Minardi, Dino: Ein Espresso für den Commissario (Pellegrinis Erster Fall)

Commissario Marco Pellegrini hatte sich auf die ersten warmen Frühlingstage gefreut. Zu gern hätte er in Ruhe den einen oder anderen caffè in der Bar des Familienbetriebs genossen, ehe die Touristenmassen an den Comer See strömen. Denn dann ist es auch bei der Polizia di Stato mit der Ruhe vorbei. Doch die Realität holt ihn früher ein als erwartet: Ein Student wird in seiner völlig verwüsteten Wohnung aufgefunden – erwürgt. Schnell zeigt sich, dass der Tote über außerordentlich viel Geld verfügte, das weder von seinen halblegalen Vermietungsgeschäften noch von seinem dubiosen Nebenjob kommen konnte. Woher hatte er so viel Geld? Und wurde er deswegen ermordet? Commissario Pellegrini übernimmt den Fall, wird bei den Ermittlungen aber nicht nur mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, sondern muss auch noch lästige Streitereien in seinem Team schlichten.

Die meisten Menschen würden sagen, dass es keine Gemeinsamkeiten zwischen einem Barista und einem Commissario gibt. Pellegrini war da anderer Meinung. Beide mussten gut zuhören können, in den Leuten das Bedürfnis wecken, reden zu wollen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Die Unterschiede kamen erst zum Tragen, wenn alles gesagt war. Während der Barista die Geheimnisse gleich einem Beichtvater für sich behielt, war es die Aufgabe des Commissario, sich alle Informationen für die Ermittlungen zunutze zu machen.«

 

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Kampa Verlag; Auflage: 1 (11. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3311120051
  • ISBN-13: 978-3311120056

espresso Dies ist das erste von drei Büchern, die aus diesem Verlag auf meinem SuB liegen, wovon zwei Bücher nächste Woche wieder in unseren “Bücherknast” zurück müssen. “Ein Espresso für den Commissario” ist der Auftakt einer neuen Krimireihe. Im Mittelpunkt steht Mario Pellegrini, der als Kommissar bei der Comoer (ich hoffe, dass es so korrekt ist) Kriminalpolizei. Marios Werdegang ist im Gegensatz zu vielen anderen Kriminalkommisaren nicht geradlinig verlaufen. Als Sohn eines Hoteliers hat er eine abgeschlossene Kochausbildung, nach einem Zerwürfnis mit seinem Vater hat er eine Ausbildung zum Polizisten gemacht und landete danach bei der Autobahnpolizei.

Im vorliegenden ersten Fall müssen Pellegrini und seine beiden Kollegen den Mord einem jungen Mathematikstudenten aufklären, dieser wurde erwürgt in seinem Bett aufgefunden. Obwohl er Student ist, lebt er in einer mehr als nur großzügigen Wohnung und als Lese könnte man sich die Frage stellen, wie er sich solch eine Wohnung leisten kann. Kurz vor seinem Tod kaufte er sich ein sehr teures Motorrad. Das Mordopfer arbeitete als Praktikant in einem “ökologischen” Unternehmen, dass eine neuartige Produkt zur Energiegewinnung auf den Markt bringen will. Auf den ersten Blick scheint das Opfer ein sympathischer, junger Mann gewesen zu sein, der einen großen Bekanntenkreis gehabt haben muss, am Tatort wurden Unmengen an DNA Spuren gefunden, die die Aufklärung des Falles nicht gerade einfach macht. Neben unseren aktuellen klimatischen Schwierigkeiten, spricht der Autor auch die zunehmende Fremdvermietung von dringend benötigten Wohnraum über Airbnb an.

Die Lage des Comers See eignet sich hervorragend um eine neue Krimireihe auf den Markt zu bringen. Mit Marco Pellegrini hat der Autor einen neuen unverbrauchten Kommissar ins Rennen geschickt. Ein Kommissar, der den Tod seines besten Freundes immer noch nicht verkraftet hat, der sympathisch wirkt und seinen Kollegen die nötigen Anweisungen geben kann.

Obwohl die Handlung in sich sehr stimmig war, der Schreibstil angenehm flüssig war, konnte mich das Buch nicht so richtig überzeugen. Es fehlte der Überraschungsmoment als der Kommissar den Täter überführt hat. Versierte Krimileser, die gerne mitraten, könnten etwas unterfordert sein. Es war zwar ein in sich stimmiger Krimi, mit sehr viel lokolalkolorit, dem leider ein bisschen der “Biss” gefehlt hat. Dennoch bin ich gespannt, wie sich der Autor im nächsten Band weiter entwickeln wird. Obwohl mich das Buch nicht so richtig überzeugen konnte, hat es bei mir ein bisschen Fernweh geweckt. Am Schreibstil, er beschreibt die örtlichen Gegebenheiten, dass der Autor schon häufiger am Comer See war und somit den Charme der Lombardei authentisch wiedergeben kann. Dennoch würde mich freuen, wenn der Autor noch ein bisschen mehr Spannung, was die Auflösung des Falles, einbauen könnte.

 

2 thoughts on “Minardi, Dino: Ein Espresso für den Commissario (Pellegrinis Erster Fall)

  1. Ich mochte das Buch auch vom Setting und den Personen her. Für einen Krimi war es mir auch zu wenig Spannung. Ich denke, dass ich das nächste auf jeden Fall noch lesen werde.

    Liebe Grüße
    Mona

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