Morley, Christopher: Eine Buchhandlung auf Reisen

Die Vorgeschichte zum Leserliebling “Das Haus der vergessenen Bücher”: Bevor Büchernarr Roger Mifflin sich dem stationären Buchhandel in Brooklyn zuwendet, ist er als fahrender Buchhändler mit seinem Planwagen in New England unterwegs. Dort trifft er auf die resolute Helen McGill, die gemeinsam mit ihrem Bruder eine Farm bewirtschaftet. Kurz entschlossen kauft sie Mifflin, der das Vagabundendasein gründlich satt hat, den Bücherwagen samt Pferd und Hund ab und entdeckt die wunderbare Welt der Literatur und die Liebe.

  • ISBN: 978-3-455-60023-0
  • Verlagsbereich: Belletristik
  • Einband:Schutzumschlag
  • Produktart: Buch
  • Seiten: 192
  • Erscheinungsdatum: 15.08.2015
  • Leseprobe

Reisen Vor ungefähr einem Jahr habe ich ” Das Haus der vergessenen Bücher” gelesen und ich war damals restlos begeistert von dem Buch. Vor ca. 2 Wochen habe ich gesehen, dass es ein “neues” Buch von Christopher Morley gibt. Neu ist in dem Bezug relativ, da der Autor bereits 1957 verstorben ist. Da mich “das Haus der vergessenen Bücher” so gut gefiel, musste ich auch dieses Buch lesen und es war toll.

“Eine Buchhandlung auf Reisen” ist die Vorgeschichte zu “das Haus der vergessenen Bücher” und im Gegensatz dazu wird die Handlung aus der Sicht von Helen McGills, der späteren Ehefrau von Roger Mifflin, erzählt.

“Ich, die ich zu meiner Überraschung ein Buch geschrieben habe, wollte niemals Schriftstellerin werden aber ich glaube, dass die Geschichte von Andrew und mir, und wie  Bücher unser behagliches Leben zerstörten, unterhaltsam genug ist, um erzählt zu werden” (S.9)

Für Helen sind Bücher und das Lesen der Laster aller Anfang, denn seit ihr Bruder schreibt, vernachlässigt er die Aufgaben auf der Farm. Helen ist es, die die Wäsche wäscht, die Hühner füttert, Brot bäckt….  Anfangs  kehrte ihr Bruder (und sie) auf die Farm, damit er sich erholen konnte. Doch dann wurde sein Buch ein voller Erfolg und er macht sich regelmäßig auf den Weg um neue Ideen für Bücher zu sammeln. Damit seine Leidenschaft nicht noch mehr überhand nimmt, wirft Helen Buchkataloge weg.

Doch eines Tages taucht Roger Mifflin auf ihrer Farm auf und will Andrew seinen  Parnassus auf. Die vielen Bücher werden ihr Ruin sein, denkt Helen bei sich und beschließt kurzerhand, dass sie die fahrende Buchhandlung kaufen wird. Sie trägt ihrer Nachbarin, Schwedin, auf, welche Aufgaben dringend erledigt werden müssen.

Roger, der als kleines Männchen beschrieben wird (ich musste dabei immer schmunzeln) und Helen machen sich gemeinsam auf den Weg, denn Roger will Helen noch einiges beibringen und anschließend nach New York fahren, um dort seine Memoiren nieder zu schreiben.

Für Helen, die die letzten Jahre unzählige Brotlaibe gebacken hat, ist es anfangs nur ein Urlaub von der Fahrt.  Ihr Bruder glaubt allerdings, dass der Professor (so wird Mifflin überall genannt) seine Schwester böse ausgenommen hat und so lässt er den armen Roger verhaften.

Doch dann merkt Helen,  dass sie sich in dieses unscheinbare Männlein verliebt hat. Sie, die schon auf die 40 zugeht, hat mir der Liebe eigentlich schon abgeschlossen.

“Eine Buchhandlung auf Reisen” ist eine Hommage an Bücher und Brooklyn. Dieses Buch habe ich wieder unheimlich gerne gelesen. Ich mochte Mifflins Monologe zum Thema Lesen und Schreiben. Anfangs wirkte Helen, die in ihrer Rolle als Hausfrau aufgegangen ist, wenn auch nicht ganz freiwillig, ein bisschen langweilig und bieder. Ich fand es allerdings fasznierend, wie sich weiterentwickelt hat und ihrem Bruder ihre Meinung, was Mifflin betrifft, deutlich wiedergegeben hat. Am Ende (und das passiert bei mir eher selten) war ich ein bisschen wehmütig, als ich mich von Roger und Helen verabschieden musste. Für mich hätte das Buch gerne doppelt so dick sein können.

Obwohl der Autor Amerikaner war, lässt sich ein Hauch britischen Humors nicht verbergen!

Auch dieses Buch kann ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen, es geht gar nicht anders. Ich würde mich freuen, wenn weitere Bücher des Autors übersetzt und veröffentlicht werden. Dies ist das ideale Buch für bibliophile Leser. Man muss Roger und Helen einfach lieben!

Daher bekommt das Buch auch fünf von fünf Sternen.

Mein Dank geht an den Atlantik Verlag, der mir das Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

 

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