Bünnig, Jenny: Es muss dunkel sein, damit man die Sterne sieht

Ein Roadtrip könnte die Lösung sein! Durch den Tod ihres Vaters ist für Ria alles aus dem Gleichgewicht geraten. Spontan schließt sie sich ihrer Oma Charlotte und deren Freundinnen Frau Lensker, Margot und Hildie auf einer ungewöhnlichen Reise an: Um etwas zurückzuholen, was unrechtmäßig den Besitzer gewechselt hat, zu einer großen Liebe, die nicht vergessen werden konnte, wegen einer schweren Schuld, die nicht beglichen wurde, und für eine süße Rache, die viel zu lange nicht in die Tat umgesetzt wurde. Mit einem VW-Bus geht es quer durch Europa, unterbrochen von zahlreichen Pinkelpausen (man ist halt nicht mehr die Jü

ngste), unerwarteten Hindernissen (Altersstarrsinn!) und absurden Begegnungen (wer bitte ist Signore Verdi?). Ein wunderbarer Roman über das Leben, das Alter und Freundschaft durch dick und dünn.

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: LangenMüller (24. Februar 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3784433448
  • ISBN-13: 978-3784433448

stern

Jenny Bünnig hat Literaturwissenschaft sowie Kunstgeschichte studiert und arbeitet heute als Wissenschaftsredakteurin an der Universität Duisburg-Essen. Sie schreibt derzeit an ihrer Dissertation. Ihre Kurzgeschichte “Und manchmal beginnt Veränderung mit einem Klingeln …” war 2012 einer der Siegertexte beim THE-HELP-Schreibwettbewerb des btb-Verlages. 2013 wurde sie mit dem Moerser Literaturpreis ausgezeichnet.

Bevor ich mir das Buch in der Bücherei vorbestellt hatte, wusste ich nichts über das Buch. Ich hatte es mir vorbestellt, da mir, anscheinend wiederhole ich mich gerne, gut gefallen hatte. Im Gegensatz zu meinen vorherigen Flop Bücher konnte mich dieses Buch von der ersten Seite überzeugen. Da mein Stapel ungelesener Bücherei Bücher sehr hoch ist, wollte ich nur einen Blick ins Buch werfen und hatte ohne es zu merken mehr als 50 Seiten gelesen ab da musste ich es in einem Rutsch zu Ende lesen.

Anfangs begegnet man als der Ria, Ria ist seit dem Tod ihres geliebten Vaters sehr traurig. So beschließt sie, dass sie sich dem Roadtrip ihrer Großmutter Charlie und deren drei Freundinnen anschließt. Jede der vier Frauen, hat noch eine Aufgabe, die sie zu erledigen haben. Ihre Reise beginnt in Marl und führt sie über die Schweiz, Italien, bis nach Barcelona. Bevor die Reise losgeht, kennt man nur die Namen der Protagonistinnen und deren Ziele, wohin sie fahren wollen. Doch nach und nach erfährt man über jede Einzelnen den Hintergrund ihrer Schicksals und dadurch wurden sie für mich sympatischer. Eine der Frauen, Margot, ist schwer an Krebs erkrankt und ich habe mich während des Lesens gefragt, warum sie die ganze Anstrengung auf sich nimmt. Wie alle anderen trägt sie seit vielen Jahren ein ungelöstes Problem mit sich rum. Obwohl als einer der ersten Frauen einen Lehrstuhl für Philosophie innehatte, lebt sie in der Vergangenheit. Während des 2. Weltkrieges hat sie ihre beste Freundin, eine Jüdin, verraten. Sie nutzt die Reise, um sich mit ihrer Freundin auszusöhnen. Leider kommt sie zu spät.

Eine meiner Lieblingscharaktere war die Bibliothekarin, Hildie, die ihre Nase, und das kommt mir so bekannt vor, in einem Buch hatte. Sie war während des ganzes Buchs immer ein kleiner Sonnenschein. In ihrem Leben gab es keinen Platz für Männer. Sie hatte viele “Liebeleien” aber nur mit Romanfiguren. Auch über sie erfährt man Leser, was sie geprägt hat und hinterher mochte ich sie noch viel lieber vorher.

Parallel zur eigentlichen Handlung, erfährt man einiges über die innige Vater-Tochter-Beziehung. Ria bekam von ihrer Großmutter den Tipp, worüber man nicht sprechen kann, soll man schreiben und so schreibt sie während der Fahrt ununterbrochen in ihr Notizheft und taut nach und nach auf.

Daher war ich nach langer Zeit mal wieder sehr wehmütig, als ich ein Buch nach dem Lesen zuklappen musste um von den Protagonistinnen, die mir mit der Zeit immer wichtiger wurden, Abschied nehmen musste. Jenny Bünnigs Debüt Roman, der herrlich anders war, konnte mich von der ersten Seite begeistern. Ich mochte ihren angenehm flüssigen Schreibstil und die Art und Weise wie sie ihre Charaktere handeln ließ. Nie drückte sie auf die Tränendrüse oder sie ihren Zeigefinger moralisch in die Höhe strecken. Es muss dunkel sein, damit man die Sterne sieht ist ein Buch, das mich wehmütig zurück ließ und die letzten Flops vergessen ließ.

 

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