zeigen, das alle zu kennen glauben. 

Wer hinter der Aktion steckt, ist zunächst unklar, doch nach und nach kommt heraus: Gründe dafür hätten einige.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Heyne Verlag (25. Mai 2020)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 416 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453272803
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453272804

“Das Gegenteil von Hasen” war ein Zufallsfund in der Bücherei. Ich habe in mehreren YouTube gesehen, dass die Bücher von Anne Freytag sehr gehypt werden. Mich irritiert es immer ein bisschen, wenn YouTuber sagen, sie würden ein Buch feiern. Da Mr. Cohen sehr ungeduldig war, habe ich mir das Buch ausgeliehen, ohne zu wissen, um was es in dem Buch überhaupt gibt. Als ich dann mit dem Lese begann und feststellte, dass das Buch in München spielt, habe ich mich tatsächlich gefreut. München ist meine absolute Lieblingsstadt (das beste an München ist die Autobahn nach Stuttgart). Das Buch gibt es übrigens auch bei Skoobe, für alle die ein Abo haben, können es dort lesen.

Als Leser werden wir die direkt in die Handlung hinein geworfen. Das Buch startet, in dem Edgar und sein Vater zur Rektorin berufen. Ihm wird der Vorwurf gemacht, dass er Cybermobbing betrieben hätte. Nach und nach erfahren wir als Leser, wie es zu diesem Vorwurf gekommen ist. Julia, Leonard, Marlene, Edgar besuchen alle das gleiche Gymnasium in München. Julia, das Opfer, ist eng mit den scheinbar beliebtesten Schüler der Stufe befreundet. Eines Tages vergisst sie ihren Stoffbeutel im Bus. Im Stoffbeutel ist unter anderem ihr Laptop, der nicht Passwort geschützt ist. Julia führt ein geheimes Tagebuch, in dem sie all ihre Gedanken unfiltriert aufschreibt. Gedanken, die nicht allen gefallen wird, denn sie nimmt in ihrem Tagebuch kein Blatt vor den Mund. Die Einträge kann viele Mitschüler, unter anderem auch Lina, Marlene und Leonard bloßstellen aber nicht nur die, sondern viele andere Mitschüler ebenso. Als Julia ihren Verlust bemerkt, versucht sie ihr Passwort für ihren geheimen Blog zu ändern, kommt aber zu spät. Eine unbekannte Person kam ihr zu vor und hat das Passwort geändert. So nimmt die Handlung ihren Lauf und die geheimen Blogeinträge werden veröffentlicht.

Die Handlung wird aus der Sicht von Julia, Edgar, Marlene und Linda geschildert. Linda war früher, als sie noch dick war, Marlenes Mobbingopfer. Edgar war Lindas erste, große Liebe, bis Momo an die Schule kam.

Julias Einträge treffen voll ins Schwarze, denn sie kann hinter die Fassade schauen, über die sie in Blog schreibt. So regt sie viele Mitschüler zum Nachdenken an. Als die Beiträge online gestellt werden, fragen sich nicht nur ihre Mitschüler, ob Julia nun Opfer oder Täterin ist.

Ich muss gestehen, dass ich während des Lesens festgestellt, dass ich mit meinen Daten sehr sorglos umgehe und ich meinen Browserverlauf nur sehr selten lösche. Mein MacBook ist Passwort geschützt, die Passwörter über die iCloud aber ein versierter Hacker kann dieses Problem sicher umgehen. Das Buch zeigt, dass wir viel sensibler mit unseren persönlichen Daten umgehen sollen als wir es bisher möglicherweise machen. Als ich noch zur Schule ging, gab es noch kein Internet. Seit es WhatsApp und Co gibt, können Schüler noch viel leichter gemobbt werden als früher. Bilder, die früher heimlich weiter gereicht worden wären, können nun innerhalb von Sekunden viel mehr Adressaten erreichen.

Den Schreibstil fand ich sehr flüssig und es liest sich sehr flott. Das große Manko an dem Buch ist der Schluß. Ich hätte mich über ein Ende gefreut, dass die Person, die die Einträge hochgeladen hat, auch dafür gerade stehen muss. So erfahren wir als Leser, dass Julia und Marlene Opfer sind aber alle andere Personen im Buch nicht. Es ist ein Buch über die erste große Liebe aber auch der Verlust eines Elternteils. Leser, die schon Mobbing Erfahrungen gemacht haben, sollten dieses Buch nicht lesen, da es schon sehr triggert. Das Buch ist, ist laut Verlag, für Leser ab 14 Jahre geeignet. Vielleicht bin ich ja zu prüde aber ich bin der Meinung, dass es kein Buch für 14 jährige ist, da sie in dem Alter noch nichts über Oralsex oder andere Sexpraktiken lesen sollten aber das liegt ja im Ermessen jedes Einzelnen.

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