Leon, Donna: Stille Wasser (Commissario Brunettis sechsundzwanzigster Fall)

Schwächeanfall in der Questura. Brunetti landet im Ospedale Civile. Das Räderwerk des Alltags hat ihn zermürbt. Nachdem man ihn krankgeschrieben hat, will der Commissario in der Villa einer Verwandten von Paola zur Ruhe kommen. Wie wunderbar, einmal nicht Verbrechern hinterherzujagen, sondern in ländlicher Idylle seine Gedanken mit den Wolken ziehen zu lassen. Brunetti soll sich in der Lagune erholen. Doch zwischen Bienen und Blumen kommt er einem größeren Fall als je zuvor auf die Spur.

 

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 3 (24. Mai 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 325706988X
  • ISBN-13: 978-3257069884
  • Originaltitel: Earthly Remains

wasser“Stille Wasser” habe ich letztes Jahr im Oktober angefangen zu lesen, habe es aber nach knapp 100 Seiten abgebrochen. Letztes Jahr stand ich noch unter dem Druck, dass ich es zügig lesen musste, da es bereits wieder vorbestellt war. Doch dieses Mal hatte ich diesen Druck und das hat es einfach leichter gemacht. Erst einmal vorweg, für mich ist dies kein klassischer Krimi auch wenn Brunetti die Ermittlungen aufnimmt.

Während einer Befragung merkt Brunetti, dass sein Kollege dabei ist, eine Dummheit zu begehen. Um dies zu verhindern, simuliert er einen Herzanfall. Da er mit seiner Arbeit zu nehmend unzufrieden ist, kommt im eine mehrwöchige Auszeit gerade recht. Die Zeit will er nutze um zu rudern und lesen zu können. Paolas Familie hat auf Sant’ Ersasmo eine Villa. Dort will er einfach nur ausspannen, lesen und rudern. Paola und die Kinder bleiben daheim. In Sant’Erasmo wird er von Davide abgeholt.

Dieser geht mit ihm in den nächsten Tagen und zeigt ihm seine Biene. Davides Frau starb an einer seltenen Krebsart und er gibt sich die Schuld an ihrem Tod. Doch dann sterben auch noch seine Bienen.

Als er nach einem Gewitter Brunetti nicht mehr abholt, hilft Brunetti bei der Suche. Doch sie können Davide nur noch tot bergen. Offiziell ist es ein Unfall mit Todesfolge,dennoch nimmt Brunetti die Ermittlungen auf und diese führen ihn zu einem Unfall, der mehr als 20 Jahre zurück liegt und drei schwerverletzte Männer zurück lässt.

Ich habe schon einige Bücher von Donna Leon gelesen und mittlerweile mache ich es eigentlich nur noch, um zu sehen, ob sich Brunetti irgendwie weiterentwickelt. Am Anfang des Buchs fand ich Brunetti deutlich menschlicher als in den letzten Büchern. Seine Arbeit laugt ihn immer mehr aus, sodass er das macht, was andere auch machen würden, er nimmt sich eine Auszeit. Das zentrale Thema des Buchs ist die zunehmende Umweltverschmutzung der Lagune. Als Brunetti ein Kind war, konnte er in den Kanälen schwimmen gehen, ohne an die ganze Chemie zu denken, die Firmen illegalerweise ensorgt haben könnte. Davides Kollegen haben sich zusätzlich Geld verdient, in dem sie chemische Abfälle illegal entsorgt haben.

Am liebsten lese ich klassische Whodunit Krimis. Ich erwarte, dass der Kriminalfall ordentlich aufgeklärt wird und man am Ende einen Täter vorgesetzt bekommt aber dies ist hier leider nicht so. Es war kein schlechtes Buch aber halt auch kein Krimi, der einen erschaudern lässt. Der Schreibstil ist wie immer flüssig und stimmig aber ohne großen Höhepunkte.

Einer meiner Lieblingsfiguren ist Signora Elettra. Auf den ersten Blick scheint sie ganz harmlos zu sein, sie ist immer nett und adrett. Dennoch versorgt sie Brunetti mit Informationen, die sie nicht ganz legal erhält und das fand ich bisher immer ganz spannend. Doch in diesem Buch bleibt sie ziemlich farblos.

 

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