Daniel Glattauer : Gut gegen Nordwind

Endlich komme ich dazu, eine Rezi zu meinem Oktober Buch zu schreiben. Mir ist aufgefallen, dass meine Meinung zu den letzten beiden Bücher sehr durch wachsen war aber ich habe es nicht hinreichen begründen können, warum mich beide Bücher gelangweilt haben. Dies muss bei diesem Buch einfach besser werden. Eigentlich müsste man zu diesem Buch gar nichts mehr schreiben, da es schon ganze viele Leute gelesen haben. Ich habe das Buch nun dritten Mal gelesen und habe einige anders erlebt, auch dieses Mal hat mich “Gut gegen Nordwind” völlig in seinen Bann gezogen und ich musste mich beherrschen, dass Buch nicht zu verschlingen sondern es wirklich zu genießen.

Die flippige Emmi, Emma wird sie nur von ihrem Mann genannt, möchte ihr Like Abo kündigen. Durch einen Tippfehler landet ihre Mail bei Leo Leike, der mit der Zeitschrift überhaupt nichts zu tun hat. Durch einen weiteren Fehler landet Leos Mail Adresse in ihrem Verteiler und er erhält zu Weihnachten eine Massen Mail und das findet er nicht besonders lustig. Mit dieser Mail wird eine Flut von persönlichen EMails ausgetauscht. Emmi, die eigentlich achso glücklich verheiratet ist, reagiert eifersüchtig, wenn Leo ihr etwas von einer fremden Frau erzählt. Ihre Mails sind mit ihren 1.,2.,3. immer sehr amüsant zu lesen. Während Leo versucht neutral zu reagieren. Nur in einer Nacht schrieb Leo, unter Einflüssen des Alkohols, eine sehr intime Mail. Mit der Zeit kommen sich die beiden immer näher und beschließen, dass sie sich inkognito treffen sollten und hinter sollten sie erraten, ob sie sich gesehen haben oder nicht.

Im Laufe der Handlung entdeckt Emmis Mann einen Ordner, der alle geschriebenen Mails enthält und wendet sich darauf hin an Leo, mit der Bitte, Leo und Emmi mögen sich endlich mal treffen und sie könnten sogar Sex haben. Als ich das Buch zum ersten Mal gelesen hatte, fand ich diese EMail sehr erniedrigend, da Bernhard sehr viel über sich offenbart. Beim letzten Lesen hat sich die gewandelt, dieses Mal fand ich Bernhard sehr mutig. Es gehört schon eine ordentliche Portion Mut dazu sich einem fremden Menschen so zu öffnen. Leo dagegen fand die Mail nicht besonders toll.

Da es noch einen zweiten Band gibt, kann man davon ausgehen, dass Emmi und Leo sich nicht näher kommen und die virtuelle Beziehung der beiden auf Eis gelegt wird. Emmi und Leo kommunizieren während des ganzen Buchs nur via Mail. Obwohl sie sich Schritt für Schritt näher kommen, behalten sie das förmliche “Sie” bei. Keinem von beiden kommt es in den Sinn, den anderen zu duzen und das ist für unsere Generation doch eher ungewöhnlich. Obwohl Emma Leo an ihrem Privatleben teilnehmen lässt, schreiben beide ihre Mails aus ihren gewohnten vier Wänden. Dieses Buch zu lesen, macht einfach nur Spaß. Die Charaktere sind toll gezeichnet. Auch dieses Mal habe ich das Buch mit einem wehmütigen Seufzer beendet und ich werde es sicher noch ein weiteres Mal lesen.

“Gut gegen Nordwind” habe ich im Theater gesehen und die Umsetzung war einfach nur rund um gelungen. Daher freue ich mich, wenn ich mir nächsten Jahr “Alle sieben Wellen” anschauen kann.

Nordwind

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