Lesemonat Februar

Seit ich wieder arbeite, habe ich das Gefühl, die Zeit rast nur so dahin. Kaum zu glauben, dass bereits wieder ein Viertel des Jahres vorbei ist. Konnten wir letztes Wochenende noch im T-Shirt verbringen, haben wir nun “tiefsten Winter”. Vielleichten sollten wir Weihnachten im April feiern und Ostern im Dezember 🙂

Kommen wir nun aber zu meinen gelesenen Büchern, sehr viele waren es leider nicht aber für mehr fehlt mir einfach die Zeit.

Februar:

1.Wolff, Iris – die Unschärfe der Welt: Mit diesem Buch begann der Lesemonat Februar und ich weiß nur noch, dass mich das Buch überhaupt nicht erreichen konnte. Während ich gerade versuche, mich an den Inhalt zu erinnern, merke ich, dass ich mir dringend Notizen zu meinen gelesenen Bücher machen sollte, damit sie länger haften bleiben.

2. Leblanc, Maurice: Arsene Lupin (Gentlemen-Gauner): Ich weiß noch, dass ich dieses Buch gelesen habe als ich mich auf den Weg zur Bücherei gemacht habe. Es war bereits vorbestellt und ich wollte es anlesen und schauen, ob es mir gefällt oder nicht. Für den Fall, dass es mir nicht ansprechen sollte, könnte ich es gleich wieder abgeben und der nächste Leser*in könnte es direkt nach mir lesen. Obwohl es mir anfangs überhaupt nicht zusagte, habe ich dir ersten Kapitel gelesen und irgendwann konnte es mich doch noch packen und ich habe es zu Ende gelesen. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass ich einen Krimi gelesen habe, sondern für mich waren es in sich abgeschlossene Kurzgeschichten. War okay aber weitere Bücher muss ich einfach nicht lesen.

3.Sommerfeld, Mila: Zeit des Sturms: Dies ist der Auftakt einer Trilogie. Anfangs lernen die drei Schwestern der Familie Wagner kennen und wenn ich mich recht erinnern kann, nimmt uns die Autorin mit ins Jahr 1933 und endet kurz nach dem 2. Weltkrieg. Die Autorin raste mir zu sehr durch die Zeit, sodass viele Charaktere zu schwarz-weiß blieben und keine Tiefe hatten und dadurch sehr eindimensional blieben. Da es ein typischer Familienroman war, hatte ich nicht das Gefühl, irgendwas Neues gelesen zu haben.

4.Taddeo, Lisa: Animal: Kommen wir nun zu Animal. Animal hatte ich in der Zeit, in der ich es daheim hatte, zwei angelesen und wieder abgebrochen. Irgendwie kam ich über die ersten beiden Kapitel nicht raus. Ich mochte weder den Schreibstil, noch wurde ich mit der Protagonistin warm. Nach dem ich das Buch zweimal verlängert hatte, war es wieder vorbestellt und ich hatte die Wahl, entweder bringe ich es ungelesen wieder in die Bücherei zurück oder ich gebe dem Buch noch eine 3. Chance und suchte es weg. Beim dritten Anlauf konnte es mich doch noch packen. Ich muss dazu aber auch sagen, dass man einem der Lisa Taddeos Schreibstil liegen muss. Ihren Schreibstil ist sehr direkt und schroff. Es zeigt aber auch, dass ihre Protagonistin es schafft, dass sie nicht länger Opfer ist, sondern sich, auf dem Weg zu sich selbst, auch wehren kann auch wenn sie dabei zur Mörderin wird.

5.Franzen, Jonathan: Crossroad (Bd.1): Dieses Buch hätte ich ohne meinen Lesekreis wahrscheinlich niemals gelesen. Obwohl dieses Buch über 830 Seiten stark ist, spielt es lediglich an zwei Tagen. Anfangs lernen wir in jedem Kapitel eine Mitglied der Familie Hildebrandt kennen, eine typische, amerikanische Familie. Familie Hildebrandt besteht aus Vater (Russ), Mutter (Marion) und den vier Kindern (Clem, Becky, Perry und dem Nachzügler). Der Nachzügler, dessen Namen ich bereits wieder vergessen habe, spielt aber auf Grund seines Alters keine große Rolle. Ich mal gespannt, ob sich dies ändern wird, wenn er alt genug ist um in die Handlung eingreifen zu können aber das werden wir sicher erst im nächsten Band erfahren. Obwohl es sich um eine sechsköpfige Familie handelt, gab es im Buch kaum Interaktionen zwischen den einzelnen Familienmitgliedern. So hat keiner so richtig wahrgenommen, wie schnell Perry in die Drogensucht hinein rutschte alle Mitglieder der Familie waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt. In vielen Rückblenden erzählt Franzen, was Marion in ihrer Jugend miterlebt hat und wie sehr diese Ereignisse sie so geprägt haben, dass sie sie nicht loslassen und sie sucht die Schuld bei sich als sie denkt, Perry könnte ebenfalls depressiv sein wie sie selbst. In unserem Lesekreis haben wir sehr kontrovers über dieses Buch diskutiert. Dieses Buch hätte mich schier in den Wahnsinn getrieben und ich wollte es ungelesen zurück bringen. Da ich bei der Leserunde mitreden wollte, habe ich bis zum bitteren Ende durchgehalten.

6.Christie, Agatha: Betram’s Hotel. Dieses Buch habe ich bereits vor ein paar Jahren gelesen und nun war es an der Zeit, dass ich es noch mal lesen wollte. Jane Marple wünschte sich von ihrem Neffen, dass sie eine Woche in dem zauberhaften Hotel verbringen dürfte. Vor vielen Jahren verbrachte sie dort ein paar Tage mit ihrer Tante dort. Damals war sie nicht ein junges Mädchen. Nun, wenn ich das Wort “Mädchen” schreibe, fehlt mir ein, dass A. Christie alle Frauen, die noch keine 60 sind als Mädels bezeichnet. Nach dem ihr Neffe sich als so großzügig erweist, macht sich Jane auf den Weg nach London um eine Woche im noblen Bertrams zu verbringen. Anfangs scheint alles normal zu sein, es herrscht die gleiche Atmosphäre wie damals. Die Angestellten sind sehr zuvorkommend, dennoch hat Jane Marple das Gefühl, dass nichts echt ist. Ihre frühere Bekannte muss erkennen, dass die Leute, die ihr so bekannt vorkommen, doch nicht die sind, die sie zu kennen scheint. Die Handlung scheint auf den ersten Blick sehr behäbig zu sein. Obwohl es ein Krimi ist, passiert lange Zeit nicht viel. Dies hat mich in dem Buch nicht gestört, denn in “Ruhe unsanft” ist es nicht anders aber bei Agatha Christie kommt es meist anders als man denkt. Mir persönlich liegen die Bücher um Jane Marple mehr als die Krimis um Hercule Poirot. Während Miss Marple ihre Schlüsse anders zieht, sie nutzt ihr Alter recht geschickt aus, um an Informationen zu kommen, finde ich Poirot zu hochnäsig aber so unterscheiden sich die Geister.

7.Arenz, Ewald: Der große Sommer: Während seine Familie sich auf den Weg in der Urlaub macht, muss Frieder seine Sommerferien bei seinem Großeltern verbringen Frieders Oma ist eine herzensgute Frau, während ihr Mann sehr streng ist und Kinder scheinbar nicht mag. Er erstellt Frieder einen präzisen Plan, morgens hat Frieder zu lernen und nachmittags darf er sich sein Taschengeld mit Botengängen verdienen. Heimlich liest er das Tagebuch seiner Großmutter und erfährt so einiges über seine Familie. “Der große Sommer” beschreibt einen Sommer, den Frieder nie vergessen wird. Es ist ein Sommer in dem er ein ganz, schönes Stück über sich hinaus wächst und seine große Liebe, Beate, kennen lernen wird. Beate ist das Mädchen, mit dem er Sex haben wird aber es ist aber auch ein Sommer, in dem er Tod ins Auge schauen muss. Seine Schwester arbeitet als Aushilfe in einem Altenheim und gemeinsam begleiten sie eine Frau beim Sterben, damit diese in ihren letzen Minuten nicht alleine sein muss. Dieses Buch zeigt, wie wichtig Freunde sind und wie schwer es ist, wenn man Entscheidungen treffen muss, die nicht sehr bequem sind.

8.Skybäck, Frida: Das Geheimnis des Bücherschranks: Dieses Buch musste ich lesen, da es in Schweden spielt und Stockholm zu meinen absoluten Lieblingsstädten gehört. Als Rebeccas Oma sich den Arm bricht, macht sich unsere Protagonistin auf den Weg um nach ihrer Oma, bei der sie den Großteil ihrer Jugend verbracht hat, um nach dem Rechten zu schauen. Im Job und in der Beziehung läuft alles andere als rund und so kommt es Rebecca recht, dass sie ein paar Tage Auszeit nehmen kann. Schnell muss Rebecca feststellen, dass ihrer Oma gewisse Dinge über den Kopf gewachsen sind und sie dringend Hilfe braucht. Im Bücherschrank findet sie das alte Tagebuch ihrer Oma, dass sie, welch Überraschung (Achtung Ironie) in die Zeiten unser schrecklichen Vergangenheit führt. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich eine solche Konstellation in zig Büchern gelesen habe und es zu einem Einheitsbrei mutiert. Nun könnte man sich fragen, warum ich das Buch dennoch gelesen habe, wo es doch so schrecklich vorhersehbar war (auch die Sache mit dem knurrigen Nachbarn, der im Verlaufe des Buches noch an Bedeutung gewinnen wird). Ich habe es gelesen, da es in der Nähe von Stockholm spielt und ich wissen wollte, ob sich das Buch von anderen Büchern hervorhebt….Macht es nicht aber es spielt halt in Schweden… wobei Stockholm sich auch durch München, Hamburg oder Paris austauschen lassen lässt. Es war ein nettes Buch für zwischendurch, mehr halt aber auch nicht…

Abgebrochen:

Le Tellier, Herve: Die Anomalie: Auf dieses Buch hatte ich mich richtig gefreut. Das Buch wurde von Denis Scheck sehr gut besprochen und hat es in den Himmel gelobt. Für mich war aber nach 130 Seiten Schluss und somit kenne ich den Schluss nicht. Mich hat es gestört, dass in dem jedem Kapitel eine andere Figur vorgestellt wurde und immer, wenn, es zu dem Unglück kam (es wird auch mit einer Münze verglichen, die hochgeworfen wurden, nicht aber herunterfällt, wie es Münzen so tun, sondern in der Luft schweben bleibt) war das Kapitel zu Ende. Da mich das Buche emotional überhaupt nicht erreichen konnte und ich mich ständig gefragt habe, was möchte der Autor mir vermitteln, habe ich es abgebrochen. Prinzipiell war es kein schlechtes Buch aber leider auch kein Buch, das mich so fesseln konnte, um mich bis zum Ende bei der Stange zu halten.

Das war mein Lesemonat Februar, der sehr durchwachsen war. Ich habe für mich beschlossen, wie auch in den anderen Lesemonaten, dass ich keine Sterne mehr vergeben werden. Sterne sagen mir zu wenig über ein Buch. Wobei ich gestehen muss, dass ich, wenn mir ein Buch nicht gefallen hat, nur Bewertungen lese, deren Rezensenten nur 1-2 Sterne vergeben habe. Bevor ich aber ein Buch nicht beendet habe, schaue ich mir keine Rezensionen an, da mich diese doch zu stark beeinflussen würden und das versuche ich zu vermeiden. Ein richtig Highlight gab es im Februar nicht, mal sehen, wie es im März aussehen wird. Wäre es nicht schon so spät, würde ich nun meinen Lesemonat März folgen lassen…Wie war euer Lesemonat?

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