Pfister, Kristina: Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten

» ›Und wo zieht es dich danach hin? Hast du Pläne?‹, fragte sie, als wüsste sie nicht längst, dass ich hier gestrandet war wie einer dieser fetten Blauwale, die überall in Neuseeland an den Stränden lagen und langsam verreckten.«

Jeden Abend betrachtet Annika durch das Fenster ihres Apartments die junge Frau gegenüber. Marie-Louise scheint all das zuzufliegen, wonach Annika sich sehnt: Freunde, Liebhaber, Geselligkeit. Sie lebt aus vollen Zügen, während Annika von Praktikum zu Praktikum driftet und nichts mit sich anzufangen weiß. Doch eines Nachts klingelt Marie-Louise an Annikas Tür. Aus einer Zufallsbekanntschaft wird enge Freundschaft, als Annika nach Hause zurückkehrt, um endlich herauszufinden, was sie eigentlich mit sich anfangen will. Und unversehens ihre alte Nachbarin wiedertrifft. Bald stellt sich jenes Gefühl von Schwerelosigkeit ein, das Phasen des Umbruchs begleitet, und für die beiden Frauen beginnt ein Sommer in der Provinz, wo Humor und Verzweiflung nah beieinander liegen.

  • Gebundene Ausgabe: 253 Seiten
  • Verlag:Tropen; Auflage: 1 (11. Februar 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608501592
  • ISBN-13: 978-3608501599

Dino   Ich habe, sicherlich, schon häufiger erwähnt, dass ich gerne Bücher lesen, deren Titel sich von anderen hervorheben. Beim Stöbern im Online Katalog bin auf “die Kunst, einen Dinosaurier zu falten” aufmerksam geworden. Da ich die Bücher aus dem Tropen Verlag gerne lesen, habe ich mir dieses in der Bücherei vorbestellt. Der Klett Cotta Verlag hat seinen Stammsitz hier in Stuttgart, da gehört es quasi zum “Pflichtprogramm” diese Bücher auch zu lesen. Allerdings habe ich schon deutlich bessere Bücher aus dem Verlag gelesen.

Annika (so wollte mein Mann immer eines unserer Kinder nennen) gehört zur Generation Praktikum. Nach Abschluss ihres Studiums der Kulturwissenschaft tingelt sie von einem Praktikum zum Nächsten. Da sie Schwierigkeiten hat, neuen Freundschaften zu schließen schaut sie auf illegalen Internet Seiten Sit-Coms an und wünscht sich, dass sie ein Teil davon wäre. Im Nachbarwohnheim wohnt eine junge Frau, die jeden Abend sehr viel Besuch bekommt und sie wünscht sich, sie wäre mutiger und könnte zu ihr hinüber gehen. Im Gegenzug wird sie auch von Marie-Louise beobachtet und diese macht sich auf den Weg zu um ihr überflüssiges Geschirr anzudrehen. Marie-Louise zieht am nächsten Tag aus, um ein neues Leben in London zu beginnen. Vor erst verlieren sich die beiden Mädels aus den Augen um sich wenig später im Krankenhaus wieder zu treffen. Nach dem Annikas Praktikumsvertrag ausgelaufen ist, zieht sie wieder bei ihrer Mutter ein.

Als sich Annika am Knie verletzt trifft sie im Krankenhaus wieder auf Marie-Louise, deren Uroma im Sterben liegt. Vor Annika liegt ein Sommer, mit viel Alkohol, den sie nie mehr vergessen wird. Achtung Spoiler Das Ende des Buchs fand ich irgendwie unpassend.

Rückblickend betrachtet muss ich gestehen, dass ich mit der Handlung des Buchs überhaupt nicht warm wurde. Die Handlung plätschert eher lustlos vor sich hin. Annika war kein Charakter, den ich irgendwie mochte. Im Verlauf des Buchs wird sie gefragt, was sie den studiert hätte. Sie antwortet: Kulturwissenschaft. Auf die Frage, was man mit damit machen kann, antwortet sie wenig überzeugend: “alles und nichts” und dieses lustlose Verhalten zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch, es endet genauso bescheiden, wie es angefangen hat. Solche Bücher breche in der Regel ab aber ich war neugierig, was es mit dem Titel auf sich hat.

Da mich das Buch überhaupt nicht überzeugen konnte, gibt es auch keine Leseempfehlung von mir. Mehr als zwei von fünf Sternen kann ich dem Buch daher auch nicht vergeben. Das Buch hatte deutlich mehr Potential. Schade, dass die Autorin, die noch relativ jung ist, nicht mehr daraus gemacht hat.

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