David Foenkinos : Zum Glück Pauline

Dem Helden in David Foenkinos neuem Roman ist sofort klar, dass etwas nicht stimmt: rasende, unerklärliche Rückenschmerzen plagen ihn und gehen nicht mehr weg. Es beginnt, begleitet von Ängsten und quälenden Phantasien, die übliche medizinische Ursachenforschung, Notfallklinik, Orthopädie, Röntgenpraxis und immer warten, warten, warten.
Aber auch die Kernspintomographie liefert nur nebulöse Resultate und vielleicht hat die seltsame Magnetfeldtherapeutin doch recht, es ist gar nichts Körperliches. Denn unser von Schmerzen heimgesuchter Erzähler mag ein Häuschen in einem Vorort von Paris haben, zwei nette Kinder, eine reizende Frau und einen anständigen Beruf in einem bedeutenden Architekturbüro, aber das ist alles nur Fassade. In der Firma wird er übel gemobbt, Élise, die Frau, will sich scheiden lassen, zu den Kindern hat er den Kontakt verloren und die Eltern haben ihn noch nie gemocht. Zeit, ein paar Knoten aufzulösen. In der Firma fängt unser Held als Erstes an, und zwar durchschlagend.
Komisch, sensibel, mit Feingefühl und Ironie erzählt David Foenkinos davon, wie sein Protagonist sein ganzes Leben umkrempeln muss und dabei nicht nur eine neue Existenzgrundlage, sondern auch eine neue Liebe findet

  • Taschenbuch: 411 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: 3 (8. Oktober 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406654207
  • ISBN-13: 978-3406654206

Pauline

Da mir Nathalie küsst gut gefallen, habe ich mich gefreut, als ich dieses Buch in der Bücherei ausleihen kann. Mit 17,95 € ist das Buch alles andere als ein Schnäppchen aber ich musste es unbedingt lesen. Eigentlich würde es reichen, wenn man diesen Klappentext liest, da dieser eigentlich die komplette Handlung des Buchs wieder gibt. Nun könnte man sich fragen, warum man dieses Buch lesen sollte, wenn der Inhalt bereits klar umrissen ist. Wer einen romantischen Schmöcker erwartet, sollte dieses Buch erst recht nicht lesen, Pauline nimmt nur einen ganz kleinen Teil ein. Wir begleiten unseren namenslosen Helden durch seine ganze Krisen hinweg. Er und seine Frau besuchen ein befreundetes Ehepaar, das sie immer besuchen. Dort bekommt er schreckliche Rückenschmerzen, die anscheinend keinen medizinischen Grund haben. Eine Magnetfeldtherapeutin gibt ihm den Tipp, dass er sein Leben aufräumen müsse. Als er seinen Kollegen, der ihn immer mobbt, niederschlägt geht es ihm langsam besser. Mit dem Tod seines Schwiegervaters, erkennt er, dass in seiner Ehe nicht alles rund läuft, dies führt dazu, dass seine Frau sich von ihm trennt. Unser namensloser Held macht sich ständig Sorgen ums Geld, als er merkt, dass es ihm finanziell besser geht als er denkt, kann er wieder ein bisschen schmerzfreier durchs Leben gehen.
Diese Buch ist in fünf Abschnitte untergliedert, es käme aber auch ohne Abschnitte aus. Jedes zweite Kapitel besteht aus zwei Zeilen, Intensität der Schmerzen und Gemütslage, dies wird im kompletten Buch beibehalten. David Foenkinos Schreibstil wirkte auf mich sehr nüchtern, er kommt mit wenigen Adjektiven aus. Anfangs wirkte der Protagonist, warum zum Teufel hat er keinen Namen(?) überangepasst, er versuchte es an allen recht zu machen aber nachdem er ein neues Ziel hatte, wirkte er deutlich jünger und dynamischer. Dieser Wandel gefiel mir recht gut.
Obwohl mir das Buch im Großen und Ganzen eigentlich recht gut gefallen hat, ist es kein Buch, das man unbedingt gelesen hat aber ich könnte es mir vorstellen, dass es genau wie Nathalie küsst verfilmt wird und ins Kino kommt.
Von mir gibt es daher 3 von 5 Sternen.

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