Kermani, Navid: Sozusagen Paris

Ein Schriftsteller hat einen Roman geschrieben über die große Liebe seiner Jugend. Nach einer Lesung steht eine Frau vor ihm, die er nicht erkennt. Aber sie ist es trotzdem. Er ist jetzt Autor, sie ist seine Romanfigur – und aus dem jungen Mädchen von damals ist ganz offensichtlich eine interessante, auch anziehende, aber verheiratete Frau geworden. Die Situation wird etwas komisch: Man setzt sich zusammen, trinkt ein Glas Wein, redet über französische Liebesromane, fragt sich, was man von der Liebe erwartet, wenn man älter geworden ist, Juttas Mann sitzt im Nebenzimmer – wie soll das alles enden? Navid Kermani schreibt einen Liebesroman ganz eigener Art, tiefgründig, überraschend, witzig.

 

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 4 (26. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446252762
  • ISBN-13: 978-3446252769
  • Größe und/oder Gewicht: 12,3 x 2,8 x 19,1 cm

parisDieses Buch habe ich beim Stöbern in unserer Stadtteilbibliothek entdeckt und der Titel “Paris” enthält, war ich neugierig. Ich muss gestehen, dass ich von dem Autor bisher noch wie was gehört, geschweige denn gelesen habe und daran wird sich auch nichts mehr ändern. Denn mehr werde ich von ihm auch nicht mehr lesen. Dies ist mittlerweile mein 3. Flop in diesem Jahr, wobei ich das neue Buch um die Protagonistin Pippa Bolle nach 200 Seiten abgebrochen habe.

Nun aber zu diesem Buch und warum es schlechtes Buch war, obwohl es die ersten 100 Seiten gar nicht so schlecht. Bevor ich zum Inhalt komme, sollte ich erwähnen, dass dieses Buch nicht in Kapitel unterteilt ist, sondern ein einziges Kapitel ist. Der Autor verwendet anstatt der gewohnten “…” bei direkter Rede lediglich -, sodass man denn leicht erkennen kann, welcher der beiden Protagonisten gerade spricht. Des Weiteren verwendet er noch die alte Schreibweise um einen Relativsatz einzuleiten.

Genau wie “die Nacht mit Nancy” umfasst die Handlung des Buchs nur wenige Stunden. Die Handlung ist eigentlich völlig banal. Unser namensloser Romanautor trifft nach 30 Jahren auf seine Jugendliebe Jutta, die bei einer seiner Lesungen war. Nach einem gemeinsamen Essen nimmt Jutta ihn mit sich zu Hause, wo diese sich völlig mit Wein und zwei Joints zu dröhnt. Im Verlauf des Buchs erzählt Jutta von ihrem Leben, wie sie ihren Mann kennen lernte, ihren beruflichen Werdegang und wie frustriert sie eigentlich vom Leben ist. Während sie davon erzählt, nimmt sich unser Autor vor, diese Geschichte zu einem neuen Roman zu verarbeiten. Während dieser potentielle Roman heran reift, stellt er sich vor, wie Jutta auf diesen Roman reagieren könnte und welche Einwände sie zu einzelnen Textstellen haben könnte aber nicht nur, und dieser Handlungsstrang hat das Buch ein bisschen aufgepeppt, kommt auch der Lektor, als innerer Monolog vor, zu Wort der Passagen, des bisher ungeschriebenen Buchs, zum Teil deutlich zerreißt. Eigentlich könnte man sich nun fragen, warum ich das Buch so unterirdisch schlecht fand.

Nun zum Teil des Buch, der mich, im Verlauf des Buchs, immer mehr in den Wahnsinn getrieben hat. Der Autor versucht dem Leser, und das zieht sich leider wie ein roter Faden, Proust, Baudelaire, Tolstoi und andere Autoren häppchenweise näher zu bringen. Vor allem Proust hat es dem Autor ganz besonders angetan und er beruft sich ständig und immer wieder ” Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” oder er erwähnt mindestens zweimal den ersten Satz, den sogar ich kennen, aus “Anna Karenina”, den man kennen sollte, wenn man ” die Eleganz des Igels” gelesen hat und dieses Buch habe ich bereits zweimal gelesen. Anfangs wirken die “Ausflüge” in andere Werke recht interessant, doch im Verlauf des Buchs wirken sie nur noch “Oberlehrerhaft” und gegen Ende geschwätzig. Wahrscheinlich wollte der Autor eloquent wirken aber irgendwann konnte ich das selbstverliebte Geschreibe nicht mehr ertragen und hätte es am liebsten abgebrochen. Da ich aber nur noch wenige Seiten zu lesen hatte, ertrug ich es. Dadurch das es so viele Querverweise gab, kam die eigentliche Handlung viel zu kurz, was aber auch nicht dramatisch war, da der Autor kaum eigene Ideen hatte, wie sich seine Figuren weiter entwickeln hätten können. Selten war ich so froh, als das Ende nahte und ich das Buch wieder abgeben konnte.

Da ich selten ein Buch gelesen habe, das mich dermaßen in den Wahnsinn getrieben hat, gibt es keine Sternebewertung, denn sonst müsste ich negative Sterne vergeben. Dieses Buch bekommt auch keine Leseempfehlung von mir. Obwohl das Buch nur knappe 290 Seiten stark ist, habe ich daran länger als an Büchern, die deutlich mehr Umfang hatten.

Lest es selber und bildet eure eigene Meinung!

 

 

 

 

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