Schertenleib, Hansjörg: Die Hummerzange

Vor vier Jahren haben sich die Schweizer Kriminalpolizistin Corinna Holder und ihr Mann Michael ein Cottage auf Spruce Head Island in Maine gekauft. Hier wollten sie nicht nur ihre Ferien, sondern später auch den Ruhestand verbringen. Doch seit neun Monaten ist Michael tot, gestorben bei einem Verkehrsunfall. Als Corinna das erste Mal allein nach Maine reist, wird sie von ihren Erinnerungen eingeholt. Aber viel Zeit zum Trauern bleibt nicht, denn als sie im kalten Atlantik schwimmen gehen will, findet sie eine übel zugerichtete Leiche: Dem Mann wurde eine Hummerzange in die Augen gerammt. Corinna nimmt die Ermittlungen auf, zumal sie den Toten kannte: Es ist Norman Dunbar, und der hatte nicht wenig Feinde. Es könnte ebenso eine seiner Frauengeschichten sein, die ihm zum Verhängnis geworden ist, wie auch seine eher unrühmliche Rolle als Investor bei ominösen Geschäften auf der Insel. Oder besteht ein Zusammenhang zu der Initiative gegen die größte Lobsterfabrik auf Spruce Head Island? Als Fremde auf der Insel werden Corinna viele Steine in den Weg gelegt, aber sie lässt sich nicht beirren.

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Kampa Verlag; Auflage: 1 (6. Mai 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3311120043
  • ISBN-13: 978-3311120049

Hummerzange “Die Hummerzange” ist nun das dritte Buch, das ich aus dem Kampa Verlag gelesen habe und dieses Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, erst einmal herzlichen Dank an den Verlag. Erst einmal sammeln und dann weiterschreiben, denn es fällt mir recht schwer meine Meinung zu diesem Buch kund zu tun. Wäre es kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich das Buch sicher nach 100 Seiten abgebrochen aber da es mit 272 Seiten recht überschaubar ist, habe ich die restlichen Seiten dennoch zu Ende gelesen und ich kann an dieser Stelle schon mal erwähnen, dass mich das Buch so gar nicht überzeugen konnte. Dieses Mal fällt es mir nicht leicht, dass ich nicht spoilere.

In der 80 iger Jahren lief auf ARD “Mord ist ihr Hobby”, das im fiktiven Cabot Cove (Maine) spielt, als ich den Klappentext las, dass “die Hummerzange” ebenfalls in Maine spielt, musste/wollte ich das Buch unbedingt lesen. Anfangs lernen wir Corinna Holder kennen, sie ist 57 Jahre alt. Sie arbeitete bis vor Kurzem in der Schweiz als Krimalkommissarin. Nach einem vierfach Mord quittiert sie ihren Dienst um mit ihrem Mann nach Maine zu ziehen, dort haben sie und ihr Mann ein Ferienhaus. Allerdings muss sie allneine nach Maine ziehen, da ihr Mann, Michael, bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Corinna ist eine trockene Alkoholikerin, die nun süchtig nach Xanax ist, die sie hinter den Büchern Camus versteckt. Ihr Xanax bekommt sie von einem örtlichen Dealer. Corinna ist es, die Norman Dubar tot in der Buch auffindet. Mit Matt, einem Privatdektiv, macht sich auf die Suche nach dem Mörder. Ihre Freundin Tracy, deren Mann (Mordopfer) hatte ein Verhältnis mit der Frau ihrer Hausangestellten. Auf der Suche nach Chad wird von eben diesen überfallen und er entführt seine Frau.

Das Mordopfer hat in der Vergangenheit Firmen aufgekauft, sie zerschlagen. In Folge dessen konnte eine Familienvater seine Hypthek nicht mehr bezahlen und erschoss zu erst sich und seine Frau. Die Kinder kamen erst in Pflegefamilien und sind nun selbst erwachsen. Parallel zur eigentlichen Handlung lernt Corinna Jack kennen.

Da ich mir das Setting so gut gefiel, habe ich mich riesig aufs Lesen gefreut und wurde dann mächtig enttäuscht. Das Setting ist einfach nur klasse und der Autor hat es geschafft, dass ich mir die Umgebung gut vorstellen kann. Allerdings hat es mich gestört, dass Corinna immer aufs Deck gegangen ist. Für mich hat der Begriff was mit Schiffen zu tun aber nicht mit Terrassen. Vielleicht ist “Deck” ja auch Schweizer Begriff Terrasse. Der Autor hat die einzelnen Szenen zum Teil völlig kaputt geschrieben. So besucht Corinna Jack in seinem Leuchtturm und kommen sich näher aber in dem der Autor beschreibt, dass die beiden nicht miteinander geschlafen hätten, “zerstört” diesen romantischen Augenblick.

Corinna nimmt eine Stelle als Kellnerin an und erfährt, wie der Mord abgelaufen sein “könnte”. Ich nutze extra den Konjunktiv, da er im Buch (an der Stelle) ebenfalls genutzt wird. Am Ende hatte ich das Gefühl, dass das Buch mit einem Cliffhanger endet und es noch eine Fortzsetzung geben könnte.  Während des Lesens  hatte ich nur selten das Gefühl, dass ich es mit einem Krimi zu tun haben könnte. Mir hat einfach der Spannungsbogen ein wenig gefehlt. Ich finde es gut, wenn Protagonisten ihre Ecken und Kanten haben, das macht sie menschlich und angreifbar. Corinnas Tablettensucht, sie muss stänig zu Xanax greifen oder Michaels Tod nehmen einfach zu viel Platz in der Handlung. Spätestens, wenn sie zum dritten Mal nach ihren Tabletten greift, weiss ich, dass sie ein Drogenproblem hat.

Im Gegensatz zum neuen Buch von Donna Leon konnte mich das Buch ein wenig unterhalten.

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