Salter, James: Jäger

»Die Jäger, 1957 erschienen, ist der erste Roman von Salter und zugleich einer der prägnantesten Nachweise seines Talents. Der Roman ist autobiographisch und stützt sich auf Salters Erfahrungen als Kampfflieger im Koreakrieg. Während auf dem Boden ein schwerer Bürgerkrieg herrscht, wetteifern die Piloten in der Luft in ihren Kampfeinsätzen um die begehrten fünf Kills – den gültigen Nachweis dafür, dass man ein >As< ist. Die Zerrissenheit zwischen der unbedingten Pflicht, für die Sicherheit der Kameraden zu sorgen (die heilige Pflicht des wingman), und der Waghalsigkeit, die nötig ist, um den Feind zu eliminieren, droht Salters Hauptfigur, Cleve Connell, zu zerstören.« Besser als der britische Autor Geoff Dyer kann man diesen Roman kaum beschreiben. Salter war sein literarisches Debüt so wichtig, dass er es 1997 leicht überarbeitete und neu herausbrachte. Mit Erfolg, denn Mark Greif urteilte daraufhin im Times Literary Supplement »Andere Bücher aus jener Zeit sind vergessen – dies hier entpuppt sich als Klassiker.«

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Berlin Verlag (13. Oktober 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 382701235X
  • ISBN-13: 978-3827012357
  • Originaltitel: The Hunters

Jäger “Jäger” gehört eigentlich nicht zu meinem bevorzugten Genre und daher lag es eine Weile auf meinem Bibliotheks SuB aber vor ein paar Tagen habe ich es von SuB befreit gelesen und es hat mich sehr beeindruckt. Von James Salter hatte ich zuvor noch nichts gelesen und daher kannte ich weder seinen Schreibstil noch seinen Figurenzeichnung.

Erzählt wird das Buch aus der Sicht von Cleve Connell. Cleve Connell ist 31 Jahre alt und Kampfpilot. Seine Mission führt ihn nach Korea, bevor nach Korea kam, war er ein Ass. Doch seit er seinen neuen Einsatz angetreten hat, klappt nichts mehr. Er hat keinen Abschuss mehr und er gerät immer mehr unter Zugzwang. Vor allem als Pell, ein neuer Kampfpilot an den Stützpunkt kommt und er eine MiG nach der anderen abschiesst. Pell ist der neue Star und Cleves Stern ist im Sinken. Die eigentlichen Kampfhandlungen nehmen zum Glück nur einen geringen Teil der Handlung ein und das fand ich schon mal sehr positiv.

Am Schreibstil (und am Vorwort) lässt sich erkennen, dass der Autor weiß wovon er schreibt. James Salter war Kampfpilot und hat seine Erlebnisse im Buch weitergegeben, sodass es sehr realistisch wirkt.

Mit Cleve Connell hat er einen Protagonisten geschaffen, der eher ein Einzelgänger ist, dem Kameradschaft dennoch sehr wichtig ist. Man kann seine innere Zerissenheit förmlich spüren. Auf der einen Seite will er MiGs abschießen aber auf der anderen Seite muss er als Schwarmführer ein Vorbild für seine Kameraden sein und dann kommt ein Youngster, der bisher nur wenig Erfahrung hat und setzt sich über sämtliche Regeln hinweg und da Pell ein Ass ist, wird ihm sein Alleingang auch nicht krumm genommen. Obwohl Connell ihm mehr oder weniger den Hintern rettet, beansprucht Pell einen Abschuss für sich. Ich habe gehofft, dass Cleve seine 100 Einsätze abfliegen kann.

Obwohl das Buch bereits 1957 erschien, ist es immer noch sehr lesenswert. Ich gehöre eigentlich nicht zur Zielgruppe aber dennoch habe ich mit dem Protagonisten mitgefiebert. Da mich das Buch restlos überzeugen konnte, gibt es von mir 4 von 5 Sternen.

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2 thoughts on “Salter, James: Jäger

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