Interview mit Anni Bürkl

Ich habe von Anni Bürkl eine nette eMail bekommen und diese Gelegenheit habe ich genutzt, um ihr ein paar Fragen zu stellen. Eigentlich wollte ich schon viel früher darüber schreiben aber dann kam der Unfall meines Sohnes dazwischen. Das Buch lese ich gerade, sodass es in den nächsten Tagen eine Rezension dazu geben wird.

> Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich schreibe fast so lange, wie ich schreiben kann.
Schon als Schülerin kamen dabei so Gedichte wie dieses hier raus:
“Die Oma mit dem Schießgewehr
schießt vergnügt nur hin und her …”

Später schrieb ich dann Kurzgeschichten und bei einer davon konnte die
Geschichte einfach nicht mehr ohne Mord enden. Die Figuren gingen so
böse miteinander um, dass das nur so ausgehen konnte!

Somit war ich beim Krimi gelandet. Und dem bin ich mehr oder weniger
treu geblieben. Es fasziniert oder interessiert mich: Was muss
passieren, damit Menschen so weit gehen, jemand anderem das Leben zu
nehmen? Sind es Kränkungen? Ja, oft. Heftige Gefühle wie Liebe oder
Hass. Und vieles mehr. Follow the money ist auch immer ein guter
Ermittlungsansatz.

Als ich ernsthaft zu schreiben angefangen habe, war ich relativ allein –
noch vor Internetzeiten. Heute ist das einfacher. Schon damals habe ich
mir vorgenommen, später “neue” Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen
– heute tue ich das mit meinem Schreibsalon (unter
www.einbuchschreiben.at) und auch dieser Teil meiner Tätigkeiten
bereitet mir ungemein viel Freude!

> Hast du feste Schreibzeiten?

Jein – wenn es möglich ist, schreibe ich als “1. Tat” 😉 des Tages, dh.
nach dem Frühstück und evt. Sport (der macht mich munter, fällt aber
leider aktuell aus gesundheitlichen Gründen – Nackenschmerzen aus der
Hölle – aus). Ein Spaziergang tut es auch. Dann schreibe ich eine oder
zwei Szenen bzw. am Vormittag – der Nachmittag gehört dann meinen
Lektoratsaufträgen bzw. meiner Autorenberatung.
Am Abend schreibe ich nicht so gern oder gut, daher lasse ich das
normalerweise bleiben.

> Wie gehst du mit schlechten Rezensionen von Bloggern oder auf Amazon?

Prinzipiell freue ich mich, wenn ich über meine Bücher mit Leuten ins
Gespräch komme.

Bei negativen Rückmeldungen ist das natürlich unangenehmer.
Mittlerweile denke ich mir meist: Soll jeder seine Ansicht haben, Lesen
ist ja immer auch was Persönliches. Ich nehme mit, wenn ich daraus etwas
lernen kann – wenn eine Figur zB. nicht gut ankommt.
Mitunter halte ich es mit einem Wiener Ex-Theaterdirektor, den wir mal
in der U-Bahn angesprochen haben. Uns gefiel ein Stück, das in der
Presse schlecht ankam. Seine Antwort: Lesen Sie keine Kritiken – ich tue
es auch nicht.
Wenn es persönlich oder beleidigend wird, ohne dass wirklich das Buch
besprochen wird, muss man aber was unternehmen, denke ich.
Und manchmal muss ich einfach auch lachend den Kopf schütteln … wenn
jemand zB. das Buch so offenbar nur oberflächlich gelesen hat, dass
Infos in der Rezension so ganz und gar nicht stimmen … und dann aber
Kritik an dem Buch kommt …

insgesamt: eine echte Gratwanderung!

> Würdest du auch unter einem Pseudonym schreiben, sollte es der Verlag
  wünschen?

Da stehe ich komplett drüber, so etwas ist eine pure Marken- bzw.
Marketing-Entscheidung. Man würde Öl ja auch nicht unter dem Namen Maggi
verkaufen, oder?

Vielen Dank, liebe Anni, dass du die Zeit gefunden hast meine Fragen zu beantworten.

Über Anni Bükl:

Anni Bürkl, Jahrgang 1970, lebt und arbeitet als freie Journalistin, Autorin und Ghostwriterin in Wien. Im Ausseerland, wo sie sich im Sommer gerne aufhält, schreibt sie am liebsten. 2003 wurde sie mit dem Theodor-Körner-Förderungspreis ausgezeichnet. 2010 erhielt sie das Krimi-Stipendium »Trio Mortale« der Stadt Wiesbaden.

Buerkl-Anni

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