Maly, Rebecca: Die Krankenschwester von St. Pauli – Tage des Schicksals

Das Schicksal einer Krankenschwester im Kultviertel St. Pauli

Svantje Claasen wächst im überfüllten Gängeviertel Hamburgs auf. 1890 verliebt sich die junge Krankenschwester in den Tuchhändler Friedrich Falkenberg und kämpft für ihre gemeinsame Zukunft. Als eine verheerende Choleraepidemie ausbricht, kann sie sich endlich beweisen …

Der erste Band der aufwühlenden historischen Saga um Krankenschwester Svantje Claasen für Fans der Serien “Call the Midwife” und “Die Charité”.

 

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 1. (4. Mai 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492315615
  • ISBN-13: 978-3492315616

tage Bevor die ganzen sozialen Kontaktsperren in Kraft traten, waren Mr. Fogg, Mr. Cohen und ich in Hamburg. Da wir nicht sehr viel Zeit hatten, zieht es mich nun literarisch nach Hamburg und die Villa am Elbstrand (könnte auch Band 2) war das erste Buch, das in Hamburg spielte (zumindest in diesem Jahr)

Anfang April habe ich den ersten Teil der Hafenschwester von Melanie Metzenthin gelesen, der Bücher ebenfalls in der Elbe Stadt spielen. Da die Bücher von der Thematik her sehr ähnlich aufgebaut sind, musste ich während des Lesens aufpassen, dass ich die Bücher nicht miteinander vergleiche. Ich habe das Gefühl, dass Trilogien gerade sehr in sind. Es ist nun nach der Hebammensaga, die Hafenschwestern Sage nun die dritte Trilogie, die ich zu einem medizinischen Thema lesen.

Nach einer großen Flut können Swantje, ihre Mutter und ihr kleiner Bruder nicht mehr im Alten Land bleiben, ihr Haus ist zu schwer zerstört und so machen die Drei sich auf den Weg zu Swantje Vater, der schon seit Jahren in Hamburg lebt und arbeitet. Dort arbeitet er als Hilfsarbeiter bei  der Reederei Harkenfeld. Die Familie lebt im Gängeviertel, in dem Not und Elend an der Tagesordnung sind. Bereits am ersten Tag lernt sie und wir Leser den jungen Raik kennen. Raik ist fast wie ein Ziehsohn für Swantje Vater. Während Melanie Metzenthin in ihrem Buch das Augenmerk auf die Ausbildung ihrer Protagonistin legt, kommt es im Buch, zu einem etwas unlogischen, Zeitsprung. Als Leser erfahren wir nur, dass Swantje die Ausbildung abschließt um danach als Krankenschwester arbeiten zu können. Bevor sie ihre erste Stelle antreten kann, wird ihre Mutter ungeplant schwanger und sie muss im Haushalt der Hardenbergs mitaerbeiten. Dort trifft sie Friedrich Falkenberg und Richard Hardenberg wieder. Es entwickelt sich eine Liebesgeschichte zwischen ihr und Friedrich und diese Liebesgeschichte dominiert ca. 50 % des Buchs. Es war zwar sehr romantisch diese Liebesgeschichte miterleben zu können, für mich nahm sie aber zu viel Raum ein und dessen, weshalb ich das Buch eigentlich gelesen habe, kam erst einmal zu kurz.  Dies änderte sich als die Cholera ins Spiel kam und Swantje als Krankenschwester aktiv wurde. Diesen Teil der Geschichte fand ich sehr lesenswert. Interessant fand ich es aber auch, die Sicht der Streikenden, bessere Arbeitsbedingungen, Rentenansprüche, zu erfahren.

Dieses Buch wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Der Haupteil wird aus Swantjes Sicht erzählt, wir Leser erfahren aber auch die Sichtweise der anderen Charaktere. So wird unter anderem Richards Sichtweise dargestellt. Er ist der Sohn des Reeders Falkenbergs und soll die Interessen der Firma vertreten aber er (und das macht ihn interessant) kann die sich in die Streikenden hinein versetzen. Richard umgibt aber auch ein Geheimnis, das möglichst nicht ans Tageslicht kommen soll.

“Die Hafenschwester von St. Pauli” ist ein gelungener Auftakt einer neuen Trilogie. Obwohl ich das Buch sehr gerne gelesen habe, fand ich die Zeitsprünge im Buch überflüssig und ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin Swanties Ausblildung näher beschrieben hätte und dafür die Liebesgeschichte zwischen ihr und Friedrich geraffter erzählt hätte. Da das Buch mit einem super fiesen Cliffhanger endet, gerade was Richard betrifft, muss ich Band 2 und 3 auch noch lesen und ich bin gespannt, ob ihm das gleiche Schicksal ereilt wie Hinnerk Nieland. Der Schreibstil liest sich sehr angenehm und es lässt sich daher wunderbar “weg suchten”. Die Autorin beschreibt das Gängeviertel so lebthaft, dass ich mir während des Lesens, Bilder vor Augen hatte, in was für einer Armut die meisten Menschen zu dieser Zeit ertragen mussten. So holte Raik die Verstorbenen daheim ab und ich hatte Gänsehaut als er den kleinen Karl, der noch sein ganzes Leben vor sich hatte, abholen musste, damit er beerdigt werden konnte. Solche Gänsehautmomente gab es noch mehr in diesem Buch.

Da ich das Buch sehr gerne gelesen habe, kann ich es nur weiterempfehlen und ich warte nun sehnsüchtig bis Band 2 erscheint.

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley, vielen Dank hierfür, zur Verfügung gestellt. Dennoch gebe ich hier meine Meinung zum Buch, unabhängig, ob es ein Rezensionsexemplar ist oder nicht.

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