Tempel, Katrin: Mandeljahre

Als Katharina Nicklas die Jugendstilvilla ihrer Familie an der pfälzischen Weinstraße entrümpelt, findet sie im Keller Aufzeichnungen ihrer Urgroßmutter Marie. Die sensible Ehefrau eines gnadenlosen Großunternehmers schreibt darin über den Aufstieg und Fall einer Kaffeeröster-Dynastie in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts – und über ihre geheime Liebe zu einem naturverbundenen Mandelbauern …

  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (16. Februar 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492304974
  • ISBN-13: 978-3492304979
  • Größe und/oder Gewicht: 12,3 x 3,6 x 19,2 cm

mandeljahre

Auf Grund der großen Hitze bin ich kaum zum Lesen gekommen, beziehungsweise ich habe deutlich weniger zum Lesen gekommen als sonst. Mandeljahre musste ich einfach lesen, da mich der Titel und der Inhalt angesprochen habe. So richtig warm wurde ich mit dem Buch allerdings nicht.

Als ich die die ersten Kapitel gelesen habe, dachte ich, dass es wieder ein Buch ist, dass auf zwei Zeitebenen erzählt wird. In letzter Zeit hatte ich das Gefühl, dass die Verlage keinen reinen historischen Bücher mehr haben wollen, sondern Geschichten die in der Vergangenheit und in der Gegenwart angesiedelt sind. Die eigentliche Handlung erstreckt einen Handlungszeitraum von 1909 bis zum Ende des 2. Weltkrieges aber nun der Reihe nach.

Katharina erbt von ihrer Mutter die Dürkheimer Villa und so machen sich ihr Mann und sie auf den Weg um sich vor Ort die Villa anzuschauen. Katharinas Mann scheint sehr dominant zu sein und die Ehe steht unter keinem guten Stern. Katharina muss nun entscheiden, was sie alles behalten will und was weg kommt. Da ihr Mann keinen emotionalen Bezug zur Villa hat, soll aus seiner Sicht alles weggeschmissen werden und die Villa soll an den meist bietenden verkauft werden. Er geht davon aus, dass seine Frau sich seinen Wünschen anpasst. Doch Katharina entscheidet zum ersten Mal, dass sie sich nicht nach den Wünschen ihres Mannes richtet. Sie sichtet die Unterlagen und wird dadurch auf die Geschichte ihrer Großmutter, Marie, aufmerksam.

1909 machen sich die Geschwister Marie und ihr Bruder auf den Weg nach Bad Dürkheim. Maries Bruder soll bei Carl Hauer eine Stelle antreten und Marie soll Carl becircen, sodass dieser ihr einen Heiratsantrag macht. Somit soll die finanzielle Situation der verarmten Adelsfamilie von Rabenhorst verbessert werden. Maries Plan geht auf und sie wird die Ehefrau von Carl Hauer. Gemeinsam bauen sie die Firma Quita, Gesundsheitskaffee, auf. Maries Bruder ist für die Finanzen zuständig. Er beschwört Carl, dass er trotz prächtiger Gewinnen auf dem Boden bleiben soll und Reserven anlegen soll oder zu mindest die Kredite zurück zahlen soll. Doch Carl nimmt ihn nicht ernst.

Auf ihren ausgedehnten Spaziergängen lernt sie den jungen Mandelbauer Jacob kennen. Auf den ersten Blick scheint die Ehe zwischen Carl und Marie harmonisch zu verlaufen. Blickt man aber tiefer, so bemerkt man deutliche Risse zwischen den beiden und das es keine Liebesheirat war. Für Carl ist Marie ein weiteres Objekt in seinem Besitz, durch sie erhofft er sich, dass er bei der Dürkheimer Bevölkerung besser ankommt. Marie verliebt sich in Jacob und wird, wie nach anders zu erwarten, schwanger von ihm. Als ihre Zwillinge auf der Welt sind, sieht ihre Schwägerin sofort, dass die Mädchen auf keinen Fall Carls Töchter sein können. Im Gegensatz zu Maximilian, sehen sie Carl überhaupt nicht ähnlich. Während des Lesens habe ich mich gefragt, ob sich Carl keine Gedanken macht oder ob er es einfach nicht sieht.

Carl ist ein Protagonist dem ich sehr zwiegespalten gegenüber getreten bin. Menschlich ist er nicht einfach zu nehmen aber sein Erfindergeist und der Wille stetig voran zu kommen ist ihm nicht zu nehmen.

Die Handlung des Buchs geht umspannt zwei Weltkriege. Den 1. WK beschreibt die Autorin noch recht ausführlich, als Leser bekommt man mit, wie Marie freiwilligen Arbeit im Lazarett geleistet hat, den 2. WK wird mehr oder weniger umrissen.

Obwohl die Zeiten deutlich markiert waren, gab es viele Zeitsprünge. Manchmal waren es nur Monate aber dann gab es auch Sprünge über mehrer Jahre hinweg. Der Schreibstil war von Anfang an sehr flüssig aber ich wurde mit den meisten Charakteren einfach nicht warm.

Fazit:

Eine Familiengeschichte über zwei Weltkriege. Da mich der Epilog doch mit der Handlung ein wenig versöhnt hat, bekommt das Buch drei von fünf Sternen,

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