Sellano, Luis: Portugiesische Rache

Nach gefährlichen Abenteuern in Lissabon hat der Expolizist Henrik Falkner sich in die Stadt am Tejo verliebt. Henrik übernimmt das Antiquariat seines Onkels Martin – und damit auch dessen Vermächtnis. Denn Martin hat nicht nur Kuriositäten aller Art, sondern auch Artefakte gesammelt, die in Zusammenhang mit ungelösten Verbrechen stehen. Als ein Mann in der Bar Esquina erstochen wird, ahnt Henrik, dass er in den nächsten Fall geraten ist. Zusammen mit der temperamentvollen Polizistin Helena begibt er sich auf die Spuren des Mörders. Doch dann wird Helenas Tochter entführt … Es beginnt eine Jagd durch die Gassen von Lissabon.

 

  • Broschiert: 352 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (9. Mai 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453419456
  • ISBN-13: 978-3453419452

rache “Portugiesische Rache” wurde mir als Rezensionsexemplar angeboten und da mich das Buch inhaltlich interessiert hat, habe ich es dankend angenommen. “Portugiesische Rache” ist der 2. Teil einer Reihe und ich hatte während des Lesens das Gefühl, dass ich einige Dinge nicht richtig zu ordnen konnte, daher sollte man mit “Portugiesisches Erbe” beginnen. Zu dem Buch wird es dann auch noch eine Rezension geben. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich über Portugals geschichtliche Vergangenheit enormen Wissenslücken habe. Da sich der der Autor recht häufig auf die Estado Nova bezieht, musste ich dazu den Wikipedia Artikel lesen. Selten bin ich so unentschieden, ob mir das Buch gefallen hat oder nicht.

Im ersten Band erbt er von seinem verstorbenen Onkel einen Buchladen in Lissabon. Sein Onkel galt auf Grund seiner Homosexualität als schwarzes Schaf der Familie. Nach dem Tod seiner Frau hält Henrik nichts mehr in Deutschland und er wandert nach Portugal aus. Der Lebensgefährte von Henriks Onkel wurde ermordet und nun ist an Henrik den Mord aufzuklären. Hinweise und Querverweise gibt es anscheinend im Antiquariat jede Menge. Die Familie des Opfers, die das Antiquariat finanziell unterstützt, möchte eines Tages Ergebnisse sehen.

In Hendriks Armen verblutet ein Mann, der zu vor ein Buch in seinem Antiquariat erworben hat. Um nicht ins Visier der Ermittlungen zu geraten, verschweigt Henrik, dass er das Opfer je gesehen hat.Er versucht nun heraus zu bekommen, welches Buch das Opfer bei ihm gekauft wird. Als ehemaliger Polizist hat er einen sechsten Sinn, wenn er verfolgt wird und so verfolgt er seinen Verfolger um ihn dann ermordet zu finden. Kompliziert wird es für ihn, als sein Vater zu Besuch kommt und er vor dem Antiquariat angegriffen wird.

Da ich das erste Buch nicht gelesen habe, fiel es mir schwer, wenn man als Leser Rückblenden aus dem ersten Buch erhält, die man weder zuordnen noch verarbeiten kann.

Kurze Zeit später kommt ein älterer Kunde zu ihm und gibt ihm den Auftrag, er möge nach einem speziellen Buch nach ihm suchen. Seine Mitarbeiterin erblasst, als Henrik ihr den Kunden beschreibt. Catia, die später vor Henriks Augen entführt werden wird, erkennt ihn Henriks Beschreibungen, Nelson Pareira (den ehemaligen Kripochef Lissabons).

Für Henrik beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, als Catia vor seinen Augen entführt wird. Nelson Pareira schreckt vor nichts zurück um an das Buch zu kommen, dass seine Machenschaften aufdecken könnte. Doch ist er auch der Mörder von Ruben Mendes und welche Rolle spielt die Journalistin, Cabal, mit der Ruben Mendes gesehen wurde?

Da das Buch mit einem Cliffhanger endet, gehe ich mal davon aus, dass es noch mindestens ein Buch geben wird.

Auf Amazon wurde von einigen bemängelt, dass der Autor die Umgebung zu genau beschreiben würde und sie dadurch das Gefühl bekommen, dass sie einen Reiseführer lesen würde. Dies hat mich überhaupt nicht gestört, durch die genaue Ortsbeschreibung wirkte die Handlung viel reeller und es weckte mein Interesse, ein paar Tage in Lissabon zu verbringen. Dennoch gibt es ein paar Aspekte, die Henrik als Charakter unglaubwürdig erscheinen lassen. Während eines Spurts fällt er gegen einen LKW (in dessen Kotflügel er eine Delle hinterlässt), obwohl er kurzzeitig benommen ist, läuft er weiter als ob nichts gewesen wäre und es gibt noch weitere Stellen im Buch, in dem er weiterkämpft, obwohl er verletzt ist.

Der Autor hat einen lebendigen Krimis geschrieben, dessen Schreibstil sehr packend und flüssig war. Henrik Falkner agiert zum Teil auf eine Art und Weise, die nicht immer sehr schlüssig und nachvollziehbar ist, vor allem wenn er sich verletzt mit seinen Verfolgern ein Rennen liefert. Da mir das Buch im Großen und Ganzen dennoch gefallen hat, werde ich den ersten Band auch noch lesen und ich bin mal gespannt, ob ich mit meiner Vermutung recht habe und es noch einen weiteren Teil geben. Da es noch mindestens einen offenen Handlungsstrang hat, muss noch noch weitergehen.

Von mir gibt es daher drei von fünf Sternen. Dies ist sicherlich der ideale Krimis für Leser, die gerne Krimis mit viel Lokalkolorit mögen.

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